Kurz erklärt

Augenflimmern und müde Augen entstehen oft durch Bildschirmarbeit, Übermüdung, Stress oder trockene Luft. Regelmäßige Pausen, bewusstes Blinzeln, gutes Licht und eine nährstoffreiche Ernährung können die Augen im Alltag entlasten. Plötzliches, anhaltendes oder von Sehstörungen begleitetes Flimmern gehört immer ärztlich abgeklärt.

Flimmern vor den Augen, ein Schweregefühl der Lider, brennende oder müde Augen nach einem langen Tag am Bildschirm: Diese Empfindungen kennen viele Menschen. Meist sind sie harmlos, manchmal aber ein Signal, genauer hinzuschauen. In diesem Ratgeber erfährst du, was dahinterstecken kann, wann ein Arztbesuch wichtig ist und wie du deine Augen im Alltag entlastest.

Was hinter Augenflimmern und müden Augen steckt

Müde Augen entstehen häufig durch anhaltende Naharbeit am Bildschirm, bei der wir seltener blinzeln und die Augen austrocknen. Normalerweise blinzeln wir etwa 10 bis 15 Mal pro Minute; bei konzentrierter Bildschirmarbeit sinkt diese Zahl deutlich, sodass der schützende Tränenfilm schneller aufreißt. Auch schlechte Beleuchtung, trockene Heizungsluft, langes Lesen, Schlafmangel und allgemeine Erschöpfung belasten die Augen. Ein leichtes Flimmern oder Flackern kann bei Übermüdung, Stress oder Kreislaufschwankungen auftreten.

Hinter dem Schweregefühl steckt oft eine Überanstrengung der kleinen Augenmuskeln, die beim Naharbeiten dauerhaft angespannt sind. Weil das Auge auf kurze Distanz ständig scharfstellt, ermüdet der sogenannte Ziliarmuskel – ganz ähnlich wie ein Muskel, den man zu lange in einer Position hält. Manche Menschen kennen zudem ein wanderndes Flimmern mit Zickzacklinien, das nach einiger Zeit von selbst verschwindet und häufig mit einer sogenannten Migräne mit Aura in Verbindung gebracht wird. Solche Erscheinungen sollten ärztlich eingeordnet werden. In vielen Fällen sind müde, flimmernde Augen aber schlicht ein Zeichen für Überlastung.

Wann du ärztlich abklären lassen solltest

Suche zeitnah augen- oder hausärztlichen Rat, wenn das Flimmern plötzlich und stark auftritt, länger anhält, immer wiederkehrt oder von Symptomen wie Lichtblitzen, einem Schatten oder Vorhang im Gesichtsfeld, plötzlich vielen schwarzen Punkten, Sehverlust, starken Kopfschmerzen, Schwindel oder Ausfällen begleitet wird. Auch Augenschmerzen, Rötungen oder eine anhaltende Sehverschlechterung gehören abgeklärt. Solche Zeichen können auf Erkrankungen von Netzhaut, Nerven oder Kreislauf hinweisen, die eine rasche Untersuchung erfordern. Dieser Ratgeber ersetzt keine medizinische Beratung.

Was du im Alltag tun kannst

Gönn deinen Augen regelmäßige Pausen. Die 20-20-20-Regel hat sich bewährt: Schau alle 20 Minuten für etwa 20 Sekunden auf einen etwa 6 Meter entfernten Punkt. Der Blick in die Ferne entspannt den Ziliarmuskel, der beim Naharbeiten dauerhaft angespannt ist. Blinzle bewusst häufiger, um den Tränenfilm zu erneuern, und stelle den Bildschirm blendfrei sowie in angenehmer Helligkeit ein.

Sorge für gutes, indirektes Licht und lüfte regelmäßig, damit die Luft nicht zu trocken wird – im Winter kann eine Schale Wasser auf der Heizung oder ein Luftbefeuchter helfen. Positioniere den Monitor etwas unterhalb der Augenhöhe und in etwa einer Armlänge Abstand, damit das Auge weniger weit geöffnet wird und langsamer austrocknet. Ausreichend Schlaf entlastet die Augenmuskulatur, und ein Spaziergang an der frischen Luft mit Blick in die Ferne wirkt vielen wohltuend. Bei anhaltend trockenem Gefühl können befeuchtende Augentropfen aus der Apotheke helfen. Wer eine Brille oder Kontaktlinsen trägt, sollte die Sehstärke regelmäßig prüfen lassen, denn eine unpassende Korrektur strengt die Augen zusätzlich an.

