Viel Vitamin A liefern tierische Lebensmittel wie Leber, Butter und Eigelb. Pflanzliche Quellen wie Karotten, Süßkartoffeln und Grünkohl enthalten Beta-Carotin, das der Körper bei Bedarf in Vitamin A umwandelt. Etwas Fett in der Mahlzeit sowie leichtes Erhitzen und Zerkleinern verbessern die Aufnahme deutlich.
Vitamin A ist ein fettlösliches Vitamin, das der Körper für viele grundlegende Funktionen benötigt. Bekannt ist es vor allem im Zusammenhang mit den Augen und dem Sehen. Doch wo steckt es eigentlich drin? Die Antwort ist zweigeteilt: Tierische Lebensmittel liefern echtes Vitamin A, während pflanzliche Lebensmittel sogenannte Provitamine wie Beta-Carotin enthalten, die der Körper erst umwandeln muss. In diesem Ratgeber findest du eine übersichtliche Liste der besten Vitamin-A-Quellen mit Werten, erfährst deinen Tagesbedarf und wie du das Vitamin optimal aufnimmst.
Warum Vitamin A wichtig ist
Vitamin A erfüllt im Körper mehrere Aufgaben. Nach den zugelassenen EU-Angaben trägt Vitamin A zur Erhaltung normaler Sehkraft bei und trägt zur Erhaltung normaler Haut und Schleimhäute bei. Außerdem trägt Vitamin A zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei, trägt zu einem normalen Eisenstoffwechsel bei und hat eine Funktion bei der Zellspezialisierung.
Als fettlösliches Vitamin kann Vitamin A im Körper – vor allem in der Leber – gespeichert werden. Eine tägliche punktgenaue Zufuhr ist deshalb weniger entscheidend als bei wasserlöslichen Vitaminen; über die Woche betrachtet sollte die Bilanz jedoch stimmen.
Vitamin A und Beta-Carotin: der Unterschied
Man unterscheidet zwei Formen. Retinol ist das fertige Vitamin A und kommt ausschließlich in tierischen Lebensmitteln vor. Beta-Carotin – auch Provitamin A genannt – steckt in pflanzlichen Lebensmitteln und wird im Körper nach Bedarf zu Vitamin A umgewandelt. Diese Umwandlung ist reguliert, weshalb es über pflanzliche Quellen praktisch nicht zu einer Überversorgung kommt. Bei den Nährwertangaben wird der Gehalt häufig in Retinol-Aktivitätsäquivalenten (RAE) angegeben, um beide Formen vergleichbar zu machen.
Die besten Vitamin-A-Quellen (tierisch)
Die folgenden Werte sind Richtwerte für Retinol je 100 Gramm und können je nach Herkunft schwanken:
- Rinderleber: ca. 15.000 µg – ein Spitzenwert, weshalb Leber nur in Maßen verzehrt werden sollte
- Lebertran: ca. 18.000 µg
- Butter: ca. 650 µg
- Eigelb: ca. 500 µg
- Käse (z. B. Emmentaler): ca. 270 µg
- Vollmilch: ca. 30 µg
Leber ist mit Abstand die reichste Quelle. Gerade deshalb wird Schwangeren geraten, auf große Mengen Leber zu verzichten, da sehr hohe Retinol-Zufuhren in der Frühschwangerschaft problematisch sein können.
Die besten Beta-Carotin-Quellen (pflanzlich)
Pflanzliche Lebensmittel liefern Beta-Carotin. Richtwerte je 100 Gramm:
- Karotten: ca. 1.500 µg RAE
- Süßkartoffel: ca. 1.000 µg RAE
- Grünkohl: ca. 800 µg RAE
- Spinat: ca. 800 µg RAE
- Feldsalat: ca. 650 µg RAE
- Kürbis: ca. 400 µg RAE
- Aprikose: ca. 270 µg RAE
- Rote Paprika: ca. 250 µg RAE
- Mango: ca. 200 µg RAE
An der typisch orangeroten oder tiefgrünen Farbe lässt sich der hohe Carotingehalt oft schon erkennen. Karotten sind das Paradebeispiel und decken den Tagesbedarf bereits mit einer kleinen Portion rechnerisch ab.
