Merk dir eine einzige Zahl und du hast das Vitamin-Thema fast durchschaut: 13. Genau so viele Vitamine gibt es – nicht mehr, nicht weniger. Vier davon sind fettlöslich (A, D, E, K), neun wasserlöslich (die acht B-Vitamine plus Vitamin C). Diese eine Einteilung entscheidet erstaunlich viel: wie du ein Vitamin einnimmst, ob dein Körper es speichern kann und wo im Alltag typische Lücken entstehen.

Kurz gesagt: Es gibt 13 essenzielle Vitamine. Fettlösliche (A, D, E, K) nimmst du am besten zu einer fetthaltigen Mahlzeit ein und dein Körper speichert sie. Wasserlösliche (8 B-Vitamine + C) speichert er kaum – hier zählt die regelmäßige, möglichst tägliche Zufuhr. Dieser Überblick sortiert alle 13 nach Funktion, nennt die EU-zugelassenen Aussagen im korrekten Wortlaut, zeigt die besten Lebensmittelquellen und führt dich gezielt zu jedem Detail-Ratgeber.

Das Wichtigste in Kürze

  • 13 Vitamine: 4 fettlöslich (A, D, E, K), 9 wasserlöslich (B1, B2, B3, B5, B6, B7/Biotin, B9/Folat, B12, C).
  • Fettlöslich = mit etwas Fett einnehmen, werden gespeichert. Wasserlöslich = kaum speicherbar, Überschuss wird ausgeschieden – regelmäßige Zufuhr zählt.
  • Vitamine sind essenziell: Der Körper kann sie nicht selbst bilden – einzige Ausnahme ist Vitamin D über Sonnenlicht.
  • Fast jedes Vitamin hat zugelassene Funktionen – von Immunsystem über Nervensystem bis Energiestoffwechsel.
  • Typische Lücken in Deutschland: Vitamin D (Winter), B12 (vegan/vegetarisch), Folat (Kinderwunsch & Schwangerschaft).

Was Vitamine im Körper überhaupt tun

Vitamine sind organische Verbindungen, die dein Körper in winzigen Mengen braucht, aber selbst nicht (oder nicht ausreichend) herstellen kann – deshalb müssen sie über die Nahrung hinein. Anders als Kohlenhydrate oder Fette liefern sie keine Energie. Stattdessen wirken viele von ihnen als Coenzyme: kleine Helfer, ohne die zentrale Stoffwechselreaktionen schlicht stillstehen. Stell dir ein Enzym als Werkzeug vor und das Vitamin als den Griff, der es überhaupt bedienbar macht – so entsteht aus deiner Nahrung erst nutzbare Energie. Andere Vitamine haben spezielle Aufgaben: Vitamin E schützt Zellstrukturen vor oxidativem Stress, Vitamin K steuert die Blutgerinnung, und Vitamin D wirkt im Körper fast wie ein Hormon. Genau weil sie an so vielen Schaltstellen sitzen, macht sich eine dauerhafte Unterversorgung breit bemerkbar – und genau deshalb lohnt der strukturierte Blick auf alle 13.

Fettlöslich oder wasserlöslich? Der wichtigste Unterschied

Diese eine Einteilung erklärt fast alles Praktische. Fettlösliche Vitamine (A, D, E, K) brauchen Nahrungsfett, um über den Darm aufgenommen zu werden – deshalb nimmst du sie am besten zu einer Mahlzeit mit etwas Öl, Nüssen oder Avocado. Der Körper legt für sie Speicher an (vor allem in Leber und Fettgewebe), weshalb du sie nicht jeden Tag punktgenau treffen musst. Die Kehrseite: Weil sie sich anreichern, ist bei ihnen ein dauerhaftes, deutliches Überschreiten der empfohlenen Menge eher ein Thema als bei den wasserlöslichen.

Wasserlösliche Vitamine (die acht B-Vitamine und Vitamin C) lösen sich in Wasser, werden kaum gespeichert und über die Nieren ausgeschieden, sobald mehr zugeführt wird als gebraucht. Das bedeutet zweierlei: Ein Zuviel ist seltener ein Problem – aber die regelmäßige, möglichst tägliche Zufuhr ist umso wichtiger. Ein weiterer Praxis-Punkt: Wasserlösliche Vitamine sind teils hitze- und lichtempfindlich und gehen beim Kochen ins Wasser über. Wer Gemüse schonend gart, erhält mehr davon. Wie du das im Alltag zusammenbringst, zeigt Kann man zu viele Vitamine nehmen?

