Kurz erklärt

Untergewicht liegt meist bei einem BMI unter 18,5 vor. Gesund zunehmen gelingt durch nährstoffdichte, energiereiche Mahlzeiten, regelmäßiges Essen und Muskelaufbau statt reiner Fettpolster. Da Untergewicht auch Ausdruck einer Erkrankung sein kann, sollte anhaltendes oder ungewolltes Untergewicht ärztlich abgeklärt werden.

Nicht jeder möchte abnehmen: Viele Menschen kämpfen umgekehrt damit, überhaupt zuzunehmen. Untergewicht kann die Leistungsfähigkeit beeinträchtigen, das Immunsystem schwächen und den Körper langfristig belasten. Wer trotz normaler oder sogar großer Essensmengen nicht an Gewicht gewinnt, fühlt sich oft ratlos. Dieser Ratgeber zeigt, wie gesundes Zunehmen im Alltag Schritt für Schritt gelingt, welche Lebensmittel dabei wirklich helfen und wann du die Ursache ärztlich abklären lassen solltest.

Was hinter Untergewicht steckt

Von Untergewicht spricht man meist bei einem Body-Mass-Index unter 18,5. Der BMI errechnet sich aus Körpergewicht geteilt durch die Körpergröße im Quadrat und ist ein grober Anhaltspunkt, denn er unterscheidet nicht zwischen Muskeln, Fett und Wasser. Auch Körperbau, Alter und Geschlecht spielen eine Rolle. Manche Menschen sind von Natur aus schlank und dabei kerngesund, andere haben ungewollt Gewicht verloren oder schaffen es trotz aller Bemühungen nicht zuzunehmen.

Die Ursachen sind vielfältig. Im Kern steckt fast immer eine Energiebilanz, bei der die Zufuhr unter dem Verbrauch liegt. Das passiert bei sehr aktivem Lebensstil, körperlich anstrengender Arbeit, hohem Dauerstress oder wenig Appetit fast von selbst. Auch ein von Natur aus reger Grundumsatz und eine genetische Veranlagung können eine Rolle spielen: In manchen Familien sind schlanke Körpertypen einfach häufiger. Bei jungen Menschen im Wachstum ist der Energiebedarf ohnehin hoch.

Dahinter können jedoch ebenso Erkrankungen des Verdauungssystems stehen, etwa eine Glutenunverträglichkeit oder chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, bei denen Nährstoffe schlechter aufgenommen werden. Auch eine überaktive Schilddrüse, Stoffwechselstörungen, Infektionen oder Medikamente können Gewicht kosten. Nicht zuletzt spielen seelische Belastungen, Depressionen und Essstörungen eine wichtige Rolle. Deshalb lohnt es sich, ungewollten oder starken Gewichtsverlust ernst zu nehmen und die Ursache zu klären, statt einfach nur mehr zu essen.

Wann du ärztlich abklären lassen solltest

Ärztlichen Rat solltest du suchen, wenn du ungewollt und ohne erkennbaren Grund an Gewicht verlierst, wenn der Gewichtsverlust schnell voranschreitet oder wenn zusätzliche Beschwerden auftreten. Dazu zählen anhaltender Appetitmangel, Verdauungsprobleme, Durchfall, Fieber, Nachtschweiß, Erschöpfung, Herzrasen oder auffällige Blässe. Auch wenn das Untergewicht deutlich ausgeprägt ist oder mit einem gestörten Verhältnis zum Essen einhergeht, etwa mit Kontrollzwang, Kalorienzählen bis zur Erschöpfung oder heimlichem Erbrechen, ist professionelle Begleitung wichtig. Bei Kindern, Jugendlichen, Schwangeren und älteren Menschen sollte Untergewicht grundsätzlich ärztlich begleitet werden, da hier die Reserven schneller knapp werden. Dieser Abschnitt ersetzt keine ärztliche Diagnose, sondern soll dir helfen, den richtigen Zeitpunkt für eine Abklärung zu erkennen. Gerade bei Untergewicht ist eine ärztliche Ursachensuche der wichtigste erste Schritt, bevor du an der Ernährung schraubst.

Was du im Alltag tun kannst

Gesundes Zunehmen bedeutet nicht, sich mit Fast Food, Chips und Schokolade vollzustopfen, sondern die Energiezufuhr sinnvoll und nährstoffreich zu erhöhen. Plane mehrere Mahlzeiten und Zwischenmahlzeiten über den Tag, denn kleine, häufige Portionen fallen bei wenig Appetit deutlich leichter als drei riesige Teller. Fünf bis sechs Esszeiten sind ein guter Rhythmus. Halte energiereiche Snacks griffbereit, etwa Nüsse, Trockenobst, Käsewürfel oder Vollkornbrot mit nährstoffreichem Belag, damit du auch unterwegs zusätzliche Energie aufnimmst.

Setze auf Krafttraining, um gezielt Muskelmasse aufzubauen, statt nur Fett anzusetzen. Zwei bis drei Einheiten pro Woche mit Grundübungen wie Kniebeugen, Rudern und Liegestützen setzen einen starken Wachstumsreiz. Muskeln machen den Körper leistungsfähiger, stabilisieren die Gelenke und formen die Figur. Ausreichend Schlaf und ein möglichst niedriger Dauerstress unterstützen den Aufbau ebenfalls, da chronischer Stress oft den Appetit dämpft und den Körper in einen zehrenden Zustand versetzt.

Trinke kalorienhaltige Getränke wie Milch, Kakao oder pflanzliche Drinks eher zwischen den Mahlzeiten als direkt davor, damit der Magen zum Essen noch Platz hat. Reines Wasser vor dem Essen füllt den Magen unnötig. Wer sehr wenig Appetit hat, kann versuchen, Speisen ansprechend anzurichten, in Gesellschaft zu essen und mit Kräutern und Gewürzen für Vielfalt zu sorgen. Ein kurzer Spaziergang an der frischen Luft vor dem Essen kann den Appetit anregen. Führe zur Kontrolle ein einfaches Ernährungstagebuch, um zu sehen, ob du tatsächlich einen Energieüberschuss erreichst.

Ernährung, die unterstützt

Beim gesunden Zunehmen zählt die Nährstoffdichte. Statt leerer Kalorien sind nährstoffreiche, energiedichte Lebensmittel ideal, die auf kleinem Volumen viel liefern. Dazu gehören Nüsse und Nussmus, Avocado, hochwertige Öle wie Oliven-, Raps- und Leinöl, Vollkornprodukte, Haferflocken, Hülsenfrüchte, Käse, Eier, fetter Fisch wie Lachs oder Makrele sowie Trockenfrüchte wie Datteln und Aprikosen. Bananen, Kartoffeln und Reis liefern gut verwertbare Kohlenhydrate.

Eiweiß ist beim Aufbau von Muskelmasse besonders wichtig. Gute Quellen sind Fisch, Fleisch, Eier, Milchprodukte wie Quark und Skyr, Hülsenfrüchte, Tofu und Nüsse. Kombiniere zu jeder Mahlzeit eine Eiweißquelle mit komplexen Kohlenhydraten und gesunden Fetten, damit Muskeln, Energie und Sättigung zusammenkommen. Verfeinere Speisen mit einem Schuss Öl, Sahne, geriebenem Käse oder Nussmus, um die Energiedichte zu erhöhen, ohne die Portion zu vergrößern. Ein Löffel Mandelmus im Porridge oder etwas Olivenöl über dem Gemüse bringt schnell zusätzliche Kalorien.

Smoothies mit Haferflocken, Banane, Nussmus, Milch oder Joghurt und etwas Honig sind eine praktische Möglichkeit, viel Energie in trinkbarer Form aufzunehmen, gerade wenn feste Nahrung schwerfällt. Wichtig bleibt eine ausgewogene, abwechslungsreiche Kost, damit du nicht nur Gewicht, sondern auch alle nötigen Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe erhältst. Wer rein pflanzlich isst, sollte besonders auf Eiweißkombinationen und Vitamin B12 achten.

Nährstoffe & Pflanzen mit Bezug

Beim Aufbau von Muskelmasse und einem aktiven Stoffwechsel sind mehrere Nährstoffe relevant. Proteine tragen zu einer Zunahme an Muskelmasse und zur Erhaltung von Muskelmasse bei. Die enthaltenen Aminosäuren sind die Bausteine der Proteine. Die B-Vitamine tragen zu einem normalen Energiestoffwechsel bei, und Vitamin B6 sowie B12 tragen zu einem normalen Eiweiß- und Glykogenstoffwechsel bei. Vitamin B12 trägt außerdem zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei.

Zink trägt zu einem normalen Stoffwechsel von Makronährstoffen und zu einer normalen Eiweißsynthese bei. Magnesium trägt zu einer normalen Muskelfunktion und zu einem normalen Energiestoffwechsel bei. Eisen trägt zu einem normalen Sauerstofftransport im Körper und zur Verringerung von Müdigkeit bei, was bei Erschöpfung relevant sein kann. Aus der Pflanzenwelt werden Bitterstoffe, etwa aus Enzian, Wermut oder Tausendgüldenkraut, traditionell zur Anregung des Appetits verwendet. Ingwer wird traditionell zur Unterstützung der Verdauung genutzt. Diese Angaben beschreiben EU-Health-Claims und traditionelle Anwendungen einzelner Stoffe, nicht die Behandlung von Untergewicht.

Häufige Denkfehler beim Zunehmen

Viele, die zunehmen wollen, unterschätzen, wie wenig sie tatsächlich essen. Der Eindruck, ständig zu essen, täuscht oft, weil das Sättigungsgefühl bei schlanken Menschen früh einsetzt. Ein zweiter Fehler ist der Griff zu stark verarbeiteten, sehr zuckerreichen Lebensmitteln in der Hoffnung auf schnelle Kilos: Das belastet den Stoffwechsel und liefert kaum Bausteine für Muskeln. Auch der Verzicht auf Bewegung ist ein Irrtum, denn ohne Trainingsreiz landet zusätzliche Energie überwiegend als Fett am Bauch statt als Muskel. Schließlich erwarten viele zu schnelle Ergebnisse und geben nach zwei Wochen auf. Der Körper braucht Zeit und einen dauerhaften, moderaten Energieüberschuss, um stabil aufzubauen.

Ehrlich eingeordnet

Gesund zunehmen ist selten eine Frage einzelner Präparate, sondern von Geduld und einer klugen Strategie: mehr Energie aus nährstoffdichten Lebensmitteln, regelmäßige Mahlzeiten und Krafttraining für echte Muskelmasse. Das braucht Zeit, denn ein bis zwei Kilogramm im Monat sind realistischer und gesünder als schnelle Sprünge. Nahrungsergänzungen wie Protein- oder Aminosäurenprodukte können eine eiweißreiche Ernährung ergänzen, ersetzen aber keine ausgewogene Kost. Kein Produkt behebt Untergewicht. Weil Untergewicht auch eine Erkrankung anzeigen kann, bleibt die ärztliche Abklärung der wichtigste Schritt, bevor du an der Ernährung schraubst.

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Wer eine eiweißbewusste Ernährung begleiten möchte, findet bei uns den Aminosäure-Komplex. Er enthält alle essenziellen Aminosäuren als Bausteine der Proteine sowie ergänzende Co-Faktoren. Das ist ein Nahrungsergänzungsmittel und keine Aussage zur Behandlung von Untergewicht, sondern eine Möglichkeit, Aminosäuren als Ergänzung zu einer eiweißreichen, ausgewogenen Ernährung in deine Routine aufzunehmen.

Häufige Fragen (FAQ)

Ab wann gilt man als untergewichtig?

Meist spricht man ab einem Body-Mass-Index unter 18,5 von Untergewicht. Der BMI ist jedoch nur ein grober Richtwert, der Muskelmasse und Körperbau nicht berücksichtigt.

Wie kann ich gesund zunehmen?

Erhöhe die Energiezufuhr über nährstoffdichte Lebensmittel wie Nüsse, Öle, Vollkorn und Eiweißquellen, iss regelmäßig kleine Mahlzeiten und baue mit Krafttraining Muskelmasse auf.

Wie schnell sollte ich zunehmen?

Realistisch und gesund sind meist ein bis zwei Kilogramm pro Monat. Schnelles Zunehmen durch stark verarbeitete, zuckerreiche Lebensmittel ist ungünstig für die Gesundheit.

Helfen Zwischenmahlzeiten beim Zunehmen?

Ja, kleine energiereiche Snacks wie Nüsse, Trockenobst oder Smoothies zwischen den Hauptmahlzeiten erhöhen die tägliche Energiezufuhr, ohne den Magen mit riesigen Portionen zu überfordern.

Ist Krafttraining beim Zunehmen sinnvoll?

Sehr sinnvoll. Krafttraining sorgt dafür, dass die zusätzliche Energie in Muskelmasse fließt, statt nur als Fett angesetzt zu werden, und macht den Körper leistungsfähiger.

Welche Getränke helfen beim Zunehmen?

Kalorienhaltige Getränke wie Milch, Kakao, pflanzliche Drinks oder selbst gemachte Smoothies liefern zusätzliche Energie. Trinke sie am besten zwischen den Mahlzeiten, damit der Magen zum Essen noch Platz hat.

Wann sollte ich mit Untergewicht zum Arzt?

Bei ungewolltem oder schnellem Gewichtsverlust, zusätzlichen Beschwerden oder deutlichem Untergewicht solltest du ärztlichen Rat suchen, um mögliche Ursachen abklären zu lassen.

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Gesundheitshinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Bei gesundheitlichen Beschwerden, in Schwangerschaft und Stillzeit oder bei der Einnahme von Medikamenten halte bitte Rücksprache mit einer Ärztin oder einem Arzt. So entstehen unsere Ratgeber →

Quellen

  1. Untergewicht — Bundesministerium für Gesundheit (gesund.bund.de), 2025
  2. Vollwertig essen und trinken nach den 10 Regeln der DGE — Deutsche Gesellschaft für Ernährung, 2024
  3. Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben über Lebensmittel — Europäische Union, 2006