In Schwangerschaft und Stillzeit gilt wie für alle Erwachsenen ein Richtwert von 20 Mikrogramm (800 I.E.) Vitamin D täglich, wenn die körpereigene Bildung nicht reicht. Wie viel du darüber hinaus brauchst, zeigt dein Blutwert (25-OH-D). Hochdosierte Depot-Präparate sind für Schwangere ungeeignet – die genaue Dosierung bespricht du mit Frauenarzt oder Hebamme.
Du bist schwanger oder stillst und fragst dich, ob und wie viel Vitamin D du zusätzlich nehmen darfst? Die kurze Antwort: Ja, meistens macht das Sinn – aber die Menge ist in dieser Zeit kein Feld für Experimente. Hier bekommst du die Zahlen, die wirklich zählen: die empfohlene Tagesmenge, den Blutwert, der deine Menge bestimmt, und warum du die Dosierung nicht allein festlegen solltest. So weißt du am Ende genau, woran du bist – und was du mit deiner Hebamme oder deinem Frauenarzt besprichst.
Was ist Vitamin D?
Vitamin D ist eigentlich gar kein klassisches Vitamin. Dein Körper stellt es größtenteils selbst her, sobald UVB-Licht auf deine Haut trifft – Cholecalciferol, kurz Vitamin D3, entsteht direkt unter der Haut. Nur einen kleinen Teil bekommst du über Lebensmittel wie fetten Fisch oder Eier. In den sonnenarmen Monaten und bei wenig Zeit im Freien reicht die Eigenproduktion bei den meisten Menschen nicht aus – Schwangere und Stillende eingeschlossen.
Wie wirkt Vitamin D im Körper?
Vitamin D funktioniert im Körper eher wie ein Hormon als wie ein klassisches Vitamin. Vitamin D trägt zur normalen Aufnahme und Verwertung von Calcium und Phosphor bei. Vitamin D trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei. Vitamin D trägt zur Erhaltung normaler Zähne bei. Gerade in der Schwangerschaft ist das relevant, weil dein Körper nebenbei den Aufbau des kindlichen Skeletts mitversorgt – der Calciumstoffwechsel läuft also sozusagen auf zwei Baustellen gleichzeitig. Vitamin D trägt zur normalen Funktion des Immunsystems bei. Vitamin D trägt zur Erhaltung einer normalen Muskelfunktion bei. In der Schwangerschaft läuft über deinen Kreislauf ein Teil des Vitamin D auch an dein Baby weiter – deine eigene Versorgung ist also gewissermaßen die Basis für die Versorgung deines Kindes. Nach der Geburt gilt über die Muttermilch grundsätzlich Ähnliches, wobei Vitamin D dort naturgemäß nur in geringen Mengen vorkommt. Deshalb bekommen gestillte Babys in Deutschland ohnehin unabhängig von deiner eigenen Einnahme eine eigene, niedrig dosierte Vitamin-D-Gabe vom Kinderarzt verordnet. Für die Stillzeit selbst haben wir mit MAMASMILCH einen Still-Komplex zusammengestellt: Bockshornklee-Samen-Extrakt, Fenchel, Omega-3, Cholin, Eisen, Folsäure und Vitamin B12 in einer veganen Kapsel (mehr dazu unten).
Für wen ist das gerade jetzt wichtig?
Nicht jede Schwangere braucht automatisch ein Vitamin-D-Präparat – das hängt von deiner individuellen Versorgung ab. Besonders im Blick behalten solltest du das Thema, wenn deine Schwangerschaft in die Herbst- oder Wintermonate fällt, du beruflich viel drinnen bist, deine Haut meist bedeckt ist oder du einen dunkleren Hauttyp hast. Auch wenn du dich vegan ernährst, fällt eine der wenigen nennenswerten Nahrungsquellen für Vitamin D – fetter Fisch – automatisch weg. Auch wenn du kurz nach einer vorherigen Schwangerschaft oder Stillzeit erneut schwanger geworden bist, können deine Speicher noch nicht wieder ganz aufgefüllt sein. In all diesen Fällen ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass deine körpereigene Bildung nicht ausreicht. Gewissheit bringt aber kein Rätselraten, sondern ein Blutwert, den deine Frauenärztin oder dein Frauenarzt im Rahmen der Vorsorge bestimmen kann.
Einnahme & Dosierung
Für Erwachsene gilt ohne ausreichende körpereigene Bildung ein Schätzwert von 20 Mikrogramm Vitamin D pro Tag, umgerechnet 800 I.E. – und dieser Wert ändert sich in Schwangerschaft und Stillzeit nicht: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung setzt für beide Gruppen genau denselben Referenzwert an wie für alle anderen Erwachsenen auch. Wie viel du darüber hinaus brauchst, sagt dein Blutwert. Lass den 25-OH-D-Wert bestimmen und richte die Menge daran aus. Eine Untersuchung mit Schwangeren, die ab der 12. bis 16. Woche täglich 400, 2.000 oder 4.000 I.E. Vitamin D3 erhielten, meldete bei keiner dieser Mengen unerwünschte Ereignisse durch das Vitamin D. Mit 4.000 I.E. erreichten die meisten Frauen einen ausreichenden Blutwert. Das ist kein Freibrief für den Alleingang, sondern ein Grund, den Blutwert ernst zu nehmen.
Wichtiger als die reine Zahl ist oft die Form der Einnahme: Eine tägliche, niedrig dosierte Gabe ist einer einzelnen hochdosierten Bolus-Dosis vorzuziehen. Hochdosierte Depot-Präparate, wie sie für eine bequeme Einnahme im Abstand mehrerer Tage entwickelt wurden, gehören in der Schwangerschaft grundsätzlich nicht auf den eigenen Einnahmeplan, sondern höchstens auf ausdrückliche ärztliche Anweisung. Das gilt auch für unser eigenes Vitamin D3 Depot + K2Pure® mit 5.000 I.E. je Tablette: Laut Produktseite ist es für Schwangere, Stillende, Kinder und Jugendliche nicht geeignet. Am sinnvollsten gehst du so vor: Du lässt deinen Vitamin-D-Spiegel bestimmen, besprichst das Ergebnis mit deiner Frauenärztin, deinem Frauenarzt oder deiner Hebamme – und stimmst Präparat und genaue Menge gemeinsam ab. Nimm in Schwangerschaft und Stillzeit kein Vitamin-D-Präparat auf eigene Faust in einer Dosierung, die über die allgemeine Tagesempfehlung hinausgeht – die Abstimmung mit deinem Frauenarzt oder deiner Hebamme ist hier kein Beipackzettel-Ritual, sondern der eigentliche erste Schritt.
Praktisch für die Aufnahme: Vitamin D ist fettlöslich, dein Körper nimmt es also am besten zusammen mit einer Mahlzeit auf, die etwas Fett enthält – zum Beispiel morgens mit Butter aufs Brot oder etwas Avocado, statt pur auf nüchternen Magen. Eine feste Mahlzeit als Anker hilft dir außerdem, die Einnahme in einer ohnehin ereignisreichen Zeit nicht zu vergessen.
