Sie wächst in Sri Lanka am Wegrand, gilt im Ayurveda als eines der ehrwürdigsten Kräuter überhaupt, und wer heute durch die Regale der koreanischen Hautpflege stöbert, findet sie unter dem Kürzel „Cica“ auf jeder zweiten Creme: Gotu Kola, botanisch Centella asiatica. Wenn du wissen willst, was diese unscheinbare Sumpfpflanze eigentlich ist und warum sie so viele Namen und Anwendungen trägt, bist du hier richtig.
Direkt beantwortet: Gotu Kola (Centella asiatica) ist eine kriechende Sumpfpflanze aus Asien, deren Blätter und Kraut verwendet werden. Charakteristisch sind ihre Triterpene – Asiaticosid und Madecassosid. Sie wird in Ayurveda und TCM seit Jahrhunderten genutzt und ist heute vor allem als „Cica“-Zutat in der Hautpflege bekannt. Für Gotu Kola sind in der EU derzeit keine gesundheitsbezogenen Aussagen zugelassen; wir beschreiben die Pflanze daher sachlich und neutral.
Das Wichtigste in Kürze
- Was: Kriechende Sumpfpflanze Centella asiatica; verwendet werden Blätter und Kraut.
- Namen: Gotu Kola, Centella, Cica, Brahmi, Mandukaparni, „Tigergras“.
- Inhaltsstoffe: Triterpene (Asiaticosid, Madecassosid, Asiat- und Madecassinsäure), Flavonoide.
- Formen: Pulver, Extrakt-Kapseln, Tinktur; äußerlich in Cremes und Seren.
- Achtung: In Schwangerschaft/Stillzeit und bei Lebererkrankungen/Medikamenten vorab ärztlich abklären.
Was ist Gotu Kola – und woher kommt es?
Centella asiatica ist eine kleine, kriechende Pflanze mit fächerförmigen Blättern, die feuchte Standorte liebt: Reisfelder, Sumpfränder und Bachufer in Indien, Sri Lanka, Südostasien und Teilen Afrikas. Botanisch gehört sie zur Familie der Doldenblütler – verwandt also mit Petersilie und Fenchel. Verwendet werden die oberirdischen Teile, Blätter und Stängel.
Ihren populären Namen „Tigergras“ trägt die Pflanze der Legende nach, weil man beobachtet haben soll, wie sich verletzte Tiger darin wälzten. Aufpassen solltest du bei einem Namen: „Brahmi“ wird im Ayurveda sowohl für Centella asiatica als auch für die eigentlich andere Pflanze Bacopa monnieri verwendet. Verlass dich deshalb nie auf den volkstümlichen Namen, sondern auf die lateinische Bezeichnung Centella asiatica auf dem Etikett – nur so weißt du sicher, welche Pflanze im Präparat steckt.
Die Inhaltsstoffe: Triterpene als Leitsubstanzen
Was Gotu Kola charakterisiert, sind seine Triterpene – eine Gruppe sekundärer Pflanzenstoffe, die auch in der Kosmetikforschung viel Beachtung finden:
| Stoffgruppe | Beispiele | Bemerkung |
|---|---|---|
| Triterpen-Saponine | Asiaticosid, Madecassosid | charakteristische Leitsubstanzen |
| Triterpen-Säuren | Asiatsäure, Madecassinsäure | oft gemeinsam als „TECA“ bezeichnet |
| Flavonoide | Quercetin, Kämpferol | antioxidative Pflanzenstoffe |
Der Buchstaben-Cocktail auf Kosmetik-Etiketten – TECA, TTFCA, „Centella-Extrakt“, „Cica“ – meint im Kern dasselbe: einen auf die vier charakteristischen Triterpene eingestellten Auszug. Je höher und definierter der Triterpen-Gehalt, desto besser lässt sich ein Produkt einordnen und vergleichen. Bei billigen Rohpulvern ohne Standardisierung schwankt der Gehalt dagegen stark, weil er von Standort, Erntezeit und Trocknung abhängt.
Warum viele Menschen Gotu Kola nutzen
Gotu Kola hat eine der reichsten Anwendungsgeschichten aller Kräuter. Im Ayurveda zählt es zu den „Rasayana“-Pflanzen, die traditionell mit geistiger Klarheit und Regeneration in Verbindung gebracht werden. In der TCM und in der Volksheilkunde Südostasiens ist es seit Langem in Gebrauch – als Blattgemüse, in Salaten, als Tee. In Sri Lanka ist der Gotu-Kola-Salat „Gotukola sambol“ ein alltägliches Gericht.