Wie hoch ist der Tagesbedarf?
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) gibt den Referenzwert in Retinol-Aktivitätsäquivalenten an. Für erwachsene Frauen liegt er bei etwa 700 µg RAE, für Männer bei etwa 850 µg RAE pro Tag. In Schwangerschaft und Stillzeit ist der Bedarf erhöht. Mit einer ausgewogenen Ernährung, die regelmäßig Gemüse wie Karotten oder Grünkohl sowie tierische Lebensmittel wie Butter, Ei oder Käse enthält, lässt sich dieser Bedarf in der Regel gut decken.
Ein Rechenbeispiel verdeutlicht das: Bereits eine mittelgroße Karotte oder eine kleine Portion Süßkartoffel liefert rechnerisch einen erheblichen Teil des Tagesbedarfs an Vitamin-A-Aktivität. Kombiniert man das im Laufe des Tages mit etwas Butter aufs Brot, einem Ei oder etwas Käse, ist die Versorgung meist mühelos gedeckt. Ein tatsächlicher Mangel entsteht daher fast nur bei sehr einseitiger Ernährung über längere Zeit.
Vitamin A richtig aufnehmen
Weil Vitamin A und Beta-Carotin fettlöslich sind, verbessert etwas Fett in der Mahlzeit die Aufnahme deutlich. Ein paar praktische Tipps:
- Karotten mit etwas Öl, Butter oder einem Klecks Sahne kombinieren – roh geraspelt mit einem Dressing oder kurz angedünstet.
- Leichtes Erhitzen und Zerkleinern von Gemüse macht das Beta-Carotin für den Körper besser verfügbar, da die Zellstrukturen aufgeschlossen werden.
- Grünes Blattgemüse wie Spinat oder Grünkohl mit einem hochwertigen Öl anrichten.
Ein reiner, fettfreier Rohkostsalat aus Karotten liefert also weniger verfügbares Vitamin A als dieselbe Menge mit einem Öl-Dressing.
Vitamin A in verschiedenen Lebensphasen
Der Bedarf an Vitamin A schwankt je nach Alter und Lebenssituation. Kinder und Jugendliche haben je nach Entwicklungsstand einen an das Wachstum angepassten Bedarf, während Schwangere und Stillende deutlich mehr benötigen. Gerade in der Schwangerschaft ist Vitamin A ein zweischneidiges Thema: Einerseits ist eine ausreichende Versorgung wichtig, andererseits sollten sehr hohe Retinol-Zufuhren – etwa durch große Mengen Leber oder hochdosierte Präparate – gerade in der Frühschwangerschaft gemieden werden. Über pflanzliches Beta-Carotin aus Gemüse besteht dieses Risiko nicht, da der Körper die Umwandlung reguliert. Wer schwanger ist oder es werden möchte, klärt die Vitamin-A-Versorgung am besten ärztlich ab.
Vitamin A, Lutein und die Augen
Vitamin A wird oft mit dem Sehen in Verbindung gebracht, und tatsächlich trägt es nach den zugelassenen EU-Angaben zur Erhaltung normaler Sehkraft bei. In der Netzhaut ist Vitamin A an den lichtempfindlichen Vorgängen beteiligt. Häufig wird Vitamin A im Zusammenhang mit weiteren Pflanzenstoffen genannt, etwa den Carotinoiden Lutein und Zeaxanthin, die in grünem Blattgemüse wie Grünkohl und Spinat vorkommen. Anders als bei Beta-Carotin wandelt der Körper diese beiden nicht in Vitamin A um. Eine abwechslungsreiche Ernährung mit viel farbenfrohem Gemüse liefert von beidem etwas und ist damit die einfachste Grundlage für eine gute Nährstoffversorgung rund um die Augen.
Häufige Fehler bei der Vitamin-A-Versorgung
In der Praxis gibt es ein paar typische Stolpersteine. Wer Gemüse konsequent fettfrei zubereitet, verschenkt einen Teil des fettlöslichen Vitamins. Wer Karotten und Co. nur roh und unzerkleinert isst, macht dem Körper die Aufnahme schwerer, weil das Beta-Carotin in den Zellstrukturen eingeschlossen bleibt. Und wer sehr einseitig isst und weder tierische Quellen noch orangerotes oder tiefgrünes Gemüse einbaut, kann langfristig unterversorgt sein. Umgekehrt lässt sich die Versorgung leicht verbessern: etwas Fett zur Mahlzeit, leichtes Erhitzen und Zerkleinern sowie eine bunte Auswahl an Gemüse reichen meist schon aus.
Wann eine Ergänzung sinnvoll sein kann
Ein echter Vitamin-A-Mangel ist in Deutschland bei ausgewogener Ernährung selten. Da der Körper Vitamin A speichert und Beta-Carotin nach Bedarf umwandelt, ist die Versorgung meist stabil. In besonderen Situationen – etwa bei stark einseitiger Ernährung, bestimmten Verdauungserkrankungen oder einer sehr fettarmen Kost – kann die Aufnahme jedoch eingeschränkt sein.
Bei Vitamin A ist zudem Vorsicht bei hochdosierten Präparaten geboten, weil es fettlöslich ist und sich im Körper anreichern kann. Ob und in welcher Form eine Ergänzung für dich sinnvoll ist, solltest du daher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt besprechen – das gilt besonders in Schwangerschaft und Stillzeit. Über pflanzliches Beta-Carotin aus Lebensmitteln besteht dieses Risiko einer Überversorgung nicht.
Passende Produkte
Für die Augen gibt es Kombinationspräparate, die verschiedene Mikronährstoffe bündeln. Die Augenvitamine von Scheunengut etwa enthalten neben Pflanzenstoffen wie Lutein und Zeaxanthin auch Vitamin A und B-Vitamine. Vitamin A trägt darin nach den zugelassenen EU-Angaben zur Erhaltung normaler Sehkraft bei. Ob ein solches Produkt für dich passt, hängt von deiner individuellen Situation und Ernährung ab.
Häufige Fragen (FAQ)
Welches Lebensmittel hat am meisten Vitamin A?
Die reichste Quelle ist Leber, insbesondere Rinderleber und Lebertran, mit sehr hohen Retinolwerten. Wegen dieser hohen Gehalte sollte Leber jedoch nur in Maßen verzehrt werden. Bei pflanzlichen Quellen führen Karotten und Süßkartoffeln.
Ist Beta-Carotin dasselbe wie Vitamin A?
Nicht ganz. Beta-Carotin ist eine Vorstufe, das sogenannte Provitamin A. Der Körper wandelt es nach Bedarf in Vitamin A um. Fertiges Vitamin A (Retinol) kommt dagegen nur in tierischen Lebensmitteln vor.
Kann man zu viel Vitamin A aufnehmen?
Über pflanzliches Beta-Carotin praktisch nicht, da die Umwandlung reguliert ist. Über hochdosierte Präparate oder sehr große Mengen Leber kann sich fettlösliches Vitamin A jedoch anreichern. Schwangere sollten Leber und hochdosierte Präparate meiden.
Wie nehme ich Vitamin A am besten auf?
Da Vitamin A und Beta-Carotin fettlöslich sind, verbessert etwas Fett in der Mahlzeit die Aufnahme. Karotten oder grünes Blattgemüse mit Öl, Butter oder Sahne zu kombinieren und leicht zu erhitzen erhöht die Verfügbarkeit.
Wie viel Vitamin A brauche ich pro Tag?
Die DGE nennt als Referenzwert rund 700 µg RAE für Frauen und 850 µg RAE für Männer pro Tag. Mit Gemüse wie Karotten sowie tierischen Lebensmitteln wie Butter, Ei und Käse ist dieser Bedarf gut zu decken.
Gesundheitshinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Bei gesundheitlichen Beschwerden, in Schwangerschaft und Stillzeit oder bei der Einnahme von Medikamenten halte bitte Rücksprache mit einer Ärztin oder einem Arzt. So entstehen unsere Ratgeber →
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Referenzwerte Vitamin A — DGE, 2020
- Bundeszentrum für Ernährung — BZfE, 2023
- Bundesinstitut für Risikobewertung: Vitamin A — BfR, 2022


















