Kurz erklärt

Nein, Johanniskraut macht nach heutigem Wissen nicht dick: Gewichtszunahme steht nicht unter den Nebenwirkungen der europäischen Kräutermonographie. Abnehmen kannst du damit nicht. Ernst zu nehmen sind Wechselwirkungen mit Pille und vielen Medikamenten sowie die erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut.

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Nein, Johanniskraut macht nach heutigem Wissen nicht dick. In der europäischen Kräutermonographie der Arzneimittelbehörde EMA taucht Gewichtszunahme nicht unter den Nebenwirkungen auf. Zum Abnehmen taugt die Pflanze deshalb trotzdem nicht, und wir versprechen dir nichts in diese Richtung. Wirklich ernst zu nehmen sind bei Johanniskraut zwei andere Dinge: die Wechselwirkungen mit der Pille und mit vielen Arzneimitteln, dazu eine höhere Lichtempfindlichkeit der Haut. Beides steht weiter unten vollständig. Wer nur wegen der Waage hier ist, sollte genau dort nicht überfliegen.

Was in den offiziellen Listen steht und was nicht

Die EMA nennt für Johanniskraut-Zubereitungen vier Gruppen von Beschwerden: Magen-Darm-Probleme wie Übelkeit, Bauchschmerzen und Durchfall, allergische Hautreaktionen, Müdigkeit und Unruhe. Bei hellhäutigen Menschen kommen Kribbeln und sonnenbrandähnliche Reaktionen unter starker Sonne hinzu. Gewichtszunahme fehlt in dieser Aufzählung. Das amerikanische National Center for Complementary and Integrative Health führt Durchfall, Schwindel, Schlafprobleme, Unruhe und Hautkribbeln auf. Auch dort kein Wort zur Waage.

Ganz leer ist die Spur trotzdem nicht. In der Gebrauchsinformation von Remifemin plus, einem Arzneimittel aus Johanniskraut- und Traubensilberkerzen-Extrakt, steht Gewichtszunahme bei den seltenen Nebenwirkungen, also bei einem bis zehn von 10.000 Anwenderinnen. Wichtig ist, was daraus folgt und was nicht. Die Beilage gilt für ein Kombipräparat mit zwei Pflanzenextrakten. Sie sagt nicht, welcher Bestandteil dahintersteckt, und sie sagt nichts über Johanniskraut als einzelne Kapsel. Ein häufiger Effekt ist es nach dieser Angabe jedenfalls nicht.

Warum die Waage Johanniskraut trotzdem verdächtigt

Weil der Zeitpunkt täuscht. Wer zu Johanniskraut greift, tut das selten mitten im ruhigen Sommer. Meist ist es der Oktober, die Tage werden kurz, der Feierabend fällt in die Dunkelheit, das Abendessen rutscht nach hinten und der Spaziergang fällt aus. Dass sich in dieser Phase das Gewicht verschiebt, liegt an Licht, Bewegung und Essrhythmus, an dem Teller Nudeln um 21 Uhr nach einem langen Tag im Büro und an der Runde um den Block, die im Dunkeln einfach nicht stattfindet. Die Kapsel steht zufällig daneben. Mehr nicht.

Dazu kommt der Appetit. Geht es einem besser, isst man oft wieder mit mehr Freude, und wer vorher kaum Hunger hatte, merkt das auf der Waage. Das ist dann eine Veränderung des Alltags und kein Stoffeffekt der Pflanze, auch wenn sich genau das für Johanniskraut nicht beweisen lässt und deshalb ehrlich nur als naheliegende Erklärung durchgeht.

Und es gibt Lebensphasen, in denen sich das Gewicht ohnehin bewegt. In den Wechseljahren etwa verändern sich Körper und Alltag ohnehin, und genau in dieser Phase greifen viele Frauen zu Johanniskraut-Präparaten, auch zu Kombinationen wie Remifemin plus. Wer Ursache und Zufall trennen will, findet im Ratgeber zur Gewichtszunahme in den Wechseljahren die Alltagshebel, die in dieser Lebensphase im Alltag etwas bewegen.

Johanniskraut und Medikamente: die Liste, die vor jeder Kapsel gilt

Hier liegt das echte Risiko. Johanniskraut-Zubereitungen steigern laut EMA die Aktivität von Enzymen und Transportern, über die der Körper viele Wirkstoffe loswird. Andere Medikamente verlieren dadurch an Wirkung. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte und die EMA nennen als Gegenanzeigen oder Wechselwirkungen:

  • Hormonelle Verhütung (Pille): weniger Sicherheit, Zwischenblutungen. Entweder du lässt Johanniskraut weg oder du verhütest zusätzlich, nach Rücksprache mit der Frauenarztpraxis.
  • Blutverdünner vom Cumarin-Typ wie Warfarin und Phenprocoumon.
  • Immunsuppressiva wie Ciclosporin, Tacrolimus und Sirolimus.
  • HIV-Medikamente wie Indinavir oder Nevirapin.
  • Krebsmedikamente wie Irinotecan und Imatinib, laut Verbraucherzentrale auch Tamoxifen.
  • Weitere: Digoxin, Theophyllin, Verapamil, Simvastatin und Midazolam.
  • Antidepressiva: Mit Paroxetin, Sertralin oder Trazodon kann sich Serotonin zu stark anstauen. Das Serotoninsyndrom ist ein Notfall.

Die Liste ist ein Ausschnitt, kein Gesamtverzeichnis. Nimmst du regelmäßig irgendein Medikament, fragst du vor der ersten Kapsel in der Apotheke nach. Steht eine Operation an, sagst du es dem Team vorher; die EMA rät, Johanniskraut dann gegebenenfalls abzusetzen. In Schwangerschaft und Stillzeit ist Johanniskraut laut EMA nicht empfohlen. Wer Blutverdünner nimmt, setzt Johanniskraut nicht eigenmächtig an oder ab, das gehört in ärztliche Hand.

So nimmst du Johanniskraut im Alltag, ohne die Haut zu ärgern

Eine Kapsel am Tag reicht, am besten morgens nach der ersten Mahlzeit, mit einem großen Glas Wasser. Zum Frühstücksbrot ist ein guter Zeitpunkt, weil der Magen gefüllt ist und die Gewohnheit sich an etwas Festes hängt. Unser Johanniskraut-Extrakt 10:1 ist genau darauf ausgelegt: 500 mg Extrakt in einer Kapsel, das entspricht 5.000 mg Pflanzenäquivalent.

Zur Sonne: Hypericin reagiert auf UV-Licht. Wer hell ist, achtet in der Einnahmezeit auf Sonnenschutz, meidet das Solarium und lässt die pralle Mittagssonne aus. Zeigt die Haut Rötung oder Kribbeln, machst du eine Pause. Im Oktober ist das leichter als im Juli. Im Skiurlaub schwer. Gerade dort reflektiert der Schnee die Strahlung zusätzlich, also plane die Einnahme bewusst um solche Tage herum oder sprich vorher mit der Apotheke.

Zur Dauer: Für eine Kur planst du mehrere Wochen ein, nicht Tage. Wie lange genau, hängt vom Präparat ab; die Verzehrempfehlung auf der Packung geht immer vor. Mehrere Johanniskraut-Produkte gleichzeitig nimmst du nicht, auch nicht „zur Sicherheit“.

Die Waage steigt trotzdem? Ein Vier-Wochen-Fahrplan

Dann schaust du systematisch hin. Verurteilen kannst du die Kapsel später immer noch. Woche eins: Gewicht jeden Morgen zur selben Zeit notieren, nach dem Toilettengang, vor dem Frühstück. Gleichzeitig aufschreiben, wann du schläfst, was du abends isst und wie viele Wege du zu Fuß gehst. Woche zwei: Johanniskraut weiter wie gewohnt. Woche drei: den Alltag bewusst ändern, etwa den Abendspaziergang einführen. Woche vier: auswerten.

Zeigt die Kurve dann klar nach oben und hat sich im Alltag nichts verändert, machst du zwei Wochen Pause und beobachtest weiter. Ändert sich nichts, lag es nicht an der Pflanze. Steigt das Gewicht über Wochen ohne erkennbaren Grund, gehört es in die Praxis, samt Schilddrüse und Blutbild. Das ist keine Kapselfrage mehr.

Worauf du beim Kauf achtest

Johanniskraut ist ein Rohstoff, bei dem das Etikett viel verrät. Du suchst vier Angaben. Erstens das Extraktverhältnis, etwa 10:1. Zweitens den standardisierten Gehalt, bei uns mindestens 0,3 % Hypericin. Drittens die Menge Extrakt je Kapsel in Milligramm. Viertens den Hinweis auf Laborprüfung. Fehlen die ersten drei, kannst du Produkte nicht vergleichen und deine Tagesmenge nicht nachvollziehen, ganz gleich, wie schön das Etikett gestaltet ist oder wie groß die Zahl 5.000 auf der Vorderseite gedruckt wurde.

Prüfe außerdem, ob es ein Einzelpräparat oder ein Komplex ist. Bei Komplexen teilt sich Johanniskraut die Kapsel mit anderen Pflanzen, und dann zählt der Prozentanteil in der Rezeptur. Alle Wechselwirkungen gelten für beide Formen. Unser Johanniskraut-Extrakt kommt aus Blüten und Blütenblättern französischer Pflanzen, wird dual extrahiert, einmal mit Wasser und einmal mit lebensmittelechtem Alkohol, der sich anschließend vollständig verflüchtigt, und steckt in einer veganen Kapselhülle ohne Zusatz-, Farb- und Füllstoffe.

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Wir führen zwei Wege zum Johanniskraut. Der Johanniskraut-Extrakt 10:1 ist die pure Variante: 500 mg Extrakt je Kapsel, 5.000 mg Pflanzenäquivalent, mindestens 0,3 % Hypericin. Eine Kapsel täglich, morgens nach der ersten Mahlzeit; 180 Kapseln reichen 180 Tage. Das Kraut ist französisch, die Herstellung in Deutschland, jede Charge wird im Labor geprüft. Es ist hochdosiert und vegan.

Innere Balance verbindet Johanniskraut mit zwei weiteren traditionsreichen Pflanzen. In den zwei Tageskapseln stecken 500 mg Baldrianwurzel-Extrakt 10:1, 375 mg Passionsblumenkraut-Extrakt 10:1 und 250 mg Johanniskraut-Extrakt 8:1 mit 0,3 % Hypericin. Dazu kommen 200 µg Folsäure als Calcium-L-Methylfolat und 2,6 µg Vitamin B12 als Methylcobalamin. Vitamin B12 trägt zur normalen psychischen Funktion bei. Folsäure trägt zur normalen psychischen Funktion bei. Außerdem trägt Vitamin B12 zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei, und auch Folsäure trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei. Vitamin B12 trägt zur normalen Funktion des Nervensystems bei. Zwei Kapseln täglich, vorzugsweise vor einer Mahlzeit, 120 Kapseln reichen 60 Tage. Baldrian und Johanniskraut stammen von unserem französischen Landwirt, die Passionsblume aus Mexiko.

Beide sind keine Abnehmprodukte, und das behaupten wir nicht. Sie sind pflanzliche Begleiter für ausgeglichene Tage. Seit 2012 bauen wir Scheunengut ohne Investoren auf, mit dem Fokus auf pure Rohstoffqualität: reine Extrakte, klare Deklaration, Laborbericht zu jeder Charge. Die Wechselwirkungen von oben gelten für beide Produkte, bitte lies sie vor dem Kauf noch einmal.

Häufige Fragen (FAQ)

Macht Johanniskraut dick?

Nein, dafür gibt es keinen Beleg. Gewichtszunahme steht nicht unter den Nebenwirkungen der europäischen Kräutermonographie. Wer nach dem Start zunimmt, sollte zuerst Schlaf, Essrhythmus, Bewegung, Jahreszeit und neue Medikamente prüfen.

Führt Johanniskraut zu Gewichtszunahme?

Nach den offiziellen Listen nicht. Erwähnt wird sie in der Beilage eines Kombipräparats mit Traubensilberkerze, siehe nächste Frage. Ein verlässlicher, häufiger Effekt der Pflanze ist nicht beschrieben.

Steht Gewichtszunahme bei Remifemin plus in der Packungsbeilage?

Ja, als seltene Nebenwirkung mit einem bis zehn Fällen auf 10.000 Anwenderinnen. Das Präparat enthält neben Johanniskraut auch Traubensilberkerze, die Angabe lässt sich deshalb nicht einem einzelnen Bestandteil zuordnen.

Kann ich mit Johanniskraut abnehmen?

Dafür gibt es keinen belegten Weg und keinen zugelassenen Claim. Wir geben dir deshalb kein Versprechen. Bewegung, Schlaf und eine Ernährung, die zu deinem Alltag passt, bleiben der Hebel.

Wie nimmst du Johanniskraut-Kapseln richtig ein?

Nach der Verzehrempfehlung der Packung, bei unserem Extrakt eine Kapsel täglich, vorzugsweise morgens nach der ersten Mahlzeit, mit ausreichend Flüssigkeit. Mehr als empfohlen nimmst du nicht, und starke Sonne meidest du während der Einnahme.

Mit welchen Medikamenten verträgt sich Johanniskraut nicht?

Vor allem mit der Pille, Cumarin-Blutverdünnern, Immunsuppressiva, HIV- und Krebsmedikamenten sowie mit Antidepressiva wie Paroxetin oder Sertralin. Auch Digoxin, Theophyllin, Verapamil, Simvastatin und Midazolam gehören dazu. Frag vor der ersten Kapsel in der Apotheke nach.

Was tun, wenn die Waage unter Johanniskraut nach oben geht?

Vier Wochen lang Gewicht, Schlaf und Essgewohnheiten notieren, dann zwei Wochen pausieren und weiter messen. Steigt das Gewicht ohne erkennbaren Grund, lass es in der Praxis abklären, auch die Schilddrüse.

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Gesundheitshinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Bei gesundheitlichen Beschwerden, in Schwangerschaft und Stillzeit oder bei der Einnahme von Medikamenten halte bitte Rücksprache mit einer Ärztin oder einem Arzt. So entstehen unsere Ratgeber →

Quellen

  1. European Union herbal monograph on Hypericum perforatum L., herba (EMA/HMPC/7695/2021) — Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA)
  2. Johanniskraut-Bescheid: Textvorgaben zu Gegenanzeigen, Wechselwirkungen und Nebenwirkungen — Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
  3. St. John's Wort — National Center for Complementary and Integrative Health (NCCIH)
  4. Wechsel- und Nebenwirkung, Gegenanzeige: Was Nahrungsergänzung verschweigt — Verbraucherzentrale
  5. Remifemin plus Dragees: Gebrauchsinformation — Schaper & Brümmer GmbH & Co. KG
— Scheunengut Redaktion