Die kurze Antwort: Zur Erhaltung einer normalen Sehkraft tragen Vitamin A, Riboflavin (B2) und Zink bei; die Omega-3-Fettsäure DHA leistet dies bei einer Zufuhr von 250 mg pro Tag. Für die Netzhaut-Farbstoffe Lutein und Zeaxanthin gibt es dagegen keine zugelassene Aussage. Die wirksamsten Stellschrauben bei Bildschirmarbeit sind aber gute Gewohnheiten: Pausen, bewusstes Blinzeln, richtiger Abstand.
Kennst du das Gefühl gegen 17 Uhr? Die Augen brennen leicht, das Bild wirkt einen Tick unscharf, und du reibst dir die Lider. Nach acht Stunden Monitor ist das erstaunlich verbreitet – und in aller Regel harmlos. Trotzdem lohnt es sich zu verstehen, was da eigentlich passiert und welche Rolle Ernährung dabei spielt (und welche nicht).
Warum der Bildschirm die Augen fordert
Blickst du auf den Monitor, arbeitet die kleine Muskulatur im Auge dauerhaft im Nahbereich, um scharf zu stellen. Normalerweise wechselst du ständig zwischen nah und fern – und jeder Blick in die Ferne ist eine winzige Erholungspause für diese Muskeln. Am Schreibtisch fällt dieser Wechsel weitgehend weg.
Dazu kommt ein zweiter, unterschätzter Effekt: Konzentriert am Bildschirm sinkt deine Blinzelrate deutlich – von etwa 15 bis 20 Lidschlägen pro Minute auf teils die Hälfte. Jeder Lidschlag verteilt den Tränenfilm frisch über das Auge. Blinzelst du seltener, verdunstet dieser Film schneller, und die Augen fühlen sich trocken, gereizt und müde an. Fachleute fassen solche Beschwerden manchmal als „digitale Augenermüdung" zusammen. Unangenehm, aber meist kein Grund zur Sorge – und wichtig: Nährstoffe unterstützen die normale Funktion der Augen, ersetzen aber keinen gesunden Umgang mit dem Bildschirm.
Diese Nährstoffe betreffen die Sehkraft
In der EU sind nur wenige, klar definierte Aussagen zur Sehkraft zugelassen – hier sie im Überblick, samt der Rolle im Auge:
| Nährstoff | Zugelassene Aussage | Bezug zum Sehen | Gute Quellen |
|---|---|---|---|
| Vitamin A | trägt zur Erhaltung normaler Sehkraft bei | Baustein des Sehfarbstoffs in der Netzhaut | Karotten, Süßkartoffel, Spinat (als Provitamin), Leber |
| Riboflavin (B2) | trägt zur Erhaltung normaler Sehkraft bei | Teil des Energiestoffwechsels der Zellen | Milchprodukte, Vollkorn, Mandeln, Champignons |
| Zink | trägt zur Erhaltung normaler Sehkraft bei | u. a. am Vitamin-A-Stoffwechsel beteiligt | Kürbiskerne, Haferflocken, Hülsenfrüchte, Käse |
| DHA (Omega-3) | trägt bei 250 mg/Tag zur Erhaltung normaler Sehkraft bei | Strukturbaustein der Netzhaut | fetter Fisch, Algenöl |
Ein schönes Detail zum Zusammenspiel: Zink trägt zu einem normalen Vitamin-A-Stoffwechsel bei – die beiden arbeiten also Hand in Hand. Vertiefend lohnen Vitamin A: Wirkung und Tagesbedarf und der breite Überblick Nährstoffe für die Augen.
Lutein und Zeaxanthin – was die Forschung untersucht
Lutein und Zeaxanthin sind Carotinoide, die sich im gelben Fleck der Netzhaut anreichern – dem Punkt des schärfsten Sehens. Sie geben grünem Blattgemüse wie Grünkohl und Spinat sowie Mais ihre Farbe. Wahrheitsgemäß eingeordnet: In der EU sind für diese beiden Pflanzenstoffe derzeit keine gesundheitsbezogenen Aussagen zugelassen, deshalb beschreiben wir sie sachlich und neutral. Die Forschung interessiert sich dafür, weil beide Farbstoffe einen Teil des einfallenden Lichts filtern und in der Netzhaut natürlich vorkommen – ein aktives Untersuchungsfeld, in dem noch vieles offen ist. Mehr dazu in Lutein und Zeaxanthin für die Augen.
DHA aus Omega-3 und die Netzhaut
Eine Fettsäure spielt für die Augen eine besondere Rolle: die Omega-3-Fettsäure DHA (Docosahexaensäure). Sie ist ein struktureller Baustein der Netzhaut. Für DHA gilt die zugelassene Aussage, dass sie bei einer täglichen Aufnahme von 250 mg zur Erhaltung normaler Sehkraft beiträgt. DHA steckt vor allem in fettem Seefisch wie Lachs, Makrele oder Hering; wer keinen Fisch isst, kann auf Algenöl zurückgreifen, das DHA rein pflanzlich liefert. Den Quellenvergleich findest du in Fischöl oder Algenöl?, die vegane Variante in Omega-3 vegan decken mit Algenöl.
Praktische Tipps für die Augen am Bildschirm
- 20-20-20-Regel: alle 20 Minuten für etwa 20 Sekunden in die Ferne schauen (rund 6 Meter). Das entspannt die Nahmuskulatur.
- Bewusst blinzeln: gerade in konzentrierten Phasen ein paarmal fest blinzeln – das verteilt den Tränenfilm neu.
- Bildschirm einstellen: Abstand etwa eine Armlänge, Oberkante auf oder leicht unter Augenhöhe.
- Beleuchtung anpassen: blendfreies, ausreichendes Licht senkt die Anstrengung.
Weitere Anregungen für den Arbeitsplatz gibt Nährstoffe fürs Büro und den Bildschirm; wer im Homeoffice sitzt, findet Passendes in Nährstoffe im Homeoffice. Bei anhaltenden Augenbeschwerden bitte augenärztlich abklären.
Den Arbeitsplatz augenfreundlich einrichten
Bevor du an Nahrungsergänzung denkst, holst du bei der Umgebung oft mehr heraus – und das kostet nichts. Ein paar konkrete Stellschrauben, die sich im Alltag bewährt haben:
- Luftfeuchtigkeit im Blick: Trockene Heizungsluft im Winter lässt den Tränenfilm schneller verdunsten. Ein Glas Wasser mehr und gelegentliches Lüften helfen spürbar.
- Kontrast statt Blendung: Der Monitor sollte heller sein als der dunkle Hintergrund, aber nicht heller als die Umgebung – sonst arbeiten die Augen gegen den Kontrast an.
- Schriftgröße großzügig: Lieber etwas größer und mit mehr Zeilenabstand, damit die Augen nicht zusammenkneifen müssen.
- Regelmäßig aufstehen: Der Gang zur Kaffeeküche ist auch eine Fernblick-Pause für die Augenmuskulatur.
Diese Gewohnheiten wirken zuverlässiger als jedes Präparat. Wer viel unterwegs am Laptop arbeitet, findet ergänzende Hinweise in Nährstoffe für Vielreisende.
Was ist mit Blaulicht?
Ein Dauerthema ist das „Blaulicht" der Bildschirme. Ehrlich eingeordnet: Sichtbares Licht mit hohem Blauanteil ist Teil des ganz normalen Tageslichts und begegnet uns überall im Freien, meist in deutlich höherer Intensität als vor einem Monitor. Für die Augen selbst sind Pausen, Abstand und gute Beleuchtung die wirksameren Stellschrauben. Anders sieht es am Abend aus: Helles, blaureiches Licht kann das natürliche Signal zum Zubettgehen beeinflussen – deshalb bieten viele Geräte einen wärmeren Nachtmodus. Wer abends viel am Bildschirm sitzt, findet Hinweise in Dunkle Jahreszeit: Licht und Vitamin D. Bei anhaltend trockenen, geröteten oder schmerzenden Augen bitte immer augenärztlich abklären.
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Häufige Fragen (FAQ)
Warum werden meine Augen am Bildschirm trocken?
Konzentriert am Monitor sinkt die Blinzelrate deutlich – oft auf die Hälfte des Normalwerts. Jeder Lidschlag verteilt den Tränenfilm über das Auge; blinzelst du seltener, verdunstet dieser Film schneller, und die Augen fühlen sich trocken und gereizt an. Bewusstes Blinzeln und regelmäßige Pausen sind die einfachsten Gegenmaßnahmen.
Helfen Nährstoffe gegen müde Augen am Computer?
Vitamin A, Riboflavin, Zink und DHA tragen zur Erhaltung einer normalen Sehkraft bei. Sie unterstützen die normale Funktion der Augen, ersetzen aber keinen gesunden Umgang mit dem Bildschirm. Gegen die typische digitale Augenermüdung wirken Pausen, Abstand, gute Beleuchtung und bewusstes Blinzeln am zuverlässigsten.
Sind Lutein und Zeaxanthin gut für die Augen?
Beide Carotinoide reichern sich natürlich im gelben Fleck der Netzhaut an und stecken in grünem Blattgemüse. In der EU sind für sie allerdings derzeit keine gesundheitsbezogenen Aussagen zugelassen, weshalb wir sie sachlich beschreiben. Die Forschung untersucht ihre Rolle beim Lichtfilter in der Netzhaut – vieles ist hier noch offen.
Ist Blaulicht vom Bildschirm schädlich für die Augen?
Blaureiches Licht ist Teil des normalen Tageslichts und begegnet uns im Freien meist in höherer Intensität als vor dem Monitor. Für die Augen sind Pausen, Abstand und Beleuchtung die wichtigeren Faktoren. Am Abend kann helles, blaureiches Licht allerdings den Schlaf-Wach-Rhythmus beeinflussen – dafür gibt es an vielen Geräten einen Nachtmodus.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung.








