Ein Tennisarm ist eine Reizung der Sehnenansätze am äußeren Ellenbogen, meist durch wiederholte oder ungewohnte Belastung. Hilfreich sind Entlastung, gezielte Dehn- und Kräftigungsübungen sowie das Anpassen belastender Bewegungen. Bei starken oder anhaltenden Beschwerden lohnt sich eine ärztliche Abklärung.
Der Name führt in die Irre: Ein Tennisarm trifft weit häufiger Menschen am Schreibtisch, an der Werkbank oder im Haushalt als auf dem Tennisplatz. Gemeint ist ein ziehender, oft brennender Schmerz an der Außenseite des Ellenbogens, der beim Zugreifen und Heben stärker wird. Dieser Ratgeber erklärt, was hinter der Sehnenreizung steckt, wann du sie abklären lassen solltest und wie du den Arm im Alltag entlasten kannst.
Was hinter dem Tennisarm steckt
Der Tennisarm (medizinisch Epicondylitis humeri radialis oder lateralis) betrifft die Sehnenansätze der Unterarmmuskeln am äußeren Knochenvorsprung des Ellenbogens, dem sogenannten Epicondylus. Diese Muskeln strecken das Handgelenk und die Finger und werden bei fast jeder Greifbewegung angespannt. Werden sie über längere Zeit oder ungewohnt stark beansprucht, können winzige Reizungen und Überlastungen an den Sehnenansätzen entstehen.
Interessant ist, dass Fachleute den Tennisarm heute weniger als klassische Entzündung, sondern eher als Verschleiß- und Umbauprozess des Sehnengewebes verstehen. Bei anhaltender Zugbelastung schafft es der Körper nicht mehr, die feinen Fasern schnell genug zu reparieren; das Gewebe wird weniger belastbar und schmerzempfindlicher. Das erklärt, warum der Tennisarm oft schleichend beginnt und hartnäckig sein kann.
Typische Auslöser sind wiederholte, gleichförmige Bewegungen: langes Tippen und Mausbedienen, handwerkliche Tätigkeiten mit Schraubendreher oder Hammer, das Tragen schwerer Einkaufstaschen, Musizieren, Gartenarbeit oder eben Sportarten mit Schlägern. Auch ungewohnte Belastungen – etwa ein intensiver Renovierungstag oder das erste Streichen der Wohnung nach langer Pause – können den Arm überfordern. Der Schmerz sitzt außen am Ellenbogen und strahlt oft in den Unterarm bis in die Hand aus; das Zugreifen, das Heben einer Tasse, das Drehen eines Türgriffs oder Händeschütteln fällt schwer. Häufig lässt sich der schmerzhafte Punkt am Knochen mit dem Finger genau ertasten. Das Gegenstück an der Innenseite des Ellenbogens heißt übrigens Golferarm und betrifft die Beugemuskeln.
Wann du ärztlich abklären lassen solltest
Viele Reizungen legen sich mit Entlastung wieder. Ärztlichen Rat solltest du jedoch einholen, wenn eine der folgenden Situationen zutrifft:
- Die Schmerzen sind stark, halten über mehrere Wochen an oder werden trotz Schonung schlimmer.
- Der Ellenbogen ist deutlich geschwollen, gerötet oder überwärmt.
- Es treten Taubheit, Kribbeln oder Kraftverlust in Hand oder Fingern auf.
- Du kannst den Arm kaum noch bewegen oder belasten.
- Die Beschwerden folgten auf einen Sturz oder Stoß.
- Die Schmerzen treten auch in Ruhe oder nachts auf, ohne dass du den Arm belastest.
Eine ärztliche Untersuchung kann die Diagnose sichern und andere Ursachen wie eine Nervenreizung, Gelenkverschleiß oder Probleme aus der Halswirbelsäule ausschließen – die Grundlage für die passende weitere Vorgehensweise.
Was du im Alltag tun kannst
Der wichtigste Schritt ist, die auslösende Belastung zu erkennen und zu reduzieren – nicht durch völlige Ruhigstellung, sondern durch kluges Entlasten. Prüfe, welche Bewegungen den Schmerz auslösen, und passe sie an: einen ergonomischen Arbeitsplatz einrichten, die Maus wechseln oder auf eine vertikale Maus umsteigen, die Tastatur näher heranholen, Werkzeuge mit dickeren Griffen nutzen und schwere Lasten körpernah und mit gestrecktem statt gebeugtem Handgelenk tragen. Kleine Pausen mit kurzen Lockerungsbewegungen entlasten die Sehnen über den Tag.
