Kurz erklärt

Gotu Kola (Centella asiatica) ist eine kriechende Sumpfpflanze aus Asien – bekannt für ihre Triterpene Asiaticosid und Madecassosid. Ayurveda und traditionelle chinesische Medizin nutzen sie seit Jahrhunderten, heute ist sie als „Cica“-Zutat aus der Hautpflege weltbekannt. Zur innerlichen Anwendung gibt es Pulver, Extrakt-Kapseln und Tinktur.

Sri Lanka, ein Wegrand, eine unscheinbare kriechende Pflanze. Im jahrtausendealten Ayurveda gilt sie als eines der bedeutendsten Kräuter überhaupt – und wer heute durch die Regale der koreanischen Hautpflege stöbert, findet sie unter dem Kürzel „Cica“ auf jeder zweiten Creme: Gotu Kola, botanisch Centella asiatica. Von der Wegrand-Pflanze bis zum Star-Wirkstoff in Seoul liegen Jahrhunderte Geschichte – die Pflanze selbst blieb dabei bemerkenswert konstant im Fokus.

Direkt beantwortet: Gotu Kola ist eine kriechende Sumpfpflanze aus Asien. Verwendet werden ihre Blätter und ihr Kraut, charakterisiert durch die Triterpene Asiaticosid und Madecassosid. Ayurveda und traditionelle chinesische Medizin setzen die Pflanze seit Jahrhunderten ein. Heute ist sie als „Cica“-Zutat in der Hautpflege weltbekannt – mit einer ebenso langen Geschichte als Kraut zum Einnehmen.

Was ist Gotu Kola? Herkunft und Tradition

Centella asiatica ist eine kleine, kriechende Pflanze mit fächerförmigen Blättern. Sie liebt feuchte Standorte: Reisfelder, Sumpfränder, Bachufer – in Indien, Sri Lanka, Südostasien und Teilen Afrikas. Botanisch zählt sie zu den Doldenblütlern, verwandt mit Petersilie und Fenchel. Genutzt werden die oberirdischen Teile der Pflanze: Blätter und Stängel.

Ihren Beinamen „Tigergras“ trägt die Pflanze der Legende nach, weil sich verletzte Tiger darin gewälzt haben sollen. Weitere Namen kursieren ebenso, etwa „Mandukaparni“ oder schlicht „Centella“. Ein Name verdient dabei besondere Aufmerksamkeit: „Brahmi“. Im Ayurveda steht er mal für Centella asiatica, mal für die botanisch ganz andere Pflanze Bacopa monnieri. Verlass dich beim Kauf deshalb immer auf die lateinische Bezeichnung Centella asiatica auf dem Etikett – nur die schafft echte Klarheit darüber, welche Pflanze wirklich im Präparat steckt.

Im Ayurveda gehört Gotu Kola zu den „Rasayana“-Pflanzen, die traditionell mit geistiger Klarheit und Regeneration in Verbindung gebracht werden. In der traditionellen chinesischen Medizin und der Volksheilkunde Südostasiens ist sie seit Langem in Gebrauch: als Blattgemüse, in Salaten, als Tee. In Sri Lanka gehört der Salat „Gotukola sambol“ zum Alltag – dort ist Gotu Kola also ganz selbstverständlich auch Lebensmittel, nicht nur Heilkraut.

Im Westen läuft der erste Kontakt heute meist über die Hautpflege: Der K-Beauty-Boom hat „Cica“-Cremes aus Centella-Extrakt zum festen Bestandteil vieler Pflegeroutinen gemacht. Viele entdecken erst im Anschluss, dass hinter dem Trend ein traditionsreiches, auch innerlich genutztes Kraut steckt. Ähnlich wie bei Hyaluronsäure oder Kollagen gibt es also eine äußerliche und eine innerliche Anwendungswelt – beide berühren sich thematisch, sind aber unterschiedlich gut erforscht und sollten nicht in einen Topf geworfen werden.

Das Wirkprinzip: Triterpene als Leitsubstanzen

Gotu Kola verdankt seinen Ruf einer Gruppe sekundärer Pflanzenstoffe: den Triterpenen. Sie sind die Leitsubstanzen der Pflanze und stehen im Zentrum sowohl der Kosmetik- als auch der pflanzlichen Grundlagenforschung.

  • Triterpen-Saponine: Asiaticosid und Madecassosid – die charakteristischen Leitstoffe der Pflanze.
  • Triterpen-Säuren: Asiatsäure und Madecassinsäure – gemeinsam mit den Saponinen oft als „TECA“ zusammengefasst.
  • Flavonoide: Quercetin und Kämpferol – antioxidative Begleitstoffe der Pflanze.

Der Buchstaben-Cocktail auf Kosmetik-Etiketten – TECA, TTFCA, „Centella-Extrakt“, „Cica“ – meint im Kern immer dasselbe: einen auf die vier charakteristischen Triterpene eingestellten Auszug. Je höher und definierter der Triterpen-Gehalt, desto besser lässt sich ein Produkt einordnen und mit anderen vergleichen. Bei unstandardisierten Rohpulvern schwankt der Gehalt dagegen erheblich – abhängig von Standort, Erntezeit und Trocknung der Pflanze. Für dich als Käufer heißt das ganz praktisch: Der deklarierte Triterpen-Gehalt sagt oft mehr aus als der bloße Pflanzenname auf der Verpackung.

Einnahme, Dosierung und Qualität

Gotu Kola gibt es zur innerlichen Anwendung als Pulver, Extrakt-Kapseln und Tinktur, äußerlich in Cremes und Seren. Steigst du innerlich ein, zählen vor allem vier Punkte:

  • Botanik prüfen: Centella asiatica auf dem Etikett – nicht mit Bacopa monnieri verwechseln.
  • Standardisierung: ein definierter Triterpen-Gehalt sichert gleichbleibende Qualität von Charge zu Charge.
  • Herkunft und Laborprüfung: Gotu Kola wächst an feuchten, teils belasteten Böden – eine Prüfung auf Schwermetalle wie Blei und Cadmium ist deshalb Pflicht, nicht Kür.
  • Bio-Qualität: transparente Herkunft und biologischer Anbau sind zusätzliche Qualitätsmerkmale, auf die sich achten lässt.

Wer beim Etikett genau hinschaut, erkennt schnell den Unterschied zwischen einem sauber deklarierten, standardisierten Extrakt und einem bloßen Rohpulver ohne jede Angabe. Ob Kapsel, Pulver oder Tinktur besser zu dir passt, ist am Ende Geschmackssache und eine Frage der Alltagstauglichkeit. Bei traditionellen Kräutern wie diesem wird zudem oft in Kuren gedacht statt in Dauereinnahme: eine zeitlich begrenzte Anwendung, gefolgt von einer Pause, statt einer endlosen Einnahme ohne Unterbrechung.

Wichtig für bestimmte Situationen: In Schwangerschaft und Stillzeit, bei Lebererkrankungen sowie bei gleichzeitiger Einnahme von Medikamenten gehört die Anwendung vorab in ärztliche Hände. Vereinzelt wurden Empfindlichkeitsreaktionen berichtet – ein guter Grund, bei bestehenden Erkrankungen erst Rücksprache zu halten, bevor du das Kraut in deine Routine aufnimmst.

Was die Forschung untersucht

Das Forschungsinteresse an Gotu Kola konzentriert sich auf die Triterpene und läuft im Wesentlichen auf zwei Spuren. Die erste: Haut und Bindegewebe. Hier wird untersucht, wie Asiaticosid und Madecassosid mit Kollagen und Hautzellen interagieren – ein wiederkehrendes Thema der dermatologischen Forschung. Die zweite Spur: das Nervensystem und die kognitive Forschung, wo die traditionelle Rasayana-Nutzung wissenschaftlich unter die Lupe genommen wird. Beide Richtungen knüpfen im Kern an dieselbe Frage an: Was leisten die Triterpene tatsächlich, jenseits der reinen Überlieferung?

Eine Trennung ist dabei entscheidend: Der Großteil der beachteten Forschung bezieht sich auf die topische, also auf die Haut aufgetragene Anwendung. Diese Erkenntnisse lassen sich nicht einfach auf die Kapsel übertragen – was durch die Haut wirkt, verhält sich im Verdauungstrakt anders. Wer Cica-Studien liest und daraus Schlüsse für die innerliche Einnahme zieht, vergleicht zwei unterschiedliche Dinge.

Ehrlich eingeordnet

Gesichert: Gotu Kola ist eines der traditionsreichsten Kräuter aus Ayurveda und TCM, mit einem gut charakterisierten Triterpen-Profil und einer breiten Anwendung, innerlich wie äußerlich, seit Jahrhunderten. Offen: Belastbare Wirknachweise am Menschen für konkrete innerliche Ziele sind begrenzt. Ein Großteil der Forschung betrifft die Haut, nicht die Kapsel, und ein Teil der Erkenntnisse stammt aus Labor- und Tierstudien statt aus großen Humanstudien.

