Gesunde Erwachsene brauchen täglich rund 1.500 mg Natrium, 4.000 mg Kalium, 2.300 mg Chlorid, 1.000 mg Calcium sowie 300 bis 350 mg Magnesium. Eine ausgewogene Ernährung deckt das meist automatisch. Bei Sport, Hitze oder starkem Schwitzen steigt vor allem der Natriumbedarf spürbar an.
Fünf Mineralstoffe entscheiden, ob dein Wasserhaushalt, deine Muskeln und deine Nerven rundlaufen: Natrium, Kalium, Magnesium, Calcium und Chlorid. Im Netz kursieren dazu viele vage Aussagen wie „ausreichend zuführen“ – aber kaum konkrete Zahlen. Hier bekommst du die Zahlen: wie viele Milligramm du von jedem der fünf Elektrolyte täglich brauchst, und was sich ändert, wenn du Sport treibst, schwitzt oder es draußen richtig heiß wird.
Was sind Elektrolyte?
Elektrolyte sind Mineralstoffe, die in deinem Körper elektrisch geladen vorliegen – gelöst in Blut, in jeder Zelle und im Schweiß. Die fünf wichtigsten sind Natrium, Kalium, Magnesium, Calcium und Chlorid. Jeder von ihnen übernimmt eine klar abgegrenzte Aufgabe, gemeinsam halten sie deinen Wasserhaushalt im Gleichgewicht und sorgen dafür, dass sich Muskeln anspannen und wieder lösen und dass Nervenimpulse ankommen. Dein Körper reguliert die Konzentration dieser fünf sehr genau, hauptsächlich über die Nieren – kleine Schwankungen aus der Ernährung gleicht er von selbst aus.
So arbeiten die 5 Elektrolyte in deinem Körper
Natrium hält Wasser dort, wo es hingehört, in Blut und Gewebe, und treibt die Aufnahme von Flüssigkeit im Darm an. Es ist der Elektrolyt, den du beim Schwitzen mengenmäßig am meisten verlierst, und steckt vor allem in Salz, Brot, Käse und verarbeiteten Lebensmitteln.
Kalium arbeitet im Zellinneren als Gegenspieler zu Natrium. Kalium trägt zu einer normalen Muskelfunktion, zu einer normalen Funktion des Nervensystems und zur Aufrechterhaltung eines normalen Blutdrucks bei. Gute Quellen sind Bananen, Kartoffeln, Hülsenfrüchte und Trockenobst.
Magnesium ist an über 300 Stoffwechselprozessen beteiligt. Magnesium trägt zur normalen Muskelfunktion, zum Elektrolytgleichgewicht, zu einem normalen Energiestoffwechsel und zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei. Nüsse, Kerne, Vollkorn und grünes Blattgemüse liefern davon reichlich.
Calcium ist an der Muskelzelle der direkte Gegenspieler von Magnesium: Calcium löst die Kontraktion aus, Magnesium die Entspannung. Calcium trägt zu einer normalen Muskelfunktion bei sowie zur Erhaltung normaler Knochen und Zähne. Milchprodukte, Grünkohl und calciumreiches Mineralwasser sind starke Quellen.
Chlorid begleitet Natrium fast immer als Kochsalz und hält deinen Säure-Basen-Haushalt im Gleichgewicht. Wo Natrium ist, ist meist auch Chlorid nicht weit – eine gesonderte Nahrungsquelle brauchst du dafür nicht im Blick zu behalten.
Für wen ist das interessant?
Für gesunde Menschen mit ausgewogener Ernährung ist der Elektrolythaushalt meistens kein Thema – der Körper regelt das zuverlässig mit. Richtig spannend wird die genaue Tagesmenge für diese Gruppen:
- Sportlerinnen und Sportler, die regelmäßig lange oder intensiv trainieren und dabei stark schwitzen – hier lohnt sich der Blick auf die konkreten Zielwerte statt auf ein Gefühl.
- Menschen bei Hitze oder mit körperlich fordernder Arbeit im Freien, an heißen Tagen mit mehreren Litern Schweiß über mehrere Stunden.
- Wer Low-Carb, Keto oder zeitweise fastet – der Natriumverlust über die Nieren steigt in diesen Phasen spürbar, oft bemerkbar an Kopfschmerzen in den ersten Tagen.
- Ältere Menschen, weil das Durstgefühl mit den Jahren nachlässt und Flüssigkeits- wie Mineralstoffverluste dadurch leichter übersehen werden.
- Alle mit stark schwankender Ernährung, etwa auf Reisen, im Schichtdienst oder in stressigen Phasen mit viel Fertigkost statt frischer Küche.
Einnahme & Dosierung: Das brauchst du pro Tag
Hier die Zahlen, um die es geht – die Richtwerte der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) für gesunde Erwachsene:
- Natrium: rund 1.500 mg – entspricht etwa 3,8 Gramm Salz.
- Kalium: rund 4.000 mg – der höchste Wert der fünf, deutlich mehr, als viele erwarten.
- Chlorid: rund 2.300 mg – kommt fast immer zusammen mit Natrium.
- Calcium: 1.000 mg – für Muskelfunktion und als Baustein deiner Knochen.
- Magnesium: 300 mg für Frauen, 350 mg für Männer – der Allrounder unter den fünf.
Über eine ausgewogene Ernährung erreichst du diese Mengen meistens automatisch: Kalium und Magnesium über Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte und Vollkorn, Natrium und Chlorid ganz von selbst über Salz in Brot, Käse und verarbeiteten Lebensmitteln – eher zu viel als zu wenig.
Auf Nahrungsergänzungsmitteln steht meist eine Prozentangabe, die sich auf einen anderen Wert bezieht: den EU-weiten Vergleichswert (NRV), zum Beispiel 2.000 mg bei Kalium oder 375 mg bei Magnesium. Diese Zahl dient dem Vergleich zwischen Produkten, nicht deinem persönlichen Tagesbedarf – die beiden Werte weichen bewusst voneinander ab. Für Natrium gibt es übrigens gar keinen NRV, weil hier eher zu viel als zu wenig das Thema ist.
Bei Sport, Hitze oder körperlicher Arbeit steigt vor allem dein Natriumbedarf spürbar an: Ein Liter Schweiß enthält grob 400 bis 1.100 mg Natrium. Trainierst du über eine Stunde intensiv oder schwitzt bei großer Hitze mehrere Liter, verlierst du entsprechend mehr – und darfst hier ruhig nachlegen, am einfachsten über ein elektrolythaltiges Getränk während oder nach der Belastung. Kalium, Magnesium und Calcium gehen in kleineren Mengen mit, gehören aber zum Gesamtbild dazu.
Nimmst du ein Elektrolyt-Präparat, verteile größere Mengen über den Tag statt alles auf einmal, am besten zu einer Mahlzeit – das verträgt sich für die meisten Menschen deutlich angenehmer. Halte dich an die Verzehrempfehlung auf der Verpackung, sie ist bereits so kalkuliert, dass sie sinnvoll zur Ernährung dazukommt. Praktisch gedacht heißt das: Erst über den Teller gehen, und nur die Lücke schließen, die am Ende eines aktiven Tages tatsächlich noch offen bleibt – statt draufzusatteln, was ohnehin schon gedeckt ist.
Worauf du beim Kauf achten solltest
Wichtigstes Kriterium: Stehen auf der Packung die Milligramm-Mengen für alle fünf Elektrolyte in der Tagesdosis? Nur dann kannst du nachrechnen, ob ein Produkt zu deinem Bedarf passt. Viele günstige Brausetabletten werben zwar mit „Elektrolyten“, enthalten aber vor allem Magnesium und Kalium und kaum Natrium – dabei ist Natrium beim Schwitzen der mengenmäßig größte Verlust. Ein gut zusammengesetztes Produkt bildet alle fünf in einem sinnvollen Verhältnis ab, nicht nur die zwei bekanntesten Namen.
Bei Magnesium lohnt zusätzlich der Blick auf die Verbindung: Organische Formen wie Magnesiumbisglycinat oder -citrat werden in der Regel besser aufgenommen als anorganisches Magnesiumoxid und liegen seltener unverdaut im Darm. Achte außerdem auf eine unabhängige Laborprüfung jeder Charge und eine Rezeptur ohne unnötige Zusatzstoffe. Eine ausführliche Kauf-Checkliste findest du im Ratgeber „Elektrolyte kaufen: Zusammensetzung & worauf achten“ bei uns im Blog.
Ehrlich eingeordnet
Die Werte oben sind eine verlässliche Orientierung, keine Grenzlinie auf das Milligramm genau. Dein tatsächlicher Bedarf hängt von Körpergewicht, Schweißmenge, Ernährung und Aktivitätslevel ab. Isst du ausgewogen und bist gesund, erreichst du die meisten dieser Mengen ohnehin automatisch – Nahrungsergänzung ist dann ein Werkzeug für Ausnahmesituationen wie Sport, Hitze oder stressige Phasen, kein Muss für jeden Tag.