Ernährung, die unterstützt

Eine farbenfrohe Ernährung liefert Nährstoffe, die für die Augen von Bedeutung sind. Grünes Blattgemüse wie Grünkohl, Spinat und Brokkoli sowie gelb-oranges Gemüse wie Paprika, Karotten und Mais enthalten Carotinoide wie Lutein und Zeaxanthin. Beeren und buntes Obst steuern zusätzlich Vitamine bei, und Eier liefern neben Eiweiß ebenfalls Lutein.

Fetter Seefisch wie Lachs, Makrele oder Hering liefert Omega-3-Fettsäuren, pflanzliche Alternativen sind Lein-, Raps- und Walnussöl. Nüsse und Samen wie Mandeln, Sonnenblumenkerne und Haselnüsse steuern Vitamin E bei, während Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und Kürbiskerne Zink liefern. Trinke ausreichend Wasser oder ungesüßten Tee, denn ein guter Flüssigkeitshaushalt unterstützt auch den Tränenfilm. So kombinierst du über den Tag verteilt viele Bausteine einer augenbewussten Ernährung.

Nährstoffe & Pflanzen mit Bezug

Einige Nährstoffe tragen laut anerkannten EU-Health-Claims zu Funktionen bei, die für das Sehen relevant sind. Vitamin A trägt zur Erhaltung normaler Sehkraft bei. Riboflavin (Vitamin B2) trägt zur Erhaltung normaler Sehkraft bei. Zink trägt zur Erhaltung normaler Sehkraft bei und trägt zu einem normalen Vitamin-A-Stoffwechsel bei.

Vitamin C und Vitamin E tragen dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen, ebenso wie Selen und Mangan. Die Carotinoide Lutein und Zeaxanthin reichern sich natürlicherweise in der Netzhaut, genauer im gelben Fleck, an; für sie gibt es zwar keinen zugelassenen Health-Claim, sie sind aber wichtige Bestandteile einer augenbewussten Ernährung. Heidelbeere und Traubenkern werden traditionell im Zusammenhang mit den Augen verwendet, ohne dass daraus eine Heilaussage abgeleitet werden darf.

Bildschirmarbeit augenfreundlich gestalten

Weil Naharbeit am Monitor der häufigste Auslöser müder Augen ist, lohnt es sich, den digitalen Alltag bewusst zu gestalten. Eine etwas größere Schrift und ein höherer Kontrast verringern die Anstrengung, ohne dass man näher an den Bildschirm rücken muss. Viele Geräte bieten einen wärmeren Farbmodus für den Abend, der als angenehmer empfunden wird. Achte darauf, dass keine Lampe oder kein Fenster sich im Display spiegelt, denn Blendung zwingt die Augen zu ständiger Nachjustierung. Plane bewusste Offline-Phasen ein, in denen die Augen ganz zur Ruhe kommen, und halte den Blick zwischendurch immer wieder in die Weite. So verteilst du die Belastung und gibst der Augenmuskulatur regelmäßig Gelegenheit zu entspannen.

Auch die Umgebung spielt eine größere Rolle, als viele denken. Trockene Raumluft durch Heizung oder Klimaanlage lässt den Tränenfilm schneller verdunsten; ein Luftbefeuchter oder regelmäßiges Stoßlüften wirkt dem entgegen. Ein Sitzplatz, bei dem der Luftstrom von Ventilator, Gebläse oder Fenster nicht direkt ins Gesicht zieht, schont die Augen zusätzlich. Wer viel liest, sollte für ausreichendes, gleichmäßiges Licht sorgen und den Text nicht im Halbdunkeln entziffern. Kleine Gewohnheiten summieren sich: eine bewusst eingelegte Pause am Fenster, ein Glas Wasser griffbereit und ein aufgeräumter, blendfreier Arbeitsplatz machen über den Tag einen spürbaren Unterschied.

