Gut für die Augen sind Karotten, Süßkartoffeln, Grünkohl, Spinat, Eigelb, fette Fische wie Lachs sowie rote Paprika und Mandeln. Sie liefern Vitamin A, Riboflavin und Zink, die zur Erhaltung normaler Sehkraft beitragen, sowie Lutein und Zeaxanthin.
Unsere Augen leisten jeden Tag Schwerstarbeit – vom ersten Blick am Morgen bis zum Bildschirm am Abend. Dabei sind sie auf eine ganze Reihe von Nährstoffen angewiesen, die der Körper nicht selbst herstellen kann. Über die Ernährung lässt sich einiges tun, um die Augen mit dem zu versorgen, was sie brauchen. In diesem Ratgeber erfährst du, welche Lebensmittel besonders wertvolle Nährstoffe für die Augen liefern, wie hoch der Bedarf ungefähr ist und wie du die Aufnahme verbessern kannst.
Warum die richtigen Nährstoffe für die Augen wichtig sind
Für die Sehkraft spielen mehrere Vitamine und Mineralstoffe eine Rolle, für die es in der Europäischen Union offiziell zugelassene Angaben gibt. So gilt: Vitamin A trägt zur Erhaltung normaler Sehkraft bei. Auch Riboflavin trägt zur Erhaltung normaler Sehkraft bei und Zink trägt zur Erhaltung normaler Sehkraft bei. Diese drei Nährstoffe bilden gewissermaßen die Basis für eine normale Funktion der Augen.
Darüber hinaus sind Pflanzenstoffe wie Lutein und Zeaxanthin bekannt, die sich in der Netzhaut anreichern. Für sie gibt es keine zugelassenen Aussagen, sie gehören aber zu einer augenfreundlichen Ernährung dazu. Wer auf eine bunte, abwechslungsreiche Kost achtet, versorgt seine Augen ganz automatisch mit einem breiten Spektrum an Nährstoffen.
Die besten Lebensmittel für die Augen
Viele augenfreundliche Nährstoffe stecken in Gemüse, Obst, Fisch, Eiern und Nüssen. Die folgenden Angaben beziehen sich auf jeweils 100 Gramm und dienen zur Orientierung.
- Karotten: reich an Beta-Carotin, der Vorstufe von Vitamin A (etwa 1.500–2.000 µg Retinol-Äquivalent)
- Süßkartoffeln: ebenfalls hoher Beta-Carotin-Gehalt (etwa 1.000 µg)
- Grünkohl: viel Lutein und Zeaxanthin sowie Vitamin C
- Spinat: reich an Lutein, Zeaxanthin und Folat
- Eigelb: liefert Lutein, Zeaxanthin und Vitamin A
- Lachs und andere fette Fische: Quelle für Omega-3-Fettsäuren
- Rinderleber: sehr hoher Vitamin-A-Gehalt
- Paprika, rot: hoher Vitamin-C-Gehalt (etwa 140 mg)
- Mandeln: gute Vitamin-E-Quelle (etwa 26 mg)
- Kürbis: reich an Beta-Carotin
- Austern und Rindfleisch: gute Zinkquellen
- Milchprodukte: liefern Riboflavin (Vitamin B2)
Wer täglich eine Portion grünes Blattgemüse, etwas Obst und regelmäßig Fisch oder Ei isst, deckt einen großen Teil der augenrelevanten Nährstoffe bereits ab. Besonders praktisch ist, dass sich viele dieser Lebensmittel gut kombinieren lassen: Ein Salat aus Spinat und Grünkohl mit gerösteten Mandeln, etwas Öl und einem gekochten Ei vereint gleich mehrere augenfreundliche Nährstoffe in einer Mahlzeit. So musst du dir nicht einzelne Zutaten merken, sondern kannst dich an dem Grundsatz orientieren, möglichst bunt und abwechslungsreich zu essen.
Die Pflanzenstoffe Lutein und Zeaxanthin verdienen dabei besondere Beachtung, weil sie sich gezielt in der Netzhaut anreichern. Sie stecken vor allem in dunkelgrünem Blattgemüse wie Grünkohl und Spinat sowie in Eigelb. Auch wenn es für diese Stoffe keine zugelassenen gesundheitsbezogenen Aussagen gibt, gehören sie zu einer augenbewussten Ernährung dazu. Wer regelmäßig grünes Gemüse isst, nimmt sie ganz automatisch mit auf.
