Magnesium ist an über 300 Stoffwechselvorgängen im Körper beteiligt – kein Wunder, dass es zu den beliebtesten Nahrungsergänzungsmitteln überhaupt zählt. Doch im Regal stehen unzählige Formen zur Auswahl. Zwei tauchen dabei immer wieder auf: Magnesiumbisglycinat und Magnesiumcitrat. Welche Form ist die richtige für dich? Dieser Ratgeber vergleicht beide ehrlich und hilft dir bei der Entscheidung.
Das Wichtigste in Kürze
- Magnesiumbisglycinat ist besonders magenfreundlich und wird sehr gut vertragen – eine gute Wahl, wenn du empfindlich reagierst oder Magnesium am Abend einnehmen möchtest.
- Magnesiumcitrat ist gut bioverfügbar und kann in höherer Dosierung verdauungsanregend wirken – praktisch, wenn du genau das suchst.
- Beide Formen sind organisch gebunden und dem günstigen Magnesiumoxid in der Aufnahme meist überlegen.
- Die „beste“ Form hängt von deinem Ziel und deiner Verträglichkeit ab – nicht von einem einzelnen Laborwert.
Warum die Magnesium-Form überhaupt wichtig ist
Magnesium trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel, zur normalen Muskelfunktion und zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei (offiziell in der EU zugelassene Health-Claims). Damit dein Körper das Magnesium aber nutzen kann, muss er es zunächst aufnehmen – und genau hier kommt die chemische Verbindung ins Spiel, an die das Magnesium gebunden ist.
Diese Bindung beeinflusst zwei Dinge: wie gut der Körper das Magnesium aufnehmen kann (die Bioverfügbarkeit) und wie gut du das Präparat verträgst. Als Faustregel gilt: organisch gebundene Formen wie Bisglycinat oder Citrat werden in der Regel besser aufgenommen als anorganische Formen wie Magnesiumoxid – auch wenn Oxid pro Milligramm mehr „elementares“ Magnesium enthält.
Magnesiumbisglycinat: die sanfte, gut verträgliche Form
Beim Bisglycinat ist Magnesium an zwei Moleküle der Aminosäure Glycin gebunden – ein sogenanntes Chelat. Diese stabile Bindung macht die Form besonders magenfreundlich: Sie wird auch von empfindlichen Menschen meist sehr gut vertragen und hat – anders als manche andere Formen – kaum einen abführenden Effekt.
Genau deshalb greifen viele Menschen abends zu Bisglycinat. Magnesium trägt zu einer normalen Funktion des Nervensystems und zur normalen psychischen Funktion bei – beides ebenfalls zugelassene EU-Aussagen. Reines Magnesiumbisglycinat ist damit eine unkomplizierte Allround-Form für die tägliche Versorgung.
Magnesiumcitrat: gut verfügbar und verdauungsaktiv
Beim Citrat ist Magnesium an Citrat gebunden, das Salz der Zitronensäure. Auch diese Form ist gut bioverfügbar. Ihre Besonderheit: In höherer Dosierung wirkt Citrat osmotisch und kann die Verdauung anregen bzw. leicht abführend wirken. Für manche ist das ein unerwünschter Nebeneffekt – andere nutzen ihn ganz bewusst, etwa bei träger Verdauung.
Citrat ist daher eine interessante Wahl, wenn du eine gut verfügbare Form suchst und den verdauungsanregenden Effekt entweder in Kauf nimmst oder gezielt möchtest.
Bisglycinat vs. Citrat: der direkte Vergleich
| Eigenschaft | Magnesiumbisglycinat | Magnesiumcitrat | Magnesiumoxid (zum Vergleich) |
|---|---|---|---|
| Bindung | an Aminosäure Glycin (Chelat) | an Zitronensäure (organisch) | anorganisch |
| Bioverfügbarkeit | hoch | hoch | niedrig |
| Magenverträglichkeit | sehr gut | gut; abführend bei hoher Dosis | oft abführend |
| Elementarer Magnesium-Anteil | niedriger | mittel | hoch (aber schlecht verfügbar) |
| Typischer Einsatz | Abend, empfindlicher Magen, tägliche Versorgung | Verdauung, Sport | günstige Basisversorgung |
Welche Form passt zu welchem Ziel?