Kombinierst du regelmäßig mehrere hoch dosierte Präparate oder hast eine Nierenerkrankung, lohnt ein genauerer Blick auf die Gesamtmenge – mehr dazu im Ratgeber „Elektrolyte: Nebenwirkungen & wann Vorsicht zählt“ bei uns im Blog. Für alle anderen gilt: an den Richtwerten orientieren, bei Sport und Hitze nachjustieren, fertig.
Passende Produkte von Scheunengut
Unser Elektrolyte-Komplex bündelt alle fünf Mineralstoffe aus diesem Ratgeber – Natrium, Kalium, Magnesium, Calcium und Chlorid – in einem Produkt, sodass du nicht fünf einzelne Präparate im Kopf behalten musst. Die genauen Milligramm-Mengen je Tagesdosis stehen transparent auf dem Etikett, sodass du sie direkt mit den Richtwerten oben abgleichen kannst. Praktisch für Trainingstage, Hitzephasen oder einfach, wenn deine Ernährung mal unausgewogener läuft als sonst.
Häufige Fragen (FAQ)
Wie viel Natrium, Kalium, Magnesium, Calcium und Chlorid brauche ich pro Tag?
Als Richtwert für gesunde Erwachsene gelten rund 1.500 mg Natrium, 4.000 mg Kalium, 2.300 mg Chlorid, 1.000 mg Calcium sowie 300 mg für Frauen beziehungsweise 350 mg für Männer bei Magnesium. Über eine ausgewogene Ernährung erreichst du die meisten dieser Werte automatisch, ganz ohne extra nachzurechnen.
Was ist der Unterschied zwischen dem Tagesbedarf und dem NRV-Wert auf der Verpackung?
Der Tagesbedarf ist die Menge, die dein Körper tatsächlich braucht. Der NRV ist ein EU-weit einheitlicher Vergleichswert für Etiketten, zum Beispiel 2.000 mg bei Kalium oder 375 mg bei Magnesium – er dient dem Produktvergleich zwischen Herstellern, nicht deiner persönlichen Zielmenge.
Wie viel mehr Elektrolyte brauche ich beim Sport oder bei Hitze?
Vor allem dein Natriumbedarf steigt: Ein Liter Schweiß enthält grob 400 bis 1.100 mg Natrium. Bei langen, intensiven Einheiten oder großer Hitze mit mehreren Litern Schweiß darfst du entsprechend mehr zuführen, etwa über ein elektrolythaltiges Getränk während oder nach der Belastung.
Kann ich zu viele Elektrolyte auf einmal nehmen?
Bei normal dosierten Präparaten und gesunden Nieren ist das selten ein Problem, dein Körper scheidet Überschüsse zuverlässig aus. Kombinierst du jedoch mehrere Produkte gleichzeitig – etwa Sportgetränk, Kapsel und Brausetablette am selben Tag – lohnt ein genauerer Blick auf die Gesamtmenge.
Reicht die normale Ernährung, um den Tagesbedarf zu decken?
Für die meisten gesunden Menschen mit ausgewogener Ernährung ja. Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkorn und normal gesalzene Mahlzeiten decken alle fünf Elektrolyte in aller Regel gut ab, ganz ohne zusätzliches Präparat.
Wann sollte ich gezielt Elektrolyte ergänzen?
Vor allem bei langem oder intensivem Sport mit starkem Schwitzen, bei Hitze, bei körperlich fordernder Arbeit im Freien oder während Low-Carb- und Fastenphasen, in denen der Natriumverlust über die Nieren steigt.
Muss ich Natrium und Chlorid extra ergänzen?
Im normalen Alltag praktisch nie, die übliche Ernährung liefert über Salz eher zu viel als zu wenig davon. Relevant wird eine gezielte Zufuhr erst bei starkem, lang anhaltendem Schwitzen durch Sport oder Hitze, wenn über Stunden viel Flüssigkeit und Salz verloren gehen.
Gesundheitshinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Bei gesundheitlichen Beschwerden, in Schwangerschaft und Stillzeit oder bei der Einnahme von Medikamenten halte bitte Rücksprache mit einer Ärztin oder einem Arzt. So entstehen unsere Ratgeber →
Quellen
- Aktualisierte Referenzwerte für Natrium, Chlorid & Kalium — Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), 2017
- DGE aktualisiert die Referenzwerte für Calcium — Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), 2013
- Überarbeitete Referenzwerte für Ballaststoffe, Pantothensäure und Magnesium — Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), 2022
- Mindestmengen: So viel von Vitaminen oder Mineralstoffen muss drin sein — Verbraucherzentrale, 2025
- Mineralstoffverlust durch starkes Schwitzen? — Verbraucherzentrale, 2025


















