Kurz erklärt

Selen ist ein lebensnotwendiges Spurenelement, das über die Ernährung aufgenommen werden muss. Die besten Quellen sind Paranüsse, Fisch, Meeresfrüchte, Fleisch und Eier, wobei der Gehalt je nach Boden schwankt. Selen trägt zu einer normalen Schilddrüsenfunktion und zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei.

Selen ist ein lebensnotwendiges Spurenelement, das der Körper nur in kleinen Mengen braucht, aber nicht selbst herstellen kann. Es muss deshalb regelmäßig über die Ernährung zugeführt werden. Wie viel Selen in einem Lebensmittel steckt, hängt stark davon ab, wie selenreich der Boden ist, auf dem es gewachsen ist, oder womit die Tiere gefüttert wurden. In diesem Ratgeber findest du eine übersichtliche Liste der besten Selenquellen, erfährst, wofür der Körper Selen benötigt, wie hoch der Tagesbedarf ist, wie du deine Versorgung über die Ernährung sicherstellst und wann eine Ergänzung überhaupt sinnvoll sein kann.

Warum Selen wichtig ist

Selen ist Bestandteil verschiedener körpereigener Enzyme und erfüllt im Körper mehrere wissenschaftlich anerkannte Funktionen. Nach den zugelassenen europäischen Angaben gilt: Selen trägt zu einer normalen Schilddrüsenfunktion bei, Selen trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei und Selen trägt zum Schutz der Zellen vor oxidativem Stress bei. Außerdem trägt Selen zur Erhaltung normaler Haare und zur Erhaltung normaler Nägel bei sowie zu einer normalen Spermabildung.

Diese Aussagen sind an eine ausreichende Versorgung mit dem Nährstoff geknüpft und gelten im Rahmen einer angemessenen Zufuhr. Der Körper speichert Selen nur in begrenztem Umfang, weshalb eine regelmäßige Aufnahme wichtiger ist als eine einmalige große Menge. Selen wird nach der Aufnahme über den Darm in verschiedene Eiweiße eingebaut, die als Selenoproteine bezeichnet werden und im Stoffwechsel unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Genau darauf beziehen sich die anerkannten Funktionen des Spurenelements. Eine dauerhaft zu geringe Zufuhr kann die Versorgung beeinträchtigen, weshalb es sinnvoll ist, selenhaltige Lebensmittel fest in den Speiseplan einzubauen und dabei auf Abwechslung zu achten.

Die besten Selenquellen im Überblick

Selen kommt sowohl in tierischen als auch in pflanzlichen Lebensmitteln vor. Die folgenden Werte sind Richtwerte und können je nach Herkunft und Bodengehalt teils erheblich schwanken:

  • Paranüsse: mit Abstand die reichste Quelle, oft mehrere hundert Mikrogramm pro 100 Gramm; schon wenige Nüsse können den Tagesbedarf decken.
  • Fisch und Meeresfrüchte: Thunfisch, Hering, Sardine, Scholle und Garnelen liefern etwa 30 bis 80 Mikrogramm pro 100 Gramm.
  • Fleisch und Innereien: vor allem Leber und Niere, aber auch Schweine-, Rind- und Geflügelfleisch mit rund 10 bis 30 Mikrogramm pro 100 Gramm.
  • Eier: etwa 10 Mikrogramm pro Ei, je nach Fütterung der Legehennen.
  • Hülsenfrüchte: Linsen, Bohnen und Kichererbsen als pflanzliche Quellen mit moderatem Gehalt.
  • Getreide und Vollkornprodukte: Weizen, Hafer und daraus hergestellte Produkte, stark abhängig vom Selengehalt des Bodens.
  • Nüsse und Samen: neben Paranüssen auch Sonnenblumenkerne und Cashews mit einem gewissen Beitrag.

Die Werte machen deutlich, warum Paranüsse eine echte Sonderrolle einnehmen. Wegen ihres sehr hohen Gehalts sollten sie allerdings nicht in großen Mengen täglich gegessen werden, um eine Überversorgung zu vermeiden. Eine kleine Handvoll pro Woche gilt vielen als gute Orientierung. Für eine stabile Versorgung ist die Mischung aus mehreren Quellen sinnvoller als das einseitige Setzen auf ein einziges Lebensmittel.