Worauf du beim Kauf achten solltest
Wenn du nach Rücksprache ein Präparat auswählst, macht die Form den Unterschied. Vitamin D3 (Cholecalciferol) wird vom Körper zuverlässiger aufgenommen und verwertet als das pflanzliche Vitamin D2 – bei veganem D3 aus Flechten bekommst du trotzdem die besser verwertbare Form. Achte auf eine Dosierung pro Tablette oder pro Tropfen, die sich exakt an die mit dir besprochene Tagesmenge anpassen lässt: Bei Tropfen lässt sich das oft feiner steuern als bei fest dosierten Kapseln. Bei Tropfen lohnt zusätzlich ein Blick auf das Trägeröl: Da Vitamin D fettlöslich ist, braucht es ein Öl als Trägerstoff, damit dein Körper es überhaupt gut aufnehmen kann. Finger weg von Kombi-Präparaten, die Vitamin D nur deshalb mit vielen weiteren, hochdosierten Stoffen mischen, weil sich das gut verkauft – in dieser Zeit zählt Zurückhaltung bei der Zahl der Mikronährstoff-Quellen mehr als Masse. Und ein unabhängiger Labornachweis für Reinheit und tatsächlichen Gehalt ist gerade jetzt kein nettes Extra, sondern eine Grundvoraussetzung. Bei uns wird jede Charge unabhängig im Labor geprüft. Wer mit Frauenarzt oder Hebamme zusätzlich Magnesium abspricht, findet unser Magnesiumbisglycinat: 360 mg elementares Magnesium in drei Kapseln, chelatiert, magenfreundlich, vegan.
Ehrlich eingeordnet
Ein Vitamin-D-Mangel in der Schwangerschaft ist keine Seltenheit – gerade in den dunklen Monaten liegt ein großer Teil der Bevölkerung unter den empfohlenen Werten, unabhängig von einer Schwangerschaft. Das heißt aber nicht, dass jede Frau automatisch supplementieren muss oder dass mehr grundsätzlich besser ist. Zu sehr hohen Dosen speziell in der Schwangerschaft ist die Studienlage dünn und uneinheitlich – ein Grund mehr, dich an die etablierte Tagesmenge zu halten statt an Extreme in die eine oder andere Richtung zu gehen. Die meisten Frauen mit niedrigem Wert merken im Alltag zunächst gar nichts davon – das macht die Sache trickier, aber auch weniger dramatisch, als mancher Angst-Artikel im Internet suggeriert.
Ganz sicher weißt du es ohnehin nur mit einem Blutwert. Der ersetzt jede Vermutung, jedes Bauchgefühl und jeden pauschalen Rat aus dem Internet – auch diesen Artikel hier. Fünf Minuten Blutabnahme wiegen jede Unsicherheit auf.
Passende Produkte von Scheunengut
Ein niedrig dosiertes Vitamin-D-Tagespräparat speziell für die Schwangerschaft führen wir nicht. Unser Vitamin D3 Depot + K2Pure® (5.000 I.E. je Tablette, jeden 5. Tag eine) ist für Schwangere, Stillende, Kinder und Jugendliche nicht geeignet. Der erste Schritt ist ohnehin der Blutwert bei deiner Frauenärztin, deinem Frauenarzt oder deiner Hebamme.
Für die Stillzeit haben wir MAMASMILCH zusammengestellt. Pro Tagesdosis von drei Kapseln stecken darin 900 mg Bockshornklee-Samen-Extrakt, 150 mg Fenchel, 450 µg Folsäure, 19,8 mg Eisen, 5,4 µg Vitamin B12 und rund 70 mg Cholin, dazu Omega-3 mit DHA. Folsäure trägt zur normalen Blutbildung bei. Vitamin B12 trägt zur normalen Funktion des Nervensystems bei. Eisen trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei. Die Hülle ist vegan, frei von Zusatz-, Farb- und Füllstoffen, hergestellt in Deutschland und chargenweise laborgeprüft. Wie bei jedem Präparat in dieser Zeit stimmst du es vorher mit Frauenarzt oder Hebamme ab.
Dazu passt Magnesiumbisglycinat: Magnesium trägt zu einer normalen Muskelfunktion bei und trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei. Scheunengut gibt es seit 2012, ohne Investoren und mit dem Fokus auf pure Rohstoffqualität.
Häufige Fragen (FAQ)
Wie viel Vitamin D darf ich in der Schwangerschaft nehmen?
