Kurz erklärt

Mikronährstoffe ist der Sammelbegriff für Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Anders als die Makronährstoffe Kohlenhydrate, Fett und Eiweiß liefern sie keine Energie, sondern werden nur in Milligramm- bis Mikrogramm-Mengen gebraucht – und sind trotzdem Voraussetzung für praktisch jeden Stoffwechselprozess, von der Blutbildung bis zur Nervenfunktion.

Mehr als 20 Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente halten deinen Stoffwechsel jeden Tag am Laufen – vom Sauerstofftransport im Blut bis zur Reizweiterleitung zwischen deinen Nervenzellen. Trotzdem dreht sich die meiste Aufmerksamkeit um einzelne Stoffe: Magnesium hier, Vitamin D dort. Dieser Ratgeber liefert dir das große Ganze. Du erfährst, was Mikronährstoffe von Makronährstoffen unterscheidet, wie die wichtigsten Gruppen zusammenhängen und für wen sich ein genauerer Blick besonders lohnt.

Was sind Mikronährstoffe?

Mikronährstoffe ist der Sammelbegriff für Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Der Name verrät schon den Unterschied zu den Makronährstoffen Kohlenhydrate, Fett und Eiweiß: Von denen brauchst du täglich Gramm bis hunderte Gramm, weil sie Energie liefern und Baumaterial für Muskeln, Organe und Zellen sind. Von Mikronährstoffen reichen Milligramm, bei manchen sogar nur Mikrogramm – tausendstel Gramm. Trotzdem sind sie kein Beiwerk. Makronährstoffe liefern Rohstoff und Energie, Mikronährstoffe sorgen dafür, dass dein Körper beides überhaupt verwerten kann. Ohne B-Vitamine etwa bleibt die Energie aus Kohlenhydraten und Fett teilweise ungenutzt, weil zentrale Enzyme im Stoffwechsel ohne sie nicht arbeiten. Winzige Menge, große Wirkung – das ist der rote Faden durch das ganze Thema.

Wie Mikronährstoffe im Körper wirken

Vitamine teilen sich in zwei Lager, und diese Einteilung entscheidet über die Einnahme. Fettlösliche Vitamine – A, D, E und K – brauchst du zusammen mit etwas Fett, damit sie über den Darm aufgenommen werden, dafür legt dein Körper von ihnen einen Speicher an. Wasserlösliche Vitamine – der komplette B-Komplex sowie Vitamin C – lösen sich in Wasser, werden kaum gespeichert und über die Nieren wieder ausgeschieden, sobald mehr da ist als gebraucht wird. Deshalb zählt hier die regelmäßige, möglichst tägliche Zufuhr. Wie sich alle 13 Vitamine im Einzelnen einordnen, zeigt dir unser großer Überblick über alle Vitamine.

Bei Mineralstoffen läuft die Einteilung nach Menge, nicht nach Wichtigkeit. Mengenelemente wie Calcium, Magnesium, Kalium und Natrium braucht dein Körper in Milligramm- bis Gramm-Mengen täglich. Spurenelemente wie Eisen, Zink, Jod, Selen, Kupfer, Mangan und Chrom reichen dagegen schon in Mikrogramm bis wenigen Milligramm. Der Unterschied ist rein die Dosis: Jod wird nur in winzigen Mengen gebraucht, ist für die Schilddrüsenhormone aber genauso unverzichtbar wie das reichlich vorkommende Calcium für den Knochenbau. Magnesium trägt zur normalen Muskelfunktion bei, Eisen zur normalen Bildung roter Blutkörperchen, Jod zu einer normalen Schilddrüsenfunktion – drei zugelassene Aussagen von vielen. Den kompletten Rundgang durch alle Mengen- und Spurenelemente findest du in unserem Mineralstoff-Überblick.

Mikronährstoffe wirken zudem nie komplett isoliert. Manche konkurrieren um dieselben Aufnahmewege im Darm – Zink und Kupfer etwa, oder Calcium und Eisen –, weshalb es sich lohnt, sie zeitversetzt einzunehmen, wenn du beide gezielt und dauerhaft ergänzt. Andere verstärken sich: Vitamin C erhöht die Eisenaufnahme aus pflanzlicher Nahrung spürbar, und Vitamin D, K2 und Calcium arbeiten am Knochenstoffwechsel Hand in Hand. Du musst dir nicht jedes einzelne Paar merken – das Prinzip reicht: Bei mehreren Präparaten lohnt ein kurzer Blick, ob zwei Stoffe sich in die Quere kommen oder sich ergänzen. Die einzelnen Kombinationen erklären wir dir Stoff für Stoff in unseren Detail-Ratgebern.

Für wen ist das interessant?

Nicht jeder braucht jeden Mikronährstoff zusätzlich – eine ausgewogene Ernährung deckt vieles gut ab. Es gibt aber Situationen, in denen der Bedarf steigt oder die Zufuhr über die Nahrung allein schwieriger wird:

  • Vegane und vegetarische Ernährung: Vitamin B12 kommt praktisch nur aus tierischen Lebensmitteln, auch Eisen, Jod und Zink verdienen einen bewussteren Blick, weil pflanzliche Formen schlechter aufgenommen werden.
  • Ältere Menschen: Die Aufnahme von Vitamin B12 über den Magen lässt mit den Jahren nach, unabhängig von der Ernährung – ein Grund, warum der Bedarf ab 50 anders aussieht als mit 25.
  • Schwangere und Stillende: Folat, Jod und Eisen laufen in dieser Zeit auf erhöhtem Niveau – hier zählt ausdrücklich die Abstimmung mit Frauenarzt oder Hebamme, nicht die Selbstdosierung.
  • Sportler: Wer viel schwitzt und hart trainiert, verliert über den Schweiß Elektrolyte wie Magnesium, Natrium und Kalium – und hat durch den höheren Energieumsatz auch einen höheren Bedarf an einigen B-Vitaminen.
  • Stark kalorienreduzierte Diäten: Wer über längere Zeit deutlich weniger isst, nimmt automatisch weniger von allem auf – Mikronährstoffe eingeschlossen, selbst wenn die Ernährung an sich ausgewogen ist.

Ob bei dir tatsächlich eine Lücke besteht, sagt dir am Ende nur ein Bluttest beim Arzt. Die Situationen oben sind Gründe, genauer hinzuschauen – keine Diagnose auf Verdacht.

Einnahme & Dosierung

Pauschale Dosierungen gibt es bei Mikronährstoffen nicht – zu unterschiedlich sind die Stoffe und ihr Bedarf. Ein paar Grundregeln gelten trotzdem für fast alle. Nimm fettlösliche Vitamine zu einer Mahlzeit mit etwas Fett ein, sonst bleibt ein Großteil ungenutzt im Darm. Wasserlösliche Vitamine und die meisten Mineralstoffe verträgst du dagegen unabhängig von einer Mahlzeit, auch wenn empfindliche Mägen sie zum Essen oft besser vertragen.

Bei mehreren Präparaten gleichzeitig zählt vor allem eines: die Übersicht behalten. Rechne zusammen, wie viel du von jedem Stoff insgesamt zuführst, wenn sich zum Beispiel ein Kombipräparat und ein Einzelpräparat beim selben Mikronährstoff überschneiden. Halte dich an die empfohlene Tagesdosis auf dem Etikett statt am Bauchgefühl zu dosieren – das gilt besonders für Spurenelemente wie Selen und Jod, bei denen der Abstand zwischen sinnvoller und zu hoher Zufuhr eng ist. Kombinierst du zwei Stoffe, die sich bei der Aufnahme in die Quere kommen, hilft schon ein zeitlicher Abstand von ein paar Stunden.

Worauf du beim Kauf achten solltest

Drei Dinge entscheiden, ob ein Präparat hält, was es verspricht: Form, Dosierung und Deklaration. Bei Mineralstoffen und Spurenelementen werden organische Verbindungen wie Citrate oder Bisglycinate meist besser aufgenommen und vertragen als anorganische Formen wie Oxide, die zwar viel Element pro Kapsel liefern, aber schlechter löslich sind. Bei Vitaminen lohnt der Blick auf die aktive Form – etwa Methylcobalamin statt der günstigeren, aber schwerer verwertbaren Ausgangsform bei B12.

Ein seriöses Etikett nennt den Gehalt pro Tagesdosis in Milligramm oder Mikrogramm, nicht nur den Hinweis „enthält Zink“ ohne Zahl. Prüfe außerdem, ob sich die Dosierung an anerkannten Tageswerten orientiert oder weit darüber liegt, ohne dass das begründet wird. Wer mehrere Mikronährstoffe gleichzeitig abdecken will, wählt zwischen einem breiten Kombipräparat und gezielten Einzelpräparaten für die Stoffe, bei denen wirklich eine Lücke feststeht – Einzelpräparate sind meist die präzisere, aber auch aufwendigere Lösung.