Gezielte Dehn- und Kräftigungsübungen für die Unterarmmuskulatur gelten bei Sehnenreizungen als hilfreich; besonders langsames, kontrolliertes Training – bei dem der Muskel unter leichter Last nachgibt (exzentrisches Training) – hat sich in der Praxis bewährt. Ein einfaches Beispiel: das Handgelenk mit einer leichten Hantel oder einem Wasserglas langsam absenken und mit der anderen Hand wieder anheben. Auch das sanfte Dehnen der Streckmuskeln, indem du den ausgestreckten Arm mit der anderen Hand am Handrücken nach unten ziehst, kann guttun. Eine Physiotherapie kann die richtigen Übungen individuell vermitteln und die Dosierung anpassen.
Manche Menschen empfinden Wärme als wohltuend, weil sie die Durchblutung anregt, andere greifen in der akuten, gereizten Phase zu Kühlung. Eine Bandage oder Epicondylitis-Spange unterhalb des Ellenbogens kann die Sehnenansätze entlasten, indem sie den Zug umverteilt. Auch eine Faszien- oder Selbstmassage des Unterarms mit einem kleinen Ball wird von vielen als angenehm empfunden. Wichtig ist Geduld: Sehnengewebe wird schlechter durchblutet als Muskeln und braucht daher Zeit, um sich zu erholen.
Hilfreich ist auch, den ganzen Arm und die Schulter mitzudenken, statt nur den Ellenbogen zu betrachten. Eine schwache Schulter- oder Rückenmuskulatur führt oft dazu, dass die Unterarme mehr Arbeit übernehmen müssen, als ihnen guttut. Wer im Alltag auf eine aufrechte Haltung achtet, die Schultern locker lässt und das Handgelenk beim Arbeiten möglichst gerade führt, entlastet die gereizten Sehnenansätze spürbar. Auch das bewusste Wechseln der belastenden Hand, etwa beim Tragen von Taschen oder beim Bedienen von Werkzeug, verteilt die Last besser. Kleine Rituale wie ein kurzes Ausschütteln und Kreisen des Handgelenks vor und nach anstrengenden Tätigkeiten helfen, die Muskulatur geschmeidig zu halten.
Ernährung, die unterstützt
Eine direkte Ernährungsursache hat der Tennisarm nicht, doch eine ausgewogene Kost unterstützt Bindegewebe und Regeneration. Hochwertiges Eiweiß aus Hülsenfrüchten, Fisch, Eiern, magerem Fleisch, Milchprodukten oder Tofu liefert die Bausteine für Sehnen und Muskeln – über den Tag verteilt aufgenommen, steht dem Körper laufend Baumaterial zur Verfügung.
Buntes Gemüse und Obst bringen Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe mit: Paprika, Brokkoli, Beeren und Zitrusfrüchte etwa sind reich an Vitamin C, das für das Bindegewebe eine Rolle spielt. Omega-3-Quellen wie fettreicher Seefisch (Lachs, Makrele, Hering), Leinöl, Walnüsse und Chiasamen runden eine entzündungsarme Ernährung ab. Grünes Blattgemüse, Nüsse und Vollkorn liefern zusätzlich Magnesium. Ausreichend zu trinken hält das Gewebe geschmeidig. Wer stark verarbeitete Lebensmittel, viel Zucker und übermäßig Alkohol zurückfährt, tut seinem Körper insgesamt einen Gefallen. Als alleinige Maßnahme ersetzt die Ernährung allerdings nicht die Entlastung des Arms.
Nährstoffe & Pflanzen mit Bezug
Für Sehnen, Bindegewebe und Muskeln gibt es Nährstoffe mit anerkanntem Bezug. Vitamin C trägt zu einer normalen Kollagenbildung für eine normale Funktion des Knorpels, der Knochen und der Haut bei und unterstützt den Schutz der Zellen vor oxidativem Stress. Mangan trägt zu einer normalen Bindegewebsbildung bei. Magnesium trägt zu einer normalen Muskelfunktion bei, ebenso Vitamin D zur Erhaltung einer normalen Muskelfunktion und normaler Knochen. Kupfer trägt zur Erhaltung von normalem Bindegewebe bei. Zink trägt zu einem normalen Eiweißstoffwechsel bei, der für den Aufbau von Sehnen- und Muskelgewebe relevant ist.
Aus der traditionellen Anwendung werden bei Reizungen des Bewegungsapparats Pflanzen wie Beinwell (äußerlich), Arnika (äußerlich), Weihrauch (Boswellia) oder Teufelskralle genannt. Solche Ansätze ersetzen keine ärztliche Behandlung, können aber Teil einer bewussten Selbstfürsorge sein, während der Arm sich erholt.
Ehrlich eingeordnet
Ein Tennisarm ist unangenehm und oft hartnäckig – aber er ist meist gut selbst zu beeinflussen. Der Schlüssel liegt nicht in einem Mittel, sondern im Erkennen und Anpassen der Belastung sowie in geduldigem, dosiertem Üben. Sehnen heilen langsam, und wer zu früh wieder voll belastet, riskiert einen Rückfall. Realistisch ist, dass sich Beschwerden über Wochen bis Monate bessern und Schritt für Schritt wieder mehr Belastung möglich wird. Nährstoffe und Pflanzen können eine gesunde Ernährung ergänzen, sind aber kein Ersatz für Entlastung und Bewegungstraining. Wer realistisch bleibt und dem Arm Zeit gibt, hat gute Chancen, die Beschwerden wieder loszuwerden.
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Zu diesem Thema haben wir kein spezifisches Produkt, das wir dir guten Gewissens empfehlen würden – hier zählen vor allem Entlastung, gezielte Übungen und Geduld. Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Vitamin C und Eiweiß bildet die beste Basis für dein Bindegewebe.
Häufige Fragen (FAQ)
Bekommt man einen Tennisarm nur vom Tennis?
Nein, im Gegenteil. Die meisten Betroffenen haben nie einen Schläger in der Hand. Auslöser sind meist wiederholte Alltagsbewegungen wie Tippen, Handwerken oder Gartenarbeit.
Soll ich den Arm komplett schonen?
Komplette Ruhigstellung ist selten sinnvoll. Besser ist es, die auslösende Belastung zu reduzieren und den Arm mit dosierten Dehn- und Kräftigungsübungen behutsam zu fordern.
Wie lange dauert ein Tennisarm?
Das ist sehr unterschiedlich. Manche Beschwerden bessern sich in einigen Wochen, andere halten mehrere Monate an. Sehnengewebe braucht Geduld und regelmäßige Entlastung.
Helfen Bandagen oder Spangen?
Eine Bandage oder Epicondylitis-Spange unterhalb des Ellenbogens kann die Sehnenansätze entlasten und wird von vielen als angenehm empfunden. Sie ersetzt aber nicht das Anpassen der Belastung.
Wärme oder Kälte – was ist besser?
Das ist individuell. In der akuten, gereizten Phase empfinden manche Kühlung als angenehm, bei anhaltenden Beschwerden tut vielen Wärme gut. Am besten probierst du aus, was dir hilft.
Welche Übungen sind bei einem Tennisarm typisch?
Häufig empfohlen werden langsame, kontrollierte Übungen für die Unterarmstrecker, etwa das behutsame Absenken des Handgelenks mit leichtem Gewicht, sowie sanftes Dehnen der Streckmuskeln. Eine Physiotherapie kann die Auswahl und Dosierung individuell anpassen.
Wann sollte ich zum Arzt?
Wenn die Schmerzen stark sind, über Wochen anhalten, sich verschlimmern oder Taubheit, Kribbeln und Kraftverlust in der Hand auftreten. Auch nach einem Sturz ist eine Abklärung sinnvoll.
Gesundheitshinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Bei gesundheitlichen Beschwerden, in Schwangerschaft und Stillzeit oder bei der Einnahme von Medikamenten halte bitte Rücksprache mit einer Ärztin oder einem Arzt. So entstehen unsere Ratgeber →
Quellen
- Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben über Lebensmittel — Europäische Union, 2006
- Muskel- und Skeletterkrankungen — Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), 2022

