Im Westen begegnen die meisten Menschen der Pflanze heute zuerst in der Hautpflege. Der Boom der „Cica“-Produkte aus der koreanischen K-Beauty hat Centella einem breiten Publikum bekannt gemacht – und viele entdecken erst danach, dass dahinter ein jahrtausendealtes, auch innerlich genutztes Kraut steht. Ähnlich wie bei Hyaluron oder Kollagen gibt es also eine äußerliche und eine innerliche Anwendungswelt, die sich thematisch berühren, aber unterschiedlich gut erforscht sind. Wer sich für den Haut- und Bindegewebs-Kontext interessiert, findet passende Ratgeber wie Nährstoffe fürs Bindegewebe und Nährstoffe für die Haut.
Was die Forschung untersucht
Das Forschungsinteresse an Gotu Kola konzentriert sich stark auf die Triterpene und teilt sich in zwei große Stränge. Der erste betrifft Haut und Bindegewebe: Untersucht wird, wie Asiaticosid und Madecassosid mit Kollagen und Hautzellen interagieren – deshalb ist Centella in der dermatologischen Forschung ein wiederkehrendes Thema. Der zweite Strang betrifft das Nervensystem und die kognitive Forschung, wo die traditionelle Rasayana-Nutzung wissenschaftlich beleuchtet wird.
Ganz wichtig ist hier die saubere Trennung zwischen äußerlicher und innerlicher Anwendung: Ein Großteil der beachteten Forschung bezieht sich auf die topische, also auf die Haut aufgetragene Anwendung. Diese Erkenntnisse lassen sich nicht einfach auf die Einnahme als Kapsel übertragen, denn was durch die Haut wirkt, verhält sich im Verdauungstrakt ganz anders.
Ehrlich eingeordnet: Ein Teil dieser Forschung stammt aus Labor- und Tierstudien oder aus der äußerlichen Anwendung. Belastbare, große Humanstudien zur innerlichen Einnahme für konkrete Ziele sind begrenzt. Die Forschungsrichtungen sind interessant – ein gesundheitliches Versprechen lässt sich daraus nicht ableiten.
Zugelassene Aussagen: der ehrliche Status
Für Gotu Kola (Centella asiatica) sind in der EU derzeit keine gesundheitsbezogenen Aussagen nach der Health-Claims-Verordnung zugelassen. Wir beschreiben die Pflanze daher sachlich und neutral – ihre Herkunft, Inhaltsstoffe, traditionelle und heutige Anwendung sowie den Stand der Forschung, ohne Wirkversprechen. Diese Transparenz ist gewollt: Sie ist das Gegenteil von überzogenem Marketing.
Formen, Qualität und Anwendung
Gotu Kola gibt es zur inneren Anwendung als Pulver, Extrakt-Kapseln und Tinktur, äußerlich in Cremes und Seren. Für die innere Anwendung solltest du auf folgende Punkte achten:
- Botanik prüfen: Centella asiatica – nicht mit Bacopa monnieri verwechseln.
- Standardisierung: definierter Triterpen-Gehalt für gleichbleibende Qualität.
- Herkunft & Laborprüfung: laborgeprüft erklärt – besonders wichtig bei Sumpfpflanzen (Schwermetalle).
- Bio-Qualität: warum das Sinn ergibt, zeigt Bio bei Nahrungsergänzung.
Ein Wort zur Herkunft: Gotu Kola wächst an feuchten Standorten, oft an Reisfeldern und Gewässern. Solche Böden können Schwermetalle wie Blei und Cadmium anreichern, weshalb die Laborprüfung hier besonders wichtig ist. Ob Kapsel oder Pulver besser zu dir passt, klärt Kapsel, Tablette, Pulver oder Tropfen. Und wenn du überlegst, ob eine zeitlich begrenzte Kur oder eine Dauereinnahme sinnvoller ist, hilft Kur oder Dauereinnahme weiter – gerade bei traditionellen Kräutern wird oft in Kuren gedacht.