Vitamin Löslichkeit Zugelassene Funktion (Auswahl, „trägt bei zu …")
Vitamin A fettlöslich normale Sehkraft, Immunsystem, Haut & Schleimhäute, Eisenstoffwechsel
Vitamin D fettlöslich Erhaltung normaler Knochen, Zähne & Muskelfunktion, Immunsystem, Calciumaufnahme
Vitamin E fettlöslich Schutz der Zellen vor oxidativem Stress
Vitamin K fettlöslich normale Blutgerinnung, Erhaltung normaler Knochen
Vitamin B1 (Thiamin) wasserlöslich Energiestoffwechsel, Nervensystem, Psyche, Herzfunktion
Vitamin B2 (Riboflavin) wasserlöslich Energiestoffwechsel, Nervensystem, Sehkraft, Zellschutz, Verringerung von Müdigkeit
Vitamin B3 (Niacin) wasserlöslich Energiestoffwechsel, Nervensystem, Psyche, Haut & Schleimhäute
Vitamin B5 (Pantothensäure) wasserlöslich Energiestoffwechsel, geistige Leistungsfähigkeit, Verringerung von Müdigkeit
Vitamin B6 wasserlöslich Energiestoffwechsel, Nervensystem, Psyche, Homocystein-Stoffwechsel, Hormontätigkeit
Vitamin B7 (Biotin) wasserlöslich Erhaltung normaler Haare & Haut, Energiestoffwechsel, Nervensystem
Vitamin B9 (Folat/Folsäure) wasserlöslich Blutbildung, Homocystein-Stoffwechsel, Immunsystem, Zellteilung, Schwangerschaft
Vitamin B12 wasserlöslich Energiestoffwechsel, Nervensystem, Psyche, Bildung roter Blutkörperchen, Müdigkeit
Vitamin C wasserlöslich Immunsystem, Kollagenbildung, Zellschutz, erhöht Eisenaufnahme, Müdigkeit

Die 4 fettlöslichen Vitamine: A, D, E, K

Vitamin A trägt zur normalen Sehkraft, zur Funktion des Immunsystems und zur Erhaltung normaler Haut und Schleimhäute bei. Es steckt als Retinol in tierischen Quellen (Leber, Eigelb, Butter) und als Provitamin Beta-Carotin in orangefarbenem und dunkelgrünem Gemüse wie Karotten, Süßkartoffeln und Spinat. Details in Vitamin A: Wirkung & Tagesbedarf.

Vitamin D ist das Sonnen-Vitamin und ein Sonderfall: Der Körper bildet es bei ausreichend Sonnenlicht selbst in der Haut – in der dunklen Jahreszeit gelingt das in unseren Breiten jedoch kaum, weil die Sonne zu flach steht. Nur wenige Lebensmittel (fetter Fisch, Eigelb) liefern nennenswerte Mengen. Vitamin D trägt zur Erhaltung normaler Knochen, zur normalen Muskelfunktion und zur normalen Funktion des Immunsystems bei sowie zur normalen Aufnahme von Calcium. Vertiefe das mit Vitamin D: Dosierung, Blutwert & Winter, Dunkle Jahreszeit: Licht & Vitamin D und Vitamin-D-Mangel: Anzeichen.

Vitamin E trägt dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen, und findet sich vor allem in pflanzlichen Ölen, Nüssen und Saaten – mehr in Vitamin E: Antioxidans & Wirkung. Vitamin K trägt zu einer normalen Blutgerinnung und zur Erhaltung normaler Knochen bei; es steckt reichlich in grünem Blattgemüse. Die beliebte Kombination mit Vitamin D erklären Vitamin D3 & K2: die Kombination und Vitamin K: Blutgerinnung & Knochen. Wer Blutverdünner einnimmt, sollte Vitamin-K-Präparate vorab ärztlich abklären.

Die 8 B-Vitamine: das Energie- und Nerven-Team

Die B-Vitamine sind ein eingespieltes Team: Viele von ihnen tragen zum normalen Energiestoffwechsel, zur Funktion des Nervensystems, zur normalen psychischen Funktion und zur Verringerung von Müdigkeit bei. Sie arbeiten oft im Verbund – deshalb ergibt der gemeinsame Blick Sinn. Den kompakten Gesamtüberblick liefert B-Vitamine: Überblick von B1 bis B12, und wie B-Vitamine mit Magnesium und Eisen zusammenspielen, zeigt Energie: Magnesium, Eisen & B-Vitamine.

Besonders praxisrelevant sind vier: Biotin (B7) trägt zur Erhaltung normaler Haare und Haut bei – ein Klassiker im Beauty-Bereich, siehe Biotin (B7): Haut & Haare. Folat/Folsäure (B9) trägt zur Blutbildung und zum Wachstum des mütterlichen Gewebes in der Schwangerschaft bei – deshalb steht es bei Kinderwunsch im Fokus, siehe Folsäure & Folat: Wirkung & Form und Folsäuremangel: Anzeichen. Vitamin B12 schließlich steckt fast ausschließlich in tierischen Lebensmitteln und ist deshalb das kritischste Vitamin bei pflanzlicher Ernährung – siehe Vitamin B12: Formen & Methylcobalamin und Vitamