Lungenkraut selbst verträgst du in aller Regel gut. Der eigentliche Sicherheitspunkt liegt in der Pflanzenfamilie: Raublattgewächse können Pyrrolizidinalkaloide (PA) enthalten, die in hohen, dauerhaften Mengen die Leber belasten können. Bei einem laborgeprüften EU-Präparat, das du kurweise statt endlos nimmst, ist das Risiko gering.
Lungenkraut hat einen guten Ruf als sanftes Kraut für die kalte Jahreszeit – und der stimmt. Trotzdem stößt du bei der Recherche fast automatisch auf einen Fachbegriff, der beunruhigender klingt, als er bei einem geprüften Präparat tatsächlich ist: Pyrrolizidinalkaloide, kurz PA. Die kurze Antwort vorweg: Lungenkraut selbst verträgst du in aller Regel problemlos. Der eigentliche Sicherheitspunkt liegt nicht in der Pflanze allein, sondern in ihrer Familie – und genau darum geht es hier: was PA wirklich bedeuten, wer beim Griff zu Lungenkraut vorsichtiger sein sollte und woran du ein sicheres, geprüftes Präparat erkennst. Weil es hier um Sicherheit geht, bekommst du das vollständig – ohne Beschönigung, aber auch ohne unnötige Dramatik.
Was ist Lungenkraut?
Lungenkraut (botanisch Pulmonaria officinalis) ist eine heimische Wildstaude aus der Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae): weiß gefleckte, rau behaarte Blätter, Blüten, die von Rosa zu Blau wechseln. Den Namen verdankt es nicht der Lunge im medizinischen Sinn, sondern der alten Signaturenlehre – die hellen Blattflecken erinnerten früher an einen Lungenflügel, eine symbolische Deutung, kein Wirknachweis. Verwendet werden die oberirdischen Pflanzenteile, meist als Pulver oder Extrakt in Kapseln. Traditionell gehört Lungenkraut in Kräutermischungen rund um Hals und Rachen, dank Schleimstoffen, die die Schleimhäute umhüllen, dazu Kieselsäure, Flavonoide und Gerbstoffe. Eine wissenschaftlich bewiesene Wirkung steht dahinter nicht, nur diese lange Kräutertradition.
Mögliche Nebenwirkungen
Lungenkraut selbst vertragen die meisten Menschen gut. Die Schleim- und Gerbstoffe können in seltenen Fällen einen flauen Magen verursachen, wenn du sehr hoch dosierst – das ist im Regelfall schon die ganze Liste an direkten Nebenwirkungen.
Der eigentliche Sicherheitspunkt liegt woanders: Lungenkraut gehört zu den Raublattgewächsen (Boraginaceae), und diese Pflanzenfamilie kann Pyrrolizidinalkaloide (PA) bilden – Naturstoffe, die manche Pflanzen im Lauf der Evolution als eigenen Fraßschutz entwickelt haben. Das betrifft nicht nur Lungenkraut, sondern ganze Pflanzenfamilien: Dieselbe Vorsicht gilt zum Beispiel für bestimmte Kräutertees, Borretsch oder Honig aus manchen Regionen. In höheren Mengen und bei dauerhafter Aufnahme stehen PA im Verdacht, die Leber zu belasten; für einige Vertreter wurde in Tierversuchen zusätzlich ein erbgutveränderndes Potenzial nachgewiesen. Für PA gilt deshalb grundsätzlich: so wenig wie möglich, nicht „bis zu einer Grenze unbedenklich“. Zur Einordnung: Die wenigen dokumentierten schweren Vergiftungsfälle weltweit gehen praktisch immer auf massiv verunreinigtes Getreide oder unregulierte Wildkräuter-Tees zurück, nicht auf geprüfte Nahrungsergänzungsmittel aus dem Handel.
Für dich als Käufer zählt vor allem die Qualität des Präparats. Seriöse Hersteller lassen jede Charge unabhängig im Labor auf PA prüfen, bevor sie verkauft wird. Seit Juli 2022 gilt in der EU zusätzlich ein gesetzlicher Höchstwert von 400 Mikrogramm PA pro Kilogramm für pflanzliche Nahrungsergänzungsmittel, den Ware im Handel einhalten muss – eine relativ junge Vorschrift, die ein wild am Wegrand gepflücktes Lungenkraut naturgemäß nie durchläuft. Ein geprüftes Kapsel-Präparat schon. Zeigt ein Anbieter seinen Laborbericht nicht von sich aus, frag aktiv danach.
Wer besonders vorsichtig sein sollte
Für die meisten gesunden Erwachsenen, die ein geprüftes Lungenkraut-Präparat kurweise nehmen, spielt PA in der Praxis kaum eine Rolle: Die Mengen in einem labgeprüften Kapsel-Komplex liegen im Mikrogramm-Bereich, weit unter dem, was bei den alten Vergiftungsfällen durch verunreinigte Wildkräuter oder Tees eine Rolle spielte. Anders gesagt: Du müsstest über sehr lange Zeit unrealistisch große Mengen eines geprüften Präparats zu dir nehmen, damit PA daraus überhaupt praktisch relevant würden.
Genauer hinschauen solltest du, wenn du Lungenkraut über viele Monate durchgehend nimmst, oder wenn du mehrere PA-relevante Kräuter parallel kombinierst – etwa verschiedene Kräutertees zusätzlich zu einem Kapsel-Präparat, dann addiert sich die Gesamtmenge. Auch bei einer bestehenden Lebererkrankung oder wenn du regelmäßig Medikamente nimmst, die über die Leber abgebaut werden, lohnt sich grundsätzliche Zurückhaltung bei PA-relevanten Pflanzen – das gilt für die ganze Pflanzenfamilie, nicht nur für Lungenkraut. Für Kinder, Schwangere und Stillende fehlen ausreichende Sicherheitsdaten: Hier gilt Einnahme nur nach Rücksprache mit Ärztin, Arzt oder Hebamme.
Kein Thema ist Lungenkraut dagegen für alle, die einfach ein traditionelles Kraut für ihre Routine rund um die kalte Jahreszeit suchen und dafür ein Präparat mit Labornachweis wählen.
Worauf du beim Kauf achten solltest
Eine allgemeingültige Lungenkraut-Dosis gibt es mangels einheitlicher Monographie nicht – richte dich nach der Angabe auf deiner Packung, sie schwankt je nach Extraktkonzentration und Rezeptur. Nimm Kapseln mit ausreichend Flüssigkeit, am besten zu einer Mahlzeit, wenn dein Magen empfindlich reagiert; bei einem Komplex mit mehreren Kräutern für die Erkältungszeit ist eine über den Tag verteilte Einnahme oft sinnvoll, wenn die Packung das vorsieht. Nimm dein Präparat kurweise statt endlos durch: einige Wochen, dann eine Pause von ein bis zwei Wochen, bevor du erneut startest – so hältst du deine PA-Aufnahme automatisch gering, ohne auf Lungenkraut in der kalten Jahreszeit verzichten zu müssen. Auf selbst gesammeltes oder loses, ungeprüftes Lungenkraut verzichtest du besser: Ohne Laboranalyse kennst du den tatsächlichen PA-Gehalt nicht, und Verwechslungen mit anderen Wildpflanzen sind ein zusätzliches Risiko.
Bei Lungenkraut ist die Kaufentscheidung direkt eine Sicherheitsentscheidung. Darauf solltest du achten:
- PA-geprüfte Charge: Jede Charge sollte unabhängig im Labor auf Pyrrolizidinalkaloide geprüft sein. Frag beim Hersteller nach dem aktuellen Laborbericht – ein Anbieter mit reinem Gewissen zeigt ihn dir ohne Umschweife.
- Kontrollierter Anbau statt Wildsammlung: Rohware aus definiertem Anbau lässt sich rückverfolgen und gezielt kontrollieren, wild gesammeltes Material nicht.
- Lungenkraut an erster Stelle der Zutatenliste: Zutaten stehen nach Menge absteigend sortiert. Steht Lungenkraut vorne, ist es Haupt- statt Alibi-Bestandteil.
- Herkunft transparent: Herstellung in Deutschland oder der EU bedeutet engmaschigere Kontrollen als bei Importware von außerhalb der EU.
- Sinnvolle Begleitstoffe: Vitamin C, B2 oder Selen ergeben Sinn, weil sie nachweislich zur normalen Funktion des Immunsystems beitragen.
- Kapselhülle ohne unnötige Zusätze: Pflanzliche Hüllen aus Hydroxypropylmethylcellulose sind vegan – achte zusätzlich auf Verzicht auf Carrageen und PEG.
- Preis pro Tagesdosis statt Packungspreis: Rechne den Packungspreis auf die Tagesdosis um, bevor du vergleichst – eine große Dose wirkt günstig, kann pro Portion aber teurer sein als eine kleinere mit höherer Konzentration.
Ehrlich eingeordnet
Die PA-Vorsicht bei Raublattgewächsen ist real, betrifft aber in erster Linie unkontrollierte Quellen: stark verunreinigtes Wildmaterial, unregulierte Kräutertees oder Nahrungsergänzungsmittel ohne Laborkontrolle. Für ein in der EU hergestelltes, chargengeprüftes Lungenkraut-Präparat, das du kurweise statt endlos nimmst, ist das Risiko nach heutigem Kenntnisstand gering. Genau deshalb lohnt sich der Blick auf Herkunft und Laborbericht mehr als jede pauschale Beruhigung – Sicherheit entsteht hier durch Kontrolle, nicht durch Zuversicht.