Innerlich oder äußerlich? Zwei Anwendungswelten
Weil Gotu Kola sowohl in Cremes als auch in Kapseln steckt, verwechseln viele die beiden Welten. Bei der äußerlichen Anwendung wird ein Centella-Extrakt (oft „Cica“) auf die Haut aufgetragen – der Kontext ist Kosmetik und Hautpflege. Bei der innerlichen Anwendung nimmst du die Pflanze als Kapsel, Pulver oder Tinktur zu dir; hier steht die traditionsreiche Kräuter-Nutzung im Vordergrund. Beide Wege haben ihre Berechtigung, aber sie sind getrennt zu betrachten: Erkenntnisse aus der einen Welt lassen sich nicht einfach auf die andere übertragen. Wer innerlich einsteigen möchte, denkt bei traditionellen Kräutern oft in Kuren – Orientierung dazu gibt Kur oder Dauereinnahme, und die grundsätzliche Frage nach Einzelstoff oder Komplex behandelt Monopräparat oder Komplex.
Für wen ist Vorsicht geboten?
Bei Gotu Kola gilt: In Schwangerschaft und Stillzeit, bei Lebererkrankungen sowie bei Einnahme von Medikamenten die Anwendung vorab ärztlich abklären. Weil in Einzelfällen von Empfindlichkeitsreaktionen berichtet wurde, ist bei bestehenden Erkrankungen ein ärztliches Gespräch sinnvoll, bevor du das Kraut in deine Routine aufnimmst. Bei anhaltenden Beschwerden bitte ärztlich abklären. Mehr zum Zusammenspiel mit Arzneimitteln in Nahrungsergänzung und Medikamente.
Ehrlich eingeordnet
Gesichert ist: Gotu Kola ist eines der traditionsreichsten Kräuter aus Ayurveda und TCM mit einem gut charakterisierten Triterpen-Profil und breiter Anwendung – innerlich wie äußerlich. Offen ist: Belastbare Wirknachweise am Menschen für konkrete innerliche Ziele sind begrenzt, und ein Großteil der beachteten Forschung bezieht sich auf die Haut, nicht auf die Kapsel. Wer Gotu Kola nutzt, tut das im Rahmen einer langen Tradition – ohne gesundheitliches Versprechen.
Passende Produkte von Scheunengut
Gotu Kola findest du bei Scheunengut in unseren Kategorien Longevity und Beauty – Haut, Haare & Nägel. Wenn dich traditionsreiche Kräuter fürs Nervensystem interessieren, lohnt auch ein Blick in Gehirn & Nerven. Vertiefen kannst du das Thema mit Nährstoffe für die Haare, Nährstoffe für die kognitive Leistung und dem verwandten Kraut Bacopa monnieri.
Häufige Fragen (FAQ)
Ist Gotu Kola dasselbe wie Brahmi?
Nicht unbedingt. Der Name „Brahmi“ wird im Ayurveda mehrdeutig verwendet – mal für Centella asiatica (Gotu Kola), mal für die andere Pflanze Bacopa monnieri. Beim Kauf solltest du deshalb immer auf den lateinischen Namen achten: Steht dort Centella asiatica, hast du Gotu Kola vor dir.
Was bedeutet „Cica“ in der Hautpflege?
„Cica“ ist eine Abkürzung, die auf Centella asiatica zurückgeht, und bezeichnet in der koreanischen K-Beauty Produkte mit Centella-Extrakt. Es handelt sich also um dieselbe Pflanze wie Gotu Kola – nur zur äußerlichen, auf die Haut aufgetragenen Anwendung statt zur Einnahme.
Kann man Erkenntnisse aus Hautcremes auf Kapseln übertragen?
Nein, das sollte man nicht. Ein Großteil der beachteten Centella-Forschung bezieht sich auf die topische Anwendung auf der Haut. Was durch die Haut wirkt, verhält sich im Verdauungstrakt völlig anders. Innerliche und äußerliche Anwendung müssen getrennt betrachtet werden.
Worauf sollte ich bei der Qualität von Gotu Kola achten?
Achte auf den lateinischen Namen Centella asiatica, einen standardisierten Triterpen-Gehalt und – weil die Pflanze an feuchten, teils belasteten Böden wächst – auf eine Laborprüfung auf Schwermetalle wie Blei und Cadmium. Bio-Qualität und transparente Herkunft sind zusätzliche Pluspunkte.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung.