Augen entspannen mit einfachen Übungen

Neben Pausen können ein paar einfache Übungen die Augen lösen. Beim sogenannten Palmieren reibt man die Hände kurz warm und legt die hohlen Handflächen sanft über die geschlossenen Augen, ohne zu drücken – die Wärme und Dunkelheit werden als wohltuend empfunden. Ebenso hilft es, den Blick bewusst zwischen einem nahen und einem fernen Punkt wandern zu lassen, um das Scharfstellen zu trainieren. Langsame, kreisende Augenbewegungen oder das abwechselnde Fixieren der vier Raumecken lockern die Augenmuskulatur. Wichtig ist, all das ruhig und ohne Anstrengung zu tun. Wer diese kleinen Routinen in Arbeitspausen einbaut, gibt seinen Augen über den Tag verteilt immer wieder Gelegenheit, aus der Daueranspannung der Naharbeit auszusteigen.

Ehrlich eingeordnet

Müde und flimmernde Augen sind meist ein Zeichen von Überlastung, und kein Nahrungsergänzungsmittel kann diese Beschwerden beseitigen. Was wirklich hilft, ist ein augenfreundlicher Alltag mit Pausen, gutem Licht, ausreichend Schlaf und einer ausgewogenen Ernährung. Tritt Flimmern plötzlich, stark oder mit weiteren Symptomen auf, ist die rasche ärztliche Abklärung der wichtigste Schritt.

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Häufige Fragen (FAQ)

Warum flimmern meine Augen nach dem Bildschirm?

Bei Bildschirmarbeit blinzeln wir seltener, die Augen ermüden und trocknen aus. Pausen, bewusstes Blinzeln und gutes Licht entlasten sie spürbar.

Ist Augenflimmern gefährlich?

Meist ist es harmlos und Folge von Übermüdung. Tritt es plötzlich, stark oder mit Lichtblitzen, Sehverlust oder Kopfschmerzen auf, sollte es rasch ärztlich abgeklärt werden.

Was ist die 20-20-20-Regel?

Schau alle 20 Minuten für etwa 20 Sekunden auf einen rund 6 Meter entfernten Punkt. Das entspannt die Augenmuskulatur bei Naharbeit.

Welche Lebensmittel sind gut für die Augen?

Grünes Blattgemüse, gelb-oranges Gemüse, Beeren, Eier, Nüsse und fetter Seefisch liefern Carotinoide, Vitamine und Omega-3-Fettsäuren, die zu einer augenbewussten Ernährung beitragen.

Was sind Lutein und Zeaxanthin?

Das sind Carotinoide aus grünem und gelbem Gemüse, die sich natürlicherweise im gelben Fleck der Netzhaut anreichern und häufig mit augenbewusster Ernährung in Verbindung gebracht werden.

Helfen künstliche Tränen bei trockenen Augen?

Befeuchtende Augentropfen aus der Apotheke können ein trockenes, müdes Gefühl mildern. Bei anhaltenden Beschwerden ist eine augenärztliche Abklärung sinnvoll.

Kann eine falsche Brille die Augen ermüden?

Ja, eine unpassende Sehstärke zwingt die Augen zu ständiger Nachjustierung und kann Ermüdung fördern. Lass Brille oder Kontaktlinsen regelmäßig überprüfen.

Wie viele Pausen sind bei Bildschirmarbeit sinnvoll?

Neben der 20-20-20-Regel für kurze Blickpausen tut alle ein bis zwei Stunden eine längere Unterbrechung von einigen Minuten gut, in der du aufstehst, dich bewegst und in die Ferne schaust. So verteilst du die Belastung gleichmäßiger über den Tag.

Trocknen Kontaktlinsen die Augen zusätzlich aus?

Kontaktlinsen können bei langer Bildschirmarbeit ein trockenes Gefühl verstärken, weil seltener geblinzelt wird. Regelmäßige Tragepausen, bewusstes Blinzeln und befeuchtende Tropfen aus der Apotheke können helfen.

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Gesundheitshinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Bei gesundheitlichen Beschwerden, in Schwangerschaft und Stillzeit oder bei der Einnahme von Medikamenten halte bitte Rücksprache mit einer Ärztin oder einem Arzt. So entstehen unsere Ratgeber →

Quellen

  1. Trockene Augen und Augenbeschwerden am Bildschirm — IQWiG / Gesundheitsinformation.de, 2023
  2. EU-Register nährwert- und gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel — Europäische Kommission, 2024
  3. Lutein, Zeaxanthin und Augengesundheit — Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA), 2023