Wie hoch ist der Tagesbedarf?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung gibt Schätzwerte für eine angemessene Selenzufuhr an. Für erwachsene Frauen liegt der Wert bei etwa 60 Mikrogramm pro Tag, für erwachsene Männer bei etwa 70 Mikrogramm pro Tag. In Schwangerschaft und Stillzeit kann der Bedarf leicht erhöht sein. Der Tagesbedarf lässt sich mit einer abwechslungsreichen Ernährung in der Regel gut decken.

Wichtig ist der Blick auf die Herkunft der Lebensmittel: In vielen europäischen Regionen sind die Böden vergleichsweise selenarm, sodass pflanzliche Lebensmittel hier weniger Selen enthalten als etwa in Teilen Nordamerikas. Tierische Lebensmittel sind dagegen eine relativ verlässliche Quelle, da Nutztierfutter in der EU teils gezielt mit Selen ergänzt wird. Das erklärt, warum Fisch, Fleisch und Eier in unseren Breiten oft die konstanteren Selenlieferanten sind als Getreide und Gemüse.

Aufnahme-Tipps für den Alltag

Damit du deine Selenversorgung im Alltag zuverlässig abdeckst, helfen ein paar einfache Grundsätze:

  • Setze regelmäßig auf abwechslungsreiche Eiweißquellen wie Fisch, Eier, Fleisch oder Hülsenfrüchte.
  • Eine kleine Menge Paranüsse als gelegentlicher Snack kann viel beitragen, sollte aber nicht im Übermaß gegessen werden.
  • Kombiniere pflanzliche und tierische Quellen, um Schwankungen im Bodengehalt auszugleichen.
  • Setze auf Vollkornprodukte statt stark ausgemahlenem Mehl, da ein Teil des Selens in den Randschichten des Korns sitzt.
  • Achte auf eine insgesamt bunte, ausgewogene Ernährung statt auf einzelne Wunderlebensmittel.

Selen ist gegenüber üblichen Zubereitungsmethoden vergleichsweise stabil, sodass beim Kochen, Braten oder Backen keine großen Verluste zu erwarten sind. Eine ausgewogene Mischkost bleibt damit der beste und einfachste Weg zu einer stabilen Versorgung, ohne dass du einzelne Nährstoffe akribisch zählen müsstest.

Wann eine Ergänzung sinnvoll sein kann

Die meisten Menschen mit einer ausgewogenen Mischkost sind ausreichend mit Selen versorgt und brauchen keine zusätzliche Zufuhr. In bestimmten Situationen kann die Versorgung jedoch schwieriger sein, etwa bei sehr einseitiger Ernährung oder bei streng pflanzlicher Kost ohne bewusste Auswahl selenreicher Lebensmittel. Ob eine Ergänzung im Einzelfall sinnvoll ist, lässt sich am besten anhand einer ärztlichen Einschätzung und gegebenenfalls einer Blutuntersuchung klären.

Da Selen bei zu hoher Zufuhr auch unerwünschte Wirkungen haben kann, sollte eine Ergänzung nicht auf gut Glück und nicht dauerhaft in hohen Mengen erfolgen. Behörden nennen Höchstmengen, die man nicht überschreiten sollte. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung sowie eine gesunde Lebensweise. Wenn du unsicher bist, Medikamente einnimmst oder Beschwerden hast, sprich vor der Einnahme mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Passende Produkte

Wer seine Versorgung gezielt ergänzen möchte, findet Kombipräparate, die Selen mit weiteren Nährstoffen verbinden. Unser Schilddrüsen Komplex mit Jod, Selen und Thymian liefert die Spurenelemente Selen und Jod. Selen trägt zu einer normalen Schilddrüsenfunktion bei, und auch Jod trägt zu einer normalen Schilddrüsenfunktion bei. So lässt sich die Zufuhr beider Spurenelemente gezielt unterstützen, wenn die Ernährung allein nicht ausreicht. Ob eine Ergänzung für dich passt, klärst du am besten mit einer fachlichen Einschätzung.

Selen bei besonderen Ernährungsformen

Ob deine Selenversorgung leicht oder eher schwierig zu decken ist, hängt auch von deiner Ernährungsweise ab. Wer eine gemischte Kost mit Fisch, Fleisch und Eiern isst, ist in unseren Breiten meist zuverlässig versorgt, da tierische Lebensmittel hier verlässlichere Quellen sind. Menschen, die sich vegetarisch ernähren, können über Eier, Milchprodukte, Hülsenfrüchte, Vollkorn und Nüsse ebenfalls gut Selen aufnehmen, sollten aber bewusst auf Abwechslung achten.

Bei streng pflanzlicher, also veganer Ernährung lohnt ein genauerer Blick, weil pflanzliche Selenquellen stark vom Bodengehalt abhängen und in selenarmen Regionen weniger liefern. Hier können Paranüsse in kleiner, wohldosierter Menge einen wertvollen Beitrag leisten, ohne dass man sie im Übermaß essen muss. Auch bei sehr einseitigen Diäten oder in Lebensphasen mit verändertem Bedarf kann es sinnvoll sein, die Versorgung im Blick zu behalten. In all diesen Fällen gilt: Eine bunte, gut geplante Lebensmittelauswahl ist der erste und wichtigste Schritt, bevor über gezielte Ergänzungen nachgedacht wird. Bei Unsicherheit gibt eine ärztliche Einschätzung Orientierung. Hilfreich ist es außerdem, den Speiseplan über die Woche zu betrachten statt über einen einzelnen Tag, denn Schwankungen im Selengehalt einzelner Mahlzeiten gleichen sich über mehrere Tage hinweg meist gut aus. So bleibt die Versorgung stabil, ohne dass du einzelne Portionen genau berechnen musst.

Häufige Fragen (FAQ)

Welches Lebensmittel enthält am meisten Selen?

Paranüsse sind die mit Abstand reichste Selenquelle und liefern oft mehrere hundert Mikrogramm pro 100 Gramm. Bereits wenige Nüsse können den Tagesbedarf decken, weshalb man sie nicht im Übermaß essen sollte.

Wie viel Selen brauche ich pro Tag?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nennt Schätzwerte von etwa 60 Mikrogramm pro Tag für Frauen und rund 70 Mikrogramm pro Tag für Männer. Diese Menge lässt sich mit einer abwechslungsreichen Ernährung meist gut erreichen.

Sind pflanzliche Lebensmittel gute Selenquellen?

Das hängt stark vom Boden ab. In vielen europäischen Regionen sind die Böden selenarm, sodass Getreide und Hülsenfrüchte hier weniger Selen enthalten. Paranüsse bilden eine Ausnahme, tierische Lebensmittel sind meist verlässlicher.

Kann man zu viel Selen aufnehmen?

Ja. Selen kann bei dauerhaft sehr hoher Zufuhr unerwünschte Wirkungen haben. Über normale Lebensmittel ist eine Überversorgung selten, bei hoch dosierten Präparaten oder sehr vielen Paranüssen aber möglich.

Wofür braucht der Körper Selen?

Selen trägt zu einer normalen Schilddrüsenfunktion bei, zu einer normalen Funktion des Immunsystems und zum Schutz der Zellen vor oxidativem Stress. Außerdem trägt es zur Erhaltung normaler Haare und Nägel bei.

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Gesundheitshinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Bei gesundheitlichen Beschwerden, in Schwangerschaft und Stillzeit oder bei der Einnahme von Medikamenten halte bitte Rücksprache mit einer Ärztin oder einem Arzt. So entstehen unsere Ratgeber →

Quellen

  1. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) — Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr: Selen, 2023
  2. Bundesinstitut für Risikobewertung — Selen in Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln: Höchstmengen, 2021
  3. gesund.bund.de — Spurenelemente in der Ernährung: Selen, 2023
  4. Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) — Zugelassene gesundheitsbezogene Angaben zu Selen, 2010