Kurz erklärt

Nachtkerzenöl wird aus den Samen der Nachtkerze (Oenothera biennis) kaltgepresst und ist eine der wenigen natürlichen Quellen für Gamma-Linolensäure (GLA), eine seltene Omega-6-Fettsäure. Genutzt wird es innerlich als Softgel-Kapsel und äußerlich als Hautöl in der Naturkosmetik.

Unsicher, welches Produkt zu dir passt? In 30 Sekunden zu deiner persönlichen Empfehlung — laborgeprüft & bewertet, mit Ersparnis. Produktfinder starten →

Die Nachtkerze bricht mit der Regel: Sie öffnet ihre Blüten erst abends, wenn die meisten anderen Blumen längst geschlossen haben. Aus ihren Samen pressen wir ein Öl, das eine der seltensten Fettsäuren überhaupt liefert – Gamma-Linolensäure, kurz GLA. Deshalb hat Nachtkerzenöl in der Naturkosmetik seit Jahrzehnten einen festen Platz.

Die Kurzfassung: Nachtkerzenöl wird aus den Samen von Oenothera biennis kaltgepresst und zählt zu den wenigen natürlichen Quellen für GLA, eine besondere Omega-6-Fettsäure. Du nutzt es innerlich als Softgel-Kapsel oder äußerlich als Hautöl – beides hat seinen festen Platz in einer bewussten Pflege- und Ernährungsroutine.

Das Wichtigste in Kürze

  • Nachtkerzenöl entsteht durch schonende Kaltpressung der Samen.
  • Es liefert Gamma-Linolensäure (GLA) – eine Omega-6-Fettsäure, die in Lebensmitteln nur selten vorkommt.
  • Zwei Wege der Anwendung: innerlich als Softgel-Kapsel, äußerlich als Hautöl.
  • Als ungesättigtes Öl ist es oxidationsempfindlich – Frische entscheidet über die Qualität.
  • Borretsch- und Hanföl liefern ebenfalls GLA und sind eine Alternative.

Was ist Nachtkerzenöl – und was macht GLA so besonders?

Die Nachtkerze ist eine zweijährige Pflanze mit auffällig gelben Blüten. Ursprünglich stammt sie aus Nordamerika, heute wächst sie auch in Europa. Ihre kleinen Samen stecken voller fettem Öl, das schonend kaltgepresst wird, um die empfindlichen Fettsäuren zu erhalten. Schon seit Jahrzehnten findet dieses Öl seinen Weg in die Naturkosmetik, weil es ein für Pflanzenöle ungewöhnliches Fettsäuremuster mitbringt.

Der eigentliche Star im Öl ist GLA, eine mehrfach ungesättigte Omega-6-Fettsäure. Die Basis-Fettsäure der Omega-6-Familie, Linolsäure, steckt in fast jedem Pflanzenöl. GLA dagegen ist die Ausnahme: In relevanter Menge findest du sie nur in einer Handvoll Ölen – Nachtkerzenöl, Borretschöl und Hanföl. Im Körper ist GLA ein Zwischenprodukt im Fettsäurestoffwechsel, ein Baustein auf dem Weg zu weiteren körpereigenen Botenstoffen. Das ist Biochemie-Grundwissen, keine Vermutung.

Genau dieses Fettsäureprofil erklärt, warum Nachtkerzenöl so oft mit Haut in Verbindung gebracht wird. Öle mit einem hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren gelten in der Hautpflege als reichhaltig und finden sich deshalb in unzähligen Cremes, Seren und Gesichtsölen. Die Haut selbst ist auf eine intakte Lipidschicht angewiesen – deshalb spielen Öle in der Pflege überhaupt eine Rolle, und Nachtkerzenöl reiht sich hier als milder, traditioneller Vertreter ein.

Omega-6, Omega-3 und das richtige Verhältnis

GLA gehört zur Omega-6-Familie. In der Ernährung wird oft über das Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 gesprochen, weil die moderne Kost tendenziell reich an Omega-6, aber arm an Omega-3 ist. Das macht Nachtkerzenöl nicht zum Problem: GLA nimmt im Stoffwechsel einen eigenen, besonderen Weg und unterscheidet sich damit von anderen Omega-6-Fettsäuren. Wer seine Fettsäurezufuhr bewusst zusammenstellt, kombiniert Nachtkerzenöl am besten mit einer guten Omega-3-Quelle wie Algen-, Lein- oder Fischöl. So ergibt sich ein rundes Bild statt eines isolierten Blicks auf ein einzelnes Öl.

Nachtkerzenöl in der Hautpflege: Cremes, Seren, Gesichtsöl

Kaum ein Pflanzenöl hat sich in der Naturkosmetik so fest etabliert wie Nachtkerzenöl. Du findest es in Cremes, Seren, Balsamen und als pures Gesichtsöl. Viele schätzen es, weil es mild riecht und sich angenehm auf der Haut verteilen lässt – ein praktischer Grund, warum es so oft zur täglichen Routine gehört.

Besonders gefragt ist Nachtkerzenöl in Phasen, in denen die Haut zusätzliche Zuwendung braucht: etwa in der trockenen Heizungsluft des Winters oder rund um die Wechseljahre, wenn Hautthemen in vielen Ratgebern eine Rolle spielen. Wichtig bleibt dabei: Ein einzelnes Öl trägt zur Pflege bei, ersetzt aber nicht das Zusammenspiel aus ausreichend Feuchtigkeit, Schlaf, ausgewogener Ernährung und Sonnenschutz.

Anwendung, Dosierung und Qualität

Innerlich sind Softgel-Kapseln die praktischste Form: geschmacksneutral und zuverlässig geschützt vor Sauerstoff und Licht, die dem empfindlichen Öl sonst zusetzen. Wie viele Kapseln pro Tag sinnvoll sind, richtet sich nach der Packungsangabe des jeweiligen Produkts. Äußerlich verwendest du reines Nachtkerzenöl sparsam auf der gereinigten Haut – ein paar Tropfen genügen, sanft einklopfen reicht völlig. Bei empfindlicher Haut lohnt sich vorab ein kurzer Test in der Armbeuge.

Qualität entscheidet sich an drei Punkten: Verarbeitung, Verpackung und Lagerung. Weil ungesättigte Fettsäuren mit Luft und Licht reagieren, achte auf:

  • Schonende Kaltpressung statt Extraktion mit Hitze oder Lösungsmitteln
  • Dunkle Verpackung, die Licht zuverlässig fernhält
  • Kühle, lichtgeschützte Lagerung nach dem Öffnen
  • Ein klares Herstell- und Haltbarkeitsdatum
  • Laborgeprüfte Qualität

Riecht das Öl ranzig, ist die Sache klar: nicht mehr verwenden. Bei Nachtkerzenöl ist Frische kein Nice-to-have, sondern die Grundvoraussetzung dafür, dass die empfindliche GLA überhaupt erhalten bleibt.

GLA-Quellen im Vergleich: Nachtkerze, Borretsch, Hanf

Nachtkerzenöl ist die bekannteste, aber nicht die einzige Quelle für GLA. Alle drei Öle haben sich in der Praxis über Jahre bewährt – am Ende ist die Wahl eine Frage von Geschmack, Textur und gewünschter GLA-Menge:

  • Nachtkerzenöl: mild im Geschmack, der Klassiker in Naturkosmetik und Kapselform.
  • Borretschöl: meist der höhere GLA-Gehalt, kräftiger im Charakter, ebenfalls häufig als Kapsel.
  • Hanföl: liefert GLA zusätzlich zu Omega-3 und Omega-6, nussig im Geschmack und ein Favorit in der Küche.

Suchst du ein mildes Hautöl oder eine dosierte Kapsel für den Alltag, ist Nachtkerzenöl die naheliegende Wahl. Soll es pro Kapsel mehr GLA sein, lohnt der Blick auf Borretschöl.

Was die Forschung zu GLA untersucht

GLA ist wissenschaftlich ein spannender Fall: selten in der Nahrung, mit einer klar definierten Rolle im Fettsäurestoffwechsel. Untersucht wird unter anderem, wie GLA in den Stoffwechsel eingebunden ist und welche Bedeutung sie für die Hautbarriere hat. Dass die Haut eine intakte Lipidschicht braucht, ist gut belegte Physiologie. Genau das macht GLA zu einem Dauerbrenner der Fettsäureforschung: selten, biochemisch klar verortet – und trotzdem nicht in jedem Detail abschließend verstanden.

Wie sich das im Detail auf den Alltag übertragen lässt, ist Gegenstand laufender Forschung. Feste Dosierungsversprechen für den Alltag liefern wir deshalb bewusst nicht – dafür bekommst du im nächsten Abschnitt die ehrliche Einordnung.

Ehrlich eingeordnet

Gesichert ist: Nachtkerzenöl ist eine der wenigen natürlichen GLA-Quellen, und die Rolle von GLA im Fettsäurestoffwechsel ist gut erforscht. Für Nachtkerzenöl und GLA selbst sind in der EU aktuell keine Health Claims zugelassen – deshalb sprechen wir hier bewusst über das Fettsäureprofil und nicht über Heilversprechen. Nachtkerzenöl ist damit, was es ist: ein hochwertiges Pflanzenöl mit einem seltenen, gut untersuchten Fettsäureprofil – kein Wundermittel, aber ein begründeter Baustein einer bewussten Haut- und Ölroutine, wenn Qualität und Frische stimmen. Wer das weiß, kann Nachtkerzenöl selbstbewusst einordnen: nicht als Versprechen, sondern als das, was es fettsäurechemisch tatsächlich ist.

Bei anhaltenden Hautbeschwerden ersetzt kein Öl den Besuch bei Hautärztin oder Hautarzt.

Für wen lohnt sich Nachtkerzenöl?

Nachtkerzenöl passt zu allen, die pflanzliche, natürliche Hautpflege schätzen und ein mildes Öl mit besonderem Fettsäureprofil suchen. Auch wer die eigene Fettsäurezufuhr bewusst zusammenstellt und dabei über die selteneren Omega-6-Fettsäuren nachdenkt, landet schnell bei GLA.

Geht es dir vor allem um die Omega-3-Versorgung, ist Nachtkerzenöl nicht die erste Adresse – dafür sind Algen-, Lein- oder Fischöl die direktere Wahl.

Passende Produkte von Scheunengut

Bei Scheunengut findest du Nachtkerzenöl als praktische Softgel-Kapsel für die tägliche innerliche Einnahme. Wer pflanzliche Öle im Vergleich betrachten möchte, findet passenden Hintergrund in unserem Ratgeber zu Leinöl und Fischöl. Für Beauty-Nährstoffe von innen lohnt sich der Blick auf unsere Ratgeber zu Biotin, Zink und Selen sowie zu Nährstoffen für die Haut im Winter. Wer zusätzlich die Omega-3-Seite abdecken möchte, wird in unserem Ratgeber Omega-3: für wen sinnvoll fündig, und rund um die Wechseljahre begleitet dich unser Ratgeber Wechseljahre natürlich begleiten.

Häufige Fragen (FAQ)

Was ist GLA im Nachtkerzenöl?

GLA, Gamma-Linolensäure, ist eine mehrfach ungesättigte Omega-6-Fettsäure, die in Lebensmitteln nur selten vorkommt. Nachtkerzenöl ist eine der wenigen natürlichen Quellen dafür. Im Körper ist GLA ein Zwischenprodukt im Fettsäurestoffwechsel, ein Baustein auf dem Weg zu weiteren körpereigenen Botenstoffen.

Nimmt man Nachtkerzenöl innerlich oder äußerlich ein?

Beides ist verbreitet. Innerlich als geschmacksneutrale Softgel-Kapsel, die das empfindliche Öl vor Licht und Luft schützt und deren Dosierung sich nach der Packungsangabe richtet. Äußerlich als Hautöl, sparsam auf die gereinigte Haut aufgetragen. Bei empfindlicher Haut hilft ein Test in der Armbeuge vorab.

Nachtkerzenöl oder Borretschöl – was ist der Unterschied?

Beide liefern GLA. Borretschöl hat meist den höheren GLA-Anteil und ist kräftiger, Nachtkerzenöl ist milder und in der Naturkosmetik der Klassiker. Bei beiden zählen Frische und schonende Verarbeitung mehr als die Wahl an sich.

Wie erkenne ich frisches, hochwertiges Nachtkerzenöl?

Achte auf schonende Kaltpressung, dunkle Verpackung, kühle und lichtgeschützte Lagerung, ein klares Herstell- und Haltbarkeitsdatum und Laborprüfung. Riecht das Öl ranzig, verwende es nicht mehr.

Für wen ist Nachtkerzenöl besonders geeignet?

Für alle, die eine milde, pflanzliche Ergänzung für Haut und Fettsäurehaushalt suchen – ob als Kapsel von innen oder als Öl von außen, etwa in der trockenen Winterzeit oder rund um die Wechseljahre. Wer vor allem die Omega-3-Versorgung verbessern möchte, greift besser zu Algen-, Lein- oder Fischöl.

War dieser Artikel hilfreich?

Gesundheitshinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Bei gesundheitlichen Beschwerden, in Schwangerschaft und Stillzeit oder bei der Einnahme von Medikamenten halte bitte Rücksprache mit einer Ärztin oder einem Arzt. So entstehen unsere Ratgeber →

Quellen

  1. Nahrungsergänzungsmittel - ja oder nein — Verbraucherzentrale
  2. Health assessment of food supplements — Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)
  3. Bunte Pillen für's gute Gewissen – Was bringen Nahrungsergänzungsmittel? — Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE)
  4. Food supplements — European Food Safety Authority (EFSA)
Scheunengut Redaktion