Spliss entsteht, wenn die schützende Schuppenschicht der Haare aufgeraut ist und die Faser aufspaltet. Auslöser sind Hitze, mechanische Belastung und Trockenheit. Schonende Pflege, regelmäßiges Spitzenschneiden und eine nährstoffreiche Ernährung helfen dem Haar. Bei plötzlichem Haarverlust ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll.
Trockene, aufgeraute Längen und Härchen, die sich am Ende in zwei Teile spalten: Spliss und sprödes Haar sind ein alltägliches Ärgernis, das kaum jemand ganz verschont. Zum Glück lässt sich mit der richtigen Pflege und Ernährung viel für gesund wirkendes Haar tun. In diesem Ratgeber schauen wir uns an, was dahintersteckt und worauf es wirklich ankommt.
Was hinter Spliss und sprödem Haar steckt
Jedes Haar ist von einer feinen Schuppenschicht (Cuticula) umgeben, die wie Dachziegel übereinanderliegt und den inneren Faserkern (Cortex) schützt. Ist diese Schicht intakt und liegen die Schuppen flach an, reflektiert das Haar das Licht gleichmäßig und wirkt glatt und glänzend. Wird die Schuppenschicht durch äußere Einflüsse aufgeraut oder beschädigt, stehen die Schüppchen ab, das Haar verliert Feuchtigkeit, fühlt sich rau an und die Faser kann an den Enden aufspalten – der klassische Spliss (medizinisch Trichoptilose) entsteht.
Die häufigsten Auslöser sind mechanische und thermische Belastung: häufiges heißes Föhnen, Glätteisen, Lockenstab, aggressives Bürsten – vor allem im nassen Zustand, wenn das Haar besonders empfindlich ist –, enge Zöpfe, Haargummis mit Metallteilen sowie chemische Behandlungen wie Färben, Blondieren oder Dauerwellen. Auch UV-Strahlung, Chlor- und Salzwasser, hartes, kalkhaltiges Wasser sowie sehr trockene Heizungsluft im Winter setzen dem Haar zu. Weil die Haarspitzen die ältesten Teile des Haares sind und über Monate bis Jahre immer wieder Belastungen ausgesetzt waren, zeigen sich Schäden dort zuerst. Wer von Natur aus feines, lockiges oder ohnehin trockenes Haar hat, ist etwas anfälliger, weil das körpereigene Öl der Kopfhaut die Längen schlechter erreicht.
Wann du ärztlich abklären lassen solltest
Spliss selbst ist ein kosmetisches Thema und in der Regel harmlos. Ärztlich abklären lassen solltest du hingegen, wenn dein Haar plötzlich in größeren Mengen ausfällt, sich kahle Stellen bilden, die Kopfhaut stark juckt, schuppt, nässt oder entzündet ist, oder wenn das Haar auffällig brüchig wird, obwohl du es schonend behandelst. Auch bei begleitenden Symptomen wie starker Müdigkeit, Kälteempfindlichkeit, brüchigen Nägeln, Gewichtsveränderungen oder Zeichen einer Schilddrüsenveränderung ist eine Untersuchung sinnvoll, denn dahinter kann ein Nährstoffmangel, eine hormonelle Umstellung oder eine andere Ursache stecken. Dieser Ratgeber ersetzt keine ärztliche Beratung.
Was du im Alltag tun kannst
Der wirkungsvollste Schritt gegen Spliss ist, ihn gar nicht erst entstehen zu lassen. Trockne dein Haar möglichst schonend, tupfe es mit dem Handtuch nur ab oder wickle es locker ein, statt zu rubbeln – ein Mikrofaser- oder Baumwolltuch ist sanfter als ein grobes Frottee. Föhne mit reduzierter Hitze und etwas Abstand und lass das Haar an den Enden lieber lufttrocknen. Nutze Hitze-Styling sparsam und immer mit einem Hitzeschutz, der einen Film um das Haar legt.
Kämme dein Haar am besten im trockenen oder nur leicht angefeuchteten Zustand mit einer grobzinkigen Bürste oder einem Kamm und beginne an den Spitzen, um dich dann nach oben zu arbeiten – so reißt du keine Knoten durch. Ein regelmäßiger Spitzenschnitt alle sechs bis zwölf Wochen entfernt gespaltene Enden, bevor der Spliss weiter nach oben wandert und die Faser aufreißt. Pflegespülungen, wöchentliche Kuren und leichte Öle wie Argan-, Jojoba- oder Kokosöl legen sich um die Längen, glätten die Schuppenschicht und schließen Feuchtigkeit ein – ein bis zwei Tropfen in den Handflächen verrieben und nur in die Längen und Spitzen gegeben, nicht in den Ansatz. Ein Leave-in-Conditioner hilft besonders langem Haar. Ein Kissenbezug aus Seide oder Satin reduziert nächtliche Reibung, und ein lockerer Zopf oder Dutt schützt die Längen beim Schlafen und beim Sport. Auch ein Hut oder Tuch bei starker Sonne und Ausspülen nach dem Baden im Meer oder Pool schonen das Haar.
Ein oft unterschätzter Punkt ist die richtige Dosierung der Pflege. Zu viel Shampoo, zu häufiges Waschen oder zu heißes Wasser entziehen dem Haar sein natürliches Fett und machen die Längen mit der Zeit strohig. Wasch am besten vor allem den Ansatz gründlich und lass das Shampoo beim Ausspülen sanft über die Längen laufen, statt sie kräftig einzuseifen. Eine Spülung oder Kur gehört dagegen in die Längen und Spitzen, nicht auf die Kopfhaut. Wer sein Haar färbt oder blondiert, sollte zwischen den Behandlungen genügend Zeit lassen und auf besonders pflegende, reparierende Produkte setzen, weil chemisch behandeltes Haar deutlich anfälliger für Spliss ist.
Ernährung, die unterstützt
Haare bestehen überwiegend aus Keratin, einem Eiweiß. Eine ausreichende Versorgung mit hochwertigem Protein aus Eiern, Fisch, Geflügel, Hülsenfrüchten, Nüssen, Samen und Milchprodukten liefert daher wichtige Bausteine für das nachwachsende Haar. Ergänze das mit reichlich buntem Gemüse und Obst, das Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe bereitstellt – etwa Paprika und Beeren für Vitamin C oder grünes Blattgemüse und Kürbiskerne für Eisen und Zink.
Gesunde Fette aus Leinöl, Walnüssen, Avocado und fettem Seefisch tragen zu einem geschmeidigen Hautbild bei, und ausreichend Wasser hält auch die Kopfhaut versorgt, aus der jedes Haar wächst. Vollkornprodukte liefern B-Vitamine, Meeresfrüchte und Kürbiskerne sind gute Zinkquellen, Paranüsse enthalten reichlich Selen. Wer sich einseitig, sehr fettarm oder stark kalorienreduziert ernährt oder häufig Crash-Diäten macht, riskiert dagegen eine Unterversorgung, die sich mit der Zeit auch am Haar zeigen kann – denn der Körper versorgt lebenswichtige Organe zuerst und die Haarwurzeln zuletzt. Eine abwechslungsreiche Kost ist damit die beste Grundlage.
Nährstoffe & Pflanzen mit Bezug
Mehrere Nährstoffe haben einen anerkannten Bezug zu Haaren und Haut. Zink trägt zur Erhaltung normaler Haare und normaler Haut bei. Selen und Biotin tragen ebenfalls zur Erhaltung normaler Haare bei. Biotin unterstützt zusätzlich den Erhalt einer normalen Haut. Vitamin C trägt zu einer normalen Kollagenbildung für eine normale Funktion der Haut bei und schützt die Zellen vor oxidativem Stress. Kupfer trägt zu einer normalen Haarpigmentierung bei, und Vitamin B2 (Riboflavin) trägt zur Erhaltung normaler Haut bei.
Da Haare aus Eiweiß aufgebaut sind, ist auch eine gute Versorgung mit den Bausteinen der Proteine relevant. Diese Aminosäuren nimmst du über eine eiweißreiche Ernährung auf; sie liefern das Rohmaterial, aus dem der Körper Keratin bildet. In der traditionellen Anwendung werden Kräuter wie Brennnessel, Schachtelhalm (wegen seines Kieselsäuregehalts) und Rosmarin seit Langem mit Haut- und Haarpflege in Verbindung gebracht. Nährstoffe ersetzen keine gute Haarpflege, können eine ausgewogene Versorgung aber sinnvoll ergänzen.