Wie hoch ist der Tagesbedarf?
Der Bedarf hängt vom jeweiligen Nährstoff ab. Für Vitamin A liegt der EU-Referenzwert bei 800 Mikrogramm pro Tag, für Riboflavin bei 1,4 Milligramm und für Zink bei 10 Milligramm. Diese Mengen lassen sich mit einer ausgewogenen Ernährung gut erreichen, ohne dass einzelne Lebensmittel in großen Mengen nötig sind.
Ein Blick auf die Praxis zeigt, wie leicht sich diese Werte im Alltag erreichen lassen. Eine Portion Karotten oder Süßkartoffeln liefert reichlich Beta-Carotin, ein Ei bringt Vitamin A und Riboflavin mit, und eine Handvoll Kürbiskerne oder etwas Rindfleisch decken einen Teil des Zinkbedarfs. Milchprodukte tragen zusätzlich Riboflavin bei. Wer diese Lebensmittel über die Woche verteilt, kommt ohne besondere Anstrengung auf eine gute Versorgung. Entscheidend ist weniger die einzelne Mahlzeit als das Gesamtbild über mehrere Tage.
Beta-Carotin aus pflanzlichen Lebensmitteln wandelt der Körper nach Bedarf in Vitamin A um, weshalb eine Überversorgung über Gemüse praktisch ausgeschlossen ist. Anders sieht es bei sehr hohen Mengen aus tierischer Leber oder hoch dosierten Präparaten aus – hier ist Vitamin A tatsächlich in fertiger Form enthalten und sollte nicht dauerhaft überdosiert werden.
Wie du die Aufnahme verbessern kannst
Viele augenfreundliche Nährstoffe sind fettlöslich. Das gilt für Vitamin A, Beta-Carotin, Lutein und Zeaxanthin. Deshalb werden sie deutlich besser aufgenommen, wenn du eine kleine Menge Fett dazugibst. Ein Schuss Olivenöl über den Salat, etwas Butter am Gemüse oder eine Handvoll Nüsse als Beilage verbessern die Verwertung spürbar.
Karotten und andere carotinreiche Gemüse werden zudem besser aufgeschlossen, wenn sie leicht gegart und zerkleinert sind. Ein kurzes Dünsten bricht die Zellstrukturen auf und macht das Beta-Carotin besser verfügbar. Rohkost hat andere Vorteile, deshalb lohnt sich eine Mischung aus rohem und gegartem Gemüse.
Ein weiterer Aspekt ist die Regelmäßigkeit. Der Körper legt keine großen kurzfristigen Reserven für alle augenrelevanten Nährstoffe an, weshalb eine gleichmäßige Versorgung über die Woche sinnvoller ist als seltene große Portionen. Wenn du grünes Gemüse, buntes Obst und gesunde Fette fest in deinen Speiseplan einbaust, entsteht diese Gleichmäßigkeit ganz von allein. So bleibt die Nährstoffzufuhr stabil, ohne dass du auf einzelne Mahlzeiten besonders achten musst.
Augenfreundlich essen im Alltag
Eine augenfreundliche Ernährung muss nicht kompliziert sein. Ein bunter Teller ist ein guter Anhaltspunkt: Je mehr Farben, desto größer die Vielfalt an Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen. Grünes Blattgemüse, oranges und rotes Gemüse, dazu regelmäßig Fisch, Ei und Nüsse bilden eine solide Grundlage.
Auch ausreichendes Trinken ist wichtig, denn die Augen sind auf eine gute Befeuchtung angewiesen. Wer viel am Bildschirm arbeitet, sollte zusätzlich auf regelmäßige Pausen achten. Die Ernährung ist ein Baustein, der sich gut mit anderen augenfreundlichen Gewohnheiten kombinieren lässt.
Gerade im Alltag am Computer profitieren die Augen von einer Kombination mehrerer Gewohnheiten. Die bekannte Faustregel, den Blick regelmäßig in die Ferne schweifen zu lassen, entlastet die Augenmuskulatur. Eine gute Beleuchtung, ein ausreichender Abstand zum Bildschirm und bewusstes Blinzeln beugen dem Austrocknen vor. Diese Maßnahmen ersetzen die Ernährung nicht, ergänzen sie aber sinnvoll. Wer beides zusammendenkt, tut seinen Augen den größten Gefallen, ohne dabei einzelne Wundermittel zu bemühen.