Zur Einordnung gehört ein Fakt dazu: Nach EU-Recht sind für Gotu Kola aktuell keine gesundheitsbezogenen Aussagen zugelassen. Das ändert nichts an Tradition, Inhaltsstoffen oder Forschungsinteresse – es bedeutet nur, dass wir hier die Fakten sprechen lassen statt Heilversprechen zu machen. Genau das unterscheidet einen ehrlichen Blick auf Naturstoffe von reinem Marketing: Tradition und Forschungsinteresse werden benannt, ohne sie zu etwas aufzublasen, das sie nicht sind. Wer Gotu Kola nutzt, tut das im Rahmen einer langen, gut dokumentierten Kräutertradition und mit einem klaren Blick auf das, was belegt ist und was noch offen bleibt.

Passende Produkte von Scheunengut

Ein eigenes Gotu-Kola-Präparat führen wir aktuell nicht im Sortiment. Wer sich für traditionsreiche Kräuter rund um Gehirn und Nerven interessiert, wird in unserer entsprechenden Kategorie fündig. Auch das verwandte Kraut Bacopa monnieri, im Ayurveda ebenfalls manchmal „Brahmi“ genannt, lohnt in diesem Zusammenhang einen Blick – gerade weil die beiden Pflanzen so oft verwechselt werden. So findest du auch ohne eigenes Gotu-Kola-Präparat einen fundierten Einstieg in pflanzliche Optionen mit vergleichbarer Tradition.

Häufige Fragen (FAQ)

Ist Gotu Kola dasselbe wie Brahmi?

Nicht unbedingt. Der Name „Brahmi“ wird im Ayurveda mehrdeutig verwendet – mal für Centella asiatica (Gotu Kola), mal für die andere Pflanze Bacopa monnieri. Achte beim Kauf auf den lateinischen Namen: Steht dort Centella asiatica, hast du Gotu Kola vor dir.

Warum heißt Gotu Kola auch „Tigergras“?

Der Legende nach sollen sich verletzte Tiger in der Pflanze gewälzt haben – daher der volkstümliche Name „Tigergras“. Weitere Beinamen sind „Mandukaparni“ oder schlicht „Centella“. Verlässlich und botanisch eindeutig bleibt aber allein die Bezeichnung Centella asiatica auf dem Etikett.

Was bedeutet „Cica“ in der Hautpflege?

„Cica“ ist eine Abkürzung, die auf Centella asiatica zurückgeht. In der koreanischen K-Beauty bezeichnet sie Produkte mit Centella-Extrakt – dieselbe Pflanze wie Gotu Kola, nur zur äußerlichen, auf die Haut aufgetragenen Anwendung statt zur Einnahme.

Kann man Erkenntnisse aus Hautcremes auf Kapseln übertragen?

Nein. Der Großteil der beachteten Centella-Forschung bezieht sich auf die topische Anwendung auf der Haut. Was durch die Haut wirkt, verhält sich im Verdauungstrakt völlig anders. Innerliche und äußerliche Anwendung gehören deshalb strikt getrennt betrachtet – wer innerlich einsteigen möchte, orientiert sich besser an Erfahrungen zur oralen Einnahme als an Kosmetik-Werbung.

Worauf sollte ich bei der Qualität von Gotu Kola achten?

Auf den lateinischen Namen Centella asiatica, einen standardisierten Triterpen-Gehalt und eine Laborprüfung auf Schwermetalle wie Blei und Cadmium – denn die Pflanze wächst an feuchten, teils belasteten Böden. Bio-Qualität und transparente Herkunft sind zusätzliche Pluspunkte, die für ein hochwertiges Präparat sprechen. Achte außerdem darauf, ob ein Produkt für die innerliche Einnahme oder nur für die äußerliche Anwendung gedacht ist – beide Welten folgen eigenen Qualitätsmaßstäben.

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Gesundheitshinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Bei gesundheitlichen Beschwerden, in Schwangerschaft und Stillzeit oder bei der Einnahme von Medikamenten halte bitte Rücksprache mit einer Ärztin oder einem Arzt. So entstehen unsere Ratgeber →

Quellen

  1. Nahrungsergänzungsmittel - ja oder nein — Verbraucherzentrale
  2. Health assessment of food supplements — Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)
  3. Bunte Pillen für's gute Gewissen – Was bringen Nahrungsergänzungsmittel? — Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE)
  4. Food supplements — European Food Safety Authority (EFSA)
Scheunengut Redaktion