Was wir damit nicht sagen: dass PA in jeder Menge unbedenklich sind. Beim Krebsrisiko lässt sich schlicht keine sichere Grenze festlegen, deshalb gilt grundsätzlich so wenig wie nötig. Nimm Lungenkraut für das, was es ist: ein traditionelles Kraut mit gutem Sicherheitsprofil, wenn Herkunft und Laborprüfung stimmen – kein Grund zur Sorge, aber auch kein Freifahrtschein für unbegrenzte Mengen.
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Unser Lungenkraut-Komplex bündelt Lungenkraut als Hauptbestandteil mit 13 weiteren Kräutern wie Salbei, Pfefferminze und Baikal-Helmkraut, ergänzt um Vitamin C, B2 und Selen – hergestellt in Deutschland und laborgeprüft, bevor er dich erreicht. Die Chargenprüfung, die beim Sicherheitsthema PA zählt, gehört bei uns zum Standard, nicht zur Ausnahme. Den aktuellen Laborbericht bekommst du auf Anfrage.
Häufige Fragen (FAQ)
Welche Nebenwirkungen kann Lungenkraut haben?
Direkte Nebenwirkungen sind selten – in Einzelfällen ein flauer Magen bei sehr hoher Dosierung. Der eigentliche Sicherheitspunkt ist nicht die Pflanze selbst, sondern mögliche Pyrrolizidinalkaloide (PA), die bei Raublattgewächsen als Familie vorkommen können. Deshalb zählt bei Lungenkraut vor allem die Laborprüfung der Charge.
Enthält Lungenkraut Pyrrolizidinalkaloide (PA)?
Lungenkraut gehört zur Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae), die PA bilden kann – ein Familienmerkmal, kein Beweis für hohe Gehalte in jeder einzelnen Pflanze oder jedem Präparat. Ein unabhängiger Laborbericht zeigt dir den tatsächlichen Gehalt deines konkreten Produkts.
Ist Lungenkraut schädlich für die Leber?
Bei einem geprüften, chargenkontrollierten Präparat in üblicher Dosierung ist das unwahrscheinlich. Anders sieht es bei hohen, unkontrollierten PA-Mengen aus, etwa aus stark verunreinigtem Wildmaterial: Die können die Leber belasten. Deshalb sind Laborprüfung und eine kurweise statt endlose Einnahme die entscheidenden Sicherheitsfaktoren.
Wie lange darf ich Lungenkraut am Stück einnehmen?
Am besten kurweise: einige Wochen nehmen, dann ein bis zwei Wochen Pause, bevor du erneut startest. Eine feste Obergrenze gibt es nicht – die Pause folgt einfach dem Grundsatz, PA-relevante Pflanzen so sparsam wie sinnvoll einzusetzen.
Ist Lungenkraut in Schwangerschaft und Stillzeit sicher?
Dafür fehlen ausreichende Sicherheitsdaten, deshalb wird in dieser Zeit von einer Einnahme auf eigene Faust abgeraten. Sprich die Einnahme vorher mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder deiner Hebamme ab.
Worauf muss ich beim Kauf von Lungenkraut-Präparaten achten?
Am wichtigsten ist eine unabhängige Laborprüfung der Charge auf PA, dazu Herstellung in der EU, kontrollierter statt wild gesammelter Anbau und Lungenkraut an erster Stelle der Zutatenliste. Frag im Zweifel aktiv nach dem Laborbericht.
Gesundheitshinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Bei gesundheitlichen Beschwerden, in Schwangerschaft und Stillzeit oder bei der Einnahme von Medikamenten halte bitte Rücksprache mit einer Ärztin oder einem Arzt. So entstehen unsere Ratgeber →
Quellen
- Fragen und Antworten zu Pyrrolizidinalkaloiden in Lebensmitteln — Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), 2022
- Risks for human health related to the presence of pyrrolizidine alkaloids in honey, tea, herbal infusions and food supplements — EFSA Journal, 2017
- Verordnung (EU) 2020/2040 zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 1881/2006 hinsichtlich Höchstgehalten an Pyrrolizidinalkaloiden — EUR-Lex, Amtsblatt der Europäischen Union, 2020
- Code of Practice zur Vermeidung und Verringerung der Kontamination pflanzlicher Nahrungsergänzungsmittel mit Pyrrolizidinalkaloiden — Lebensmittelverband Deutschland, Arbeitskreis Nahrungsergänzungsmittel, 2020
- Assessment of Antioxidant Activity and Dose-Dependent Effect on Genotoxicity/Antigenotoxicity of Pulmonaria officinalis Ethanolic Extract — Pharmaceutics (MDPI), 2025

