Wann eine gezielte Nährstoffzufuhr sinnvoll sein kann
In den meisten Fällen deckt eine ausgewogene Ernährung den Bedarf an augenrelevanten Nährstoffen. Bei einseitiger Kost, in bestimmten Lebensphasen oder bei einer nachgewiesenen Unterversorgung kann eine gezielte Ergänzung ein Thema sein. Das gilt insbesondere für Menschen, die wenig Gemüse essen oder auf bestimmte Lebensmittelgruppen verzichten.
Wenn du merkst, dass deine Sehkraft nachlässt oder Beschwerden auftreten, ist das immer ein Fall für eine augenärztliche Abklärung – die Ernährung kann eine ärztliche Untersuchung nicht ersetzen. Ergänzungen solltest du gezielt und nicht auf Verdacht in hoher Dosierung einnehmen, besonders bei fettlöslichen Vitaminen wie Vitamin A.
Gerade bei Vitamin A ist Vorsicht angebracht, weil es sich im Körper anreichern kann. Über pflanzliche Quellen in Form von Beta-Carotin besteht diese Gefahr praktisch nicht, wohl aber über hoch dosierte Präparate mit fertigem Vitamin A. Deshalb ist der Weg über eine bunte, gemüsereiche Ernährung nicht nur einfacher, sondern auch der sicherere. Wer trotzdem über eine Ergänzung nachdenkt, etwa weil er sehr einseitig isst, sollte das mit fachlicher Begleitung tun und nicht auf eigene Faust hohe Dosierungen wählen.
Häufige Fragen (FAQ)
Welche Lebensmittel sind besonders gut für die Augen?
Zu den augenfreundlichen Lebensmitteln zählen Karotten, Süßkartoffeln, Grünkohl und Spinat, außerdem Eigelb, fette Fische wie Lachs, rote Paprika und Mandeln. Sie liefern Vitamin A, Riboflavin, Zink sowie Lutein und Zeaxanthin.
Sind Karotten wirklich gut für die Augen?
Karotten enthalten viel Beta-Carotin, das der Körper in Vitamin A umwandelt. Vitamin A trägt zur Erhaltung normaler Sehkraft bei. Karotten sind also ein sinnvoller Teil einer augenfreundlichen Ernährung, auch wenn sie allein keine Wunder bewirken.
Wie kann ich Nährstoffe für die Augen besser aufnehmen?
Viele augenrelevante Nährstoffe sind fettlöslich. Eine kleine Menge Fett – etwa Öl, Butter oder Nüsse – verbessert die Aufnahme von Vitamin A, Beta-Carotin, Lutein und Zeaxanthin. Leichtes Garen von Gemüse macht Carotinoide zusätzlich besser verfügbar.
Welche Nährstoffe tragen zur normalen Sehkraft bei?
Nach den zugelassenen EU-Angaben tragen Vitamin A, Riboflavin und Zink zur Erhaltung normaler Sehkraft bei. Eine abwechslungsreiche Ernährung mit Gemüse, Fisch, Ei und Nüssen versorgt die Augen mit diesen Nährstoffen.
Kann Ernährung eine Augenerkrankung verhindern?
Eine ausgewogene Ernährung unterstützt die normale Funktion der Augen, ersetzt aber keine augenärztliche Vorsorge. Bei Sehproblemen oder Beschwerden solltest du immer einen Augenarzt aufsuchen, statt allein auf die Ernährung zu setzen.
Gesundheitshinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Bei gesundheitlichen Beschwerden, in Schwangerschaft und Stillzeit oder bei der Einnahme von Medikamenten halte bitte Rücksprache mit einer Ärztin oder einem Arzt. So entstehen unsere Ratgeber →
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung — DGE, 2024
- Bundeszentrum für Ernährung: Vitamin A — BZfE, 2024
- EU-Verordnung 432/2012: zugelassene Health Claims — EUR-Lex, 2012


















