Kurz erklärt

Wer ständig erkältet ist, sollte zuerst die Versorgung mit Vitamin C, Vitamin D, Zink und Selen prüfen: Diese Nährstoffe tragen zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei. Eine ausgewogene Ernährung steht an erster Stelle, gezielte Nahrungsergänzung kann echte Lücken gezielt schließen.

Kaum ist der eine Schnupfen weg, kündigt sich der nächste an - manche Menschen sammeln im Winterhalbjahr Infekt um Infekt, während andere kaum etwas abbekommen. Woran das liegt, ist selten eine einzelne Ursache. Fest steht aber: Das Immunsystem braucht bestimmte Nährstoffe, um normal zu arbeiten. Welche das sind, wo sie stecken und was eine gezielte Versorgung realistisch leisten kann, klären wir hier.

Warum manche Menschen ständig erkältet sind

Erwachsene machen im Schnitt zwei bis vier Erkältungen pro Jahr durch, Kinder deutlich mehr - das ist normal und noch kein Grund zur Sorge. Auffällig wird es erst, wenn Infekte sich häufen, lange hinziehen oder ungewöhnlich schwer verlaufen. Dahinter steckt fast immer ein Bündel aus Faktoren: Stress, zu wenig Schlaf, wenig Bewegung, Rauchen, aber auch die Jahreszeit mit trockener Heizungsluft und engem Kontakt in Innenräumen. Viren haben es dann leichter.

Ein oft unterschätzter Baustein ist die Nährstoffversorgung. Das Immunsystem ist ein hochaktives Netzwerk aus Zellen und Botenstoffen, das für Aufbau, Steuerung und Abwehr auf eine ganze Reihe von Vitaminen und Spurenelementen angewiesen ist. Fehlt es dauerhaft an einem dieser Bausteine, kann das die normale Funktion beeinträchtigen. Genau hier setzt ein Ernährungs- und Lebensstil-Ansatz an - er ersetzt keine ärztliche Behandlung, schafft aber gute Voraussetzungen.

Diese Nährstoffe unterstützen eine normale Immunabwehr

Für einige Mikronährstoffe ist die Rolle im Immunsystem wissenschaftlich so gut belegt, dass die EU dafür geprüfte Health-Claims zugelassen hat. Diese vier gehören zu den wichtigsten.

Vitamin C

Vitamin C ist der Klassiker in der Erkältungszeit - und das nicht ohne Grund: Vitamin C trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei. Zusätzlich trägt es dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen, und hilft, Müdigkeit und Ermüdung zu verringern. Wichtig zur Einordnung: Vitamin C kann Erkältungen nicht verhindern. Es geht darum, die normale Funktion des Immunsystems zu unterstützen - nicht um ein Schutzschild gegen jeden Virus.

Vitamin D

Vitamin D nimmt eine Sonderrolle ein, weil der Körper es überwiegend selbst über die Haut bildet - allerdings nur bei ausreichend Sonnenlicht. In den dunklen Monaten von Oktober bis März reicht die Einstrahlung in unseren Breiten dafür kaum aus, und genau in diese Zeit fällt die Infektsaison. Vitamin D trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei. Wer wenig nach draußen kommt, älter ist oder dunklere Haut hat, hat ein höheres Risiko für eine Unterversorgung. Ob eine Ergänzung für Sie sinnvoll ist, lässt sich über einen Bluttest beim Arzt klären.

Zink

Zink ist an unzähligen Enzymreaktionen beteiligt und für Abwehrzellen unverzichtbar. Zink trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei und schützt die Zellen zusätzlich vor oxidativem Stress. Der Körper kann Zink nicht speichern, deshalb ist eine regelmäßige Zufuhr über die Ernährung wichtig. Eine dauerhaft knappe Versorgung ist gar nicht so selten, vor allem bei überwiegend pflanzlicher Kost.

Selen

Das Spurenelement Selen ist in Deutschland ein kritischer Nährstoff, weil die Böden vergleichsweise arm daran sind. Selen trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei und hilft, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen. Schon eine kleine Menge deckt den Tagesbedarf - eine einzige Paranuss enthält oft mehr als genug, weshalb bei Selen Maß statt Masse gilt.