Ehrlich eingeordnet

Dass Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente für den Körper unverzichtbar sind, ist gesichertes Grundlagenwissen – dafür gibt es die zugelassenen EU-Aussagen, keine Marketingfloskeln. Genauso klar ist aber: Eine abwechslungsreiche Ernährung deckt bei den meisten Menschen die meisten Mikronährstoffe gut ab. Nicht jeder braucht jeden Stoff zusätzlich, und „viel hilft viel“ gilt hier nicht – bei fettlöslichen Vitaminen und einigen Spurenelementen ist eher Zurückhaltung gefragt.

Sinnvoll wird eine gezielte Ergänzung dort, wo eine Lücke plausibel ist: durch Ernährungsweise, Lebensphase oder einen tatsächlichen Laborwert. Ob das bei dir der Fall ist, lässt sich nicht erraten, sondern nur über ein Blutbild klären – das ist keine Ausrede, sondern der zuverlässigste Weg zur richtigen Entscheidung.

Passende Produkte von Scheunengut

Für einen Mikronährstoff-Ratgeber dieser Breite gibt es bei uns kein einzelnes Produkt, das „alles“ abdeckt – und das schreiben wir dir lieber ehrlich, als dir ein Kombipräparat unterzuschieben, das nicht wirklich passt. Schau stattdessen gezielt nach dem Stoff, bei dem für dich tatsächlich eine Lücke feststeht: Unsere Kategorien Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente bündeln die Einzelpräparate, Multivitamin und Multimineral die breiter aufgestellten Kombinationen. Alle Präparate von Scheunengut sind laborgeprüft und made in Germany.

Häufige Fragen (FAQ)

Was genau zählt zu den Mikronährstoffen?

Mikronährstoffe sind der Sammelbegriff für Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Anders als die Makronährstoffe Kohlenhydrate, Fett und Eiweiß liefern sie keine Energie, sind aber Voraussetzung dafür, dass dein Körper diese Energie überhaupt verwerten kann.

Was ist der Unterschied zwischen Mengenelementen und Spurenelementen?

Der Unterschied liegt allein in der benötigten Menge. Mengenelemente wie Calcium, Magnesium und Kalium braucht dein Körper in Milligramm- bis Gramm-Mengen täglich, Spurenelemente wie Eisen, Zink, Jod oder Selen reichen schon in Mikrogramm bis wenigen Milligramm. In ihrer Bedeutung sind beide Gruppen gleichermaßen unverzichtbar.

Warum nimmt man fettlösliche Vitamine zum Essen ein?

Fettlösliche Vitamine – A, D, E und K – brauchst du zusammen mit etwas Nahrungsfett, damit sie über den Darm aufgenommen werden. Wasserlösliche Vitamine wie der B-Komplex und Vitamin C sind darauf nicht angewiesen, werden aber kaum gespeichert – hier zählt die regelmäßige Zufuhr.

Wer sollte besonders auf seine Mikronährstoff-Versorgung achten?

Besonders relevant ist das bei veganer oder vegetarischer Ernährung, im höheren Alter, in Schwangerschaft und Stillzeit, bei intensivem Sport und bei stark kalorienreduzierten Diäten. Ob tatsächlich eine Lücke besteht, klärt am Ende ein Bluttest – keine Symptomliste.

Kann man Vitamine und Mineralstoffe einfach zusammen einnehmen?

Meistens ja. Nur bei einzelnen Paaren lohnt ein zeitlicher Abstand, etwa bei Zink und Kupfer oder Calcium und Eisen, weil sie sich sonst bei der Aufnahme in die Quere kommen. Andere Kombinationen wie Vitamin C und Eisen verstärken sich dagegen.

Deckt eine normale Ernährung den Mikronährstoffbedarf nicht ab?

Bei vielen Menschen und den meisten Mikronährstoffen schon. Gezielt hinschauen lohnt sich vor allem bei den Stoffen und Situationen, die in diesem Ratgeber genannt sind – etwa Vitamin B12 bei veganer Ernährung oder Magnesium bei hohem sportlichem Umsatz.

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Gesundheitshinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Bei gesundheitlichen Beschwerden, in Schwangerschaft und Stillzeit oder bei der Einnahme von Medikamenten halte bitte Rücksprache mit einer Ärztin oder einem Arzt. So entstehen unsere Ratgeber →

Quellen

  1. Mikronährstoffe – Ab wann ist es zu viel? — Verbraucherzentrale, 2025
  2. Nahrungsergänzungsmittel richtig verwenden — Verbraucherzentrale, 2025
  3. Vegane Ernährung – welche Nahrungsergänzung ist sinnvoll? — Verbraucherzentrale, 2025
  4. Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr — Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), 2025
  5. Verordnung (EU) Nr. 432/2012 über zugelassene gesundheitsbezogene Angaben — Europäische Kommission / EUR-Lex, 2012
Scheunengut Redaktion