Für Muskeln & Sport
Magnesium trägt zur normalen Muskelfunktion, zum Elektrolytgleichgewicht und zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei. Beide Formen eignen sich hier gut. Wer viel schwitzt, kann Citrat schätzen; wer empfindlich ist, greift zu Bisglycinat.
Für die Abendroutine
Weil Bisglycinat mild ist und Glycin enthält, ist es die typische Wahl für die Einnahme am Abend. Magnesium trägt zur normalen Funktion des Nervensystems bei.
Für die Verdauung
Hier spielt Citrat seine Stärke aus: Der leicht abführende Effekt in höherer Dosierung kann gezielt genutzt werden.
Bei empfindlichem Magen
Bisglycinat ist die sanfteste der gängigen Formen und meist die beste Wahl, wenn andere Präparate dir auf den Magen schlagen.
Dosierung & Einnahme
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) nennt als Schätzwert für eine angemessene tägliche Gesamtzufuhr rund 300 mg (Frauen) bis 350 mg (Männer) – über die Ernährung und, bei Bedarf, ergänzend. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt, über Nahrungsergänzungsmittel nicht mehr als 250 mg Magnesium pro Tag zuzuführen, idealerweise auf mehrere Portionen verteilt – das verbessert die Aufnahme und schont den Magen.
Entscheidend ist immer der elementare Magnesiumgehalt, nicht das Gewicht der Verbindung. Ein Blick auf die Nährwertangaben lohnt sich also.
Hinweis: Nahrungsergänzungsmittel ersetzen keine ausgewogene Ernährung und gesunde Lebensweise. Wenn du Medikamente einnimmst, schwanger bist oder eine eingeschränkte Nierenfunktion hast, sprich die Einnahme bitte vorab mit deiner Ärztin oder deinem Arzt ab.
Worauf du bei der Qualität achten solltest
- Elementarer Gehalt: Wie viel reines Magnesium steckt pro Tagesdosis drin?
- Reine Rezeptur: möglichst ohne unnötige Zusatz- und Trennmittel.
- Laborgeprüft & transparent: nachvollziehbare Herkunft und Prüfung.
- Herstellung in Deutschland: kurze Wege, klare Standards.
Wer mehrere Magnesiumquellen kombinieren möchte, findet bei Scheunengut auch einen Magnesium-Komplex aus vier Magnesiumquellen – praktisch, wenn du die Vorteile verschiedener Formen bündeln willst.
Häufige Fragen (FAQ)
Ist Bisglycinat oder Citrat besser?
Keine Form ist pauschal „besser“. Beide sind gut bioverfügbar. Bisglycinat ist besonders magenfreundlich, Citrat kann die Verdauung anregen. Entscheidend sind dein Ziel und deine Verträglichkeit.
Welches Magnesium ist am besten verträglich?
Magnesiumbisglycinat gilt als eine der am besten verträglichen Formen, da es kaum abführend wirkt.
Welches Magnesium wirkt abführend?
Magnesiumcitrat kann in höherer Dosierung leicht abführend wirken. Magnesiumoxid ebenfalls, bei zugleich niedrigerer Bioverfügbarkeit.
Wann sollte man Magnesium einnehmen?
Grundsätzlich flexibel. Viele bevorzugen die Einnahme am Abend. Die Aufnahme verbessert sich, wenn du die Tagesmenge auf mehrere Portionen verteilst.
Kann man Bisglycinat und Citrat kombinieren?
Ja. Kombiprodukte oder Komplexe nutzen genau das, um verschiedene Eigenschaften zu vereinen – achte dabei auf die Gesamtmenge an elementarem Magnesium.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung.