Über dieses Quartett hinaus spielen weitere Nährstoffe eine Rolle: Auch Vitamin A trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei, ebenso Vitamin B6, Vitamin B12, Folat und Kupfer. Das Immunsystem funktioniert eben nicht über einen einzelnen Stoff, sondern über ein gut abgestimmtes Zusammenspiel - ein Grund mehr, die Ernährung als Ganzes im Blick zu behalten.

Für wen das Thema besonders relevant ist

Nicht jeder braucht zusätzliche Nährstoffe, aber es gibt Gruppen, bei denen Lücken wahrscheinlicher sind. Dazu zählen ältere Menschen, bei denen Appetit und Aufnahme nachlassen, Schwangere und Stillende mit erhöhtem Bedarf, Menschen mit einseitiger oder stark kalorienreduzierter Ernährung sowie alle, die sich vegan ernähren - hier sind vor allem Vitamin B12, Zink und teils Selen zu beachten.

Auch chronischer Stress und Schlafmangel zehren an den Reserven, und wer viel Sport treibt, hat einen höheren Umsatz: Vitamin C trägt dazu bei, die normale Funktion des Immunsystems während und nach intensiver körperlicher Betätigung aufrechtzuerhalten. Die Versorgung ist zudem selten ein isoliertes Thema - dieselben Bausteine spielen an vielen Stellen im Körper eine Rolle, etwa wenn es um Nährstoffe für normale Blutgefäße oder um Nährstoffe bei Restless Legs geht.

Ernährung zuerst: Wo die Nährstoffe stecken

Bevor Sie zu Kapseln greifen, lohnt der Blick auf den Teller - eine bunte, vollwertige Ernährung liefert die meisten dieser Nährstoffe in gut verfügbarer Form.

Vitamin C steckt reichlich in Paprika, Brokkoli, Grünkohl, Zitrusfrüchten, schwarzen Johannisbeeren und Sanddorn. Weil es hitzeempfindlich ist, gilt: schonend garen oder roh essen. Zink liefern vor allem Fleisch, Käse, Haferflocken, Linsen und Kürbiskerne. Selen findet sich in Fisch, Eiern, Fleisch und - in hoher Konzentration - in Paranüssen. Vitamin D ist über Lebensmittel wie fetten Seefisch nur begrenzt zu decken; hier bleibt die körpereigene Bildung über Sonnenlicht der Hauptweg.

Ein praktischer Grundsatz: Fünf Portionen Gemüse und Obst am Tag, dazu Vollkorn, Hülsenfrüchte, Nüsse und - je nach Ernährungsweise - Fisch, Eier oder Milchprodukte decken einen Großteil des Bedarfs ab. Nahrungsergänzung ist dann das, was der Name sagt: eine Ergänzung, kein Ersatz für gutes Essen.

Nahrungsergänzung sinnvoll einsetzen: Einnahme, Dosis und Qualität

Wenn die Ernährung Lücken lässt oder ein erhöhter Bedarf besteht, kann eine gezielte Ergänzung diese Lücken schließen. Ein paar Punkte helfen, es richtig zu machen. Fettlösliche Vitamine wie Vitamin D nehmen Sie am besten zu einer Mahlzeit mit etwas Fett ein. Vitamin C wird über den Tag verteilt am gleichmäßigsten aufgenommen, da überschüssige Mengen ausgeschieden werden. Bei Zink und Selen ist weniger oft mehr - halten Sie sich an die empfohlene Verzehrmenge, denn gerade bei Spurenelementen ist der Abstand zwischen sinnvoll und zu viel klein.

Auf Qualität zu achten heißt: klare Deklaration der Mengen, gut verfügbare Verbindungen, keine überflüssigen Zusätze und eine Dosierung, die sich an den offiziellen Referenzwerten orientiert. Kombipräparate sind praktisch, ein Blick auf die tatsächlich enthaltenen Mengen lohnt sich aber immer - viel hilft nicht viel. Wer bereits Medikamente einnimmt oder eine Erkrankung hat, sollte die Einnahme vorab ärztlich abstimmen.

Ehrlich eingeordnet: Was gesichert ist - und was nicht

Klartext an dieser Stelle: Kein Nährstoff und kein Präparat kann eine Erkältung sicher verhindern. Die zugelassenen Health-Claims sagen aus, dass diese Stoffe zu einer normalen Funktion des Immunsystems beitragen - sie setzen eine gute Grundversorgung voraus und liefern keinen Extra-Schutz durch Überdosierung. Wer bereits ausreichend versorgt ist, profitiert von noch mehr in aller Regel nicht.

Gesichert ist dagegen, dass ein echter Mangel die normale Funktion beeinträchtigen kann und dass das Auffüllen einer Unterversorgung sinnvoll ist. Ebenso gut belegt ist der unspektakuläre Rahmen drumherum: ausreichend Schlaf, Bewegung an der frischen Luft, Stressabbau, Nichtrauchen und regelmäßiges Händewaschen. Diese Basics wirken zuverlässiger als jedes Einzelpräparat - Nährstoffe sind ein Baustein, nicht die ganze Lösung. Dass eine gute Versorgung sich an vielen Stellen bemerkbar macht, zeigt sich auch bei anderen Alltagsthemen wie Nährstoffen bei Sodbrennen oder Nährstoffen für trockene Augen.

Häufige Fragen (FAQ)

Kann ich mit Nahrungsergänzung Erkältungen verhindern?

Nein. Vitamin C, D, Zink und Selen tragen zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei, sie sind aber kein Schutzschild gegen Viren. Wer gut versorgt ist, gibt seiner Abwehr eine solide Grundlage - garantieren lässt sich ein infektfreier Winter damit nicht.

Welche Nährstoffe sind bei häufigen Infekten am wichtigsten?

Im Fokus stehen Vitamin C, Vitamin D, Zink und Selen, weil ihre Rolle im Immunsystem am besten belegt ist. Ergänzend sind Vitamin A, B6, B12, Folat und Kupfer relevant. Entscheidend ist das Zusammenspiel und eine insgesamt ausgewogene Ernährung.

Sollte ich im Winter Vitamin D einnehmen?

Von Oktober bis März reicht das Sonnenlicht in unseren Breiten für die körpereigene Bildung oft nicht aus, weshalb eine Unterversorgung häufiger vorkommt. Ob und wie viel für Sie sinnvoll ist, klären Sie am besten über einen Bluttest und das Gespräch mit Ihrem Arzt.

Wie viel Zink am Tag ist sinnvoll?

Halten Sie sich an die auf dem Produkt angegebene Verzehrmenge und die offiziellen Referenzwerte. Bei Zink gilt: Mehr bringt keinen Zusatznutzen, und dauerhaft hohe Mengen können ungünstig sein. Eine abwechslungsreiche Ernährung deckt den Bedarf bei vielen Menschen bereits gut.

Reicht eine gesunde Ernährung aus oder brauche ich Präparate?

Für die meisten Menschen liefert eine bunte, vollwertige Ernährung die nötigen Nährstoffe. Präparate sind sinnvoll, wenn ein erhöhter Bedarf, eine einseitige Ernährung oder ein nachgewiesener Mangel vorliegt. Im Zweifel hilft eine ärztliche Abklärung, gezielt statt pauschal zu ergänzen.

Wann Sie ärztlichen Rat suchen sollten

Häufige, leichte Erkältungen sind meist harmlos. Suchen Sie jedoch ärztlichen Rat, wenn Infekte sich ungewöhnlich oft wiederholen, sehr lange anhalten oder schwer verlaufen, wenn hohes Fieber, Atemnot oder starke Beschwerden auftreten oder wenn Sie unsicher sind. Auch bei anhaltender Müdigkeit oder Verdacht auf einen Nährstoffmangel gehört die Abklärung in ärztliche Hand - Nahrungsergänzung ersetzt weder Diagnose noch Behandlung.

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Gesundheitshinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Bei gesundheitlichen Beschwerden, in Schwangerschaft und Stillzeit oder bei der Einnahme von Medikamenten halte bitte Rücksprache mit einer Ärztin oder einem Arzt. So entstehen unsere Ratgeber →

Quellen

  1. Vitamin D und das Immunsystem — Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), 2022
  2. Zinc - Fact Sheet for Health Professionals — NIH Office of Dietary Supplements, 2022