Ehrlich eingeordnet
Einmal entstandener Spliss lässt sich nicht wieder "verkleben" oder reparieren, das ist wichtig zu wissen – jedes Werbeversprechen, das etwas anderes behauptet, meint bestenfalls ein vorübergehendes optisches Glätten. Pflegeprodukte können gespaltene Enden kurzzeitig kaschieren und das Haar geschmeidiger wirken lassen, dauerhaft entfernt sie nur die Schere. Die eigentliche Arbeit liegt in der Vorbeugung: weniger Hitze, sanftere Handhabung, regelmäßiger Spitzenschnitt und Geduld. Ernährung und Nährstoffe schaffen von innen gute Voraussetzungen für kräftig nachwachsendes Haar, wirken aber langsam – das Haar wächst nur etwa einen Zentimeter im Monat – und ersetzen keine schonende Pflege.
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Weil Haare überwiegend aus dem Eiweiß Keratin bestehen, spielen die Bausteine der Proteine, die Aminosäuren, eine grundlegende Rolle im Körper. Unser Aminosäure-Komplex vereint alle essenziellen Aminosäuren mit vier Co-Faktoren in einer Rezeptur und kann eine eiweißbewusste Ernährung sinnvoll ergänzen. Er ist kein Ersatz für schonende Pflege und eine ausgewogene, abwechslungsreiche Kost, sondern eine Ergänzung deiner täglichen Versorgung.
Häufige Fragen (FAQ)
Kann man Spliss reparieren?
Nein, eine einmal aufgespaltene Haarfaser lässt sich nicht dauerhaft zusammenfügen. Pflegeprodukte können die Enden vorübergehend glätten, endgültig entfernt wird Spliss aber nur durch das Schneiden der Spitzen.
Wie oft sollte ich die Spitzen schneiden?
Viele Menschen fahren gut damit, die Spitzen etwa alle sechs bis zwölf Wochen leicht nachschneiden zu lassen. So wandert der Spliss nicht die Längen hinauf.
Macht häufiges Waschen das Haar spröde?
Nicht das Waschen an sich, sondern heißes Wasser, aggressive Produkte und intensives Rubbeln beim Trocknen belasten das Haar. Lauwarmes Wasser und sanftes Abtupfen sind schonender.
Helfen Haaröle gegen Spliss?
Leichte Öle legen sich um die Längen, glätten die Schuppenschicht und lassen das Haar geschmeidiger wirken. Sie beugen neuer Reibung vor, können bestehenden Spliss aber nicht heilen.
Warum ist mein Haar vor allem im Winter so trocken?
Trockene Heizungsluft, Kälte, das Reiben an Mützen und Schals sowie heißes Duschen entziehen dem Haar Feuchtigkeit. Eine reichhaltigere Pflege, ein Leave-in und ein Schal aus glattem Material helfen, die Längen zu schützen.
Welche Rolle spielt die Ernährung für die Haare?
Haare wachsen aus der Kopfhaut nach und brauchen dafür Bausteine wie Eiweiß sowie diverse Vitamine und Mineralstoffe. Eine ausgewogene Ernährung unterstützt kräftig nachwachsendes Haar von innen.
Kann ein Nährstoffmangel sprödes Haar verursachen?
Eine anhaltende Unterversorgung, etwa mit Eiweiß, Eisen oder Zink, kann sich mit der Zeit auf Haut und Haare auswirken. Bei Verdacht auf einen Mangel ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll.
Gesundheitshinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Bei gesundheitlichen Beschwerden, in Schwangerschaft und Stillzeit oder bei der Einnahme von Medikamenten halte bitte Rücksprache mit einer Ärztin oder einem Arzt. So entstehen unsere Ratgeber →
Quellen
- Haarschäden und Spliss: Ursachen und Pflege — Verbraucherzentrale, 2022
- Verordnung (EU) Nr. 432/2012 – zugelassene gesundheitsbezogene Angaben — Amtsblatt der Europäischen Union, 2012
- Zink: Funktionen und Referenzwerte — Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), 2019
- Biotin (Vitamin B7): Bedeutung für Haut und Haare — Bundeszentrum für Ernährung (BZfE), 2021


