Die empfohlene Menge liegt bei 20 Mikrogramm, also 800 I.E., pro Tag, wenn die körpereigene Bildung über die Sonne nicht ausreicht – genau wie bei allen anderen Erwachsenen auch. Wie viel du darüber hinaus brauchst, zeigt dein Blutwert (25-OH-D). Die genaue Dosierung besprichst du mit deiner Frauenärztin, deinem Frauenarzt oder deiner Hebamme.
Ist Vitamin D in der Schwangerschaft überhaupt notwendig?
Das hängt von deiner individuellen Versorgung ab und lässt sich nicht pauschal beantworten. Wer wenig Sonne abbekommt, viel drinnen ist oder sich vegan ernährt, hat ein höheres Risiko für eine unzureichende Versorgung – Sicherheit bringt hier ein Blutwert, keine Vermutung. Verbringst du dagegen gerade viel Zeit draußen in der sonnenreichen Jahreszeit, kann deine körpereigene Bildung bereits ausreichen.
Kann Vitamin D dem Baby schaden?
Die Menge gehört in ärztliche Hand: Blutwert bestimmen, Dosis daran ausrichten, später kontrollieren. In einer Untersuchung mit Schwangeren, die täglich bis zu 4.000 I.E. Vitamin D3 erhielten, wurde kein unerwünschtes Ereignis auf das Vitamin D zurückgeführt. Hochdosierte Depot-Präparate wie unser Vitamin D3 Depot + K2Pure® sind für Schwangere nicht geeignet, solange kein Arzt das ausdrücklich anders festlegt.
Darf ich Vitamin D auch in der Stillzeit einnehmen?
Ja, für Stillende gilt derselbe Referenzwert wie für Schwangere: 20 Mikrogramm, also 800 I.E., am Tag, wenn die eigene Bildung nicht ausreicht. Dein gestilltes Baby bekommt unabhängig davon in aller Regel eine eigene, niedrig dosierte Vitamin-D-Gabe vom Kinderarzt verordnet.
Reicht die Ernährung, um mich in der Schwangerschaft mit Vitamin D zu versorgen?
Nein, über normale Lebensmittel wie fetten Fisch oder Eier lässt sich der Bedarf allein kaum decken. Der Großteil deines Vitamin D entsteht in der Haut durch Sonnenlicht – reicht das nicht aus, braucht es entweder mehr Zeit im Freien oder ein Präparat in abgestimmter Dosierung. Auch angereicherte Lebensmittel wie manche Margarinen liefern nur einen kleinen Teil der Gesamtversorgung.
Sollte ich meinen Vitamin-D-Spiegel in der Schwangerschaft testen lassen?
Ein Bluttest ist der einzige verlässliche Weg, um zu wissen, ob du wirklich zu wenig hast – und wie viel du gegebenenfalls zusätzlich brauchst. Sprich das Thema bei deiner nächsten Vorsorgeuntersuchung aktiv an, falls deine Frauenärztin, dein Frauenarzt oder deine Hebamme es nicht ohnehin anspricht.
Ab wann in der Schwangerschaft sollte ich auf meine Vitamin-D-Versorgung achten?
Am besten von Anfang an, da Vitamin D über den gesamten Verlauf der Schwangerschaft eine Rolle für deinen Calcium- und Knochenstoffwechsel spielt. Eine erste Kontrolle lässt sich gut mit einer der frühen Vorsorgeuntersuchungen verbinden.
Gesundheitshinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Bei gesundheitlichen Beschwerden, in Schwangerschaft und Stillzeit oder bei der Einnahme von Medikamenten halte bitte Rücksprache mit einer Ärztin oder einem Arzt. So entstehen unsere Ratgeber →
Quellen
- Vitamin D – Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr — Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), 2025
- Vitamin D supplementation during pregnancy: double-blind, randomized clinical trial of safety and effectiveness — Journal of Bone and Mineral Research, 2011
- Evaluation, treatment, and prevention of vitamin D deficiency: an Endocrine Society clinical practice guideline — Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, 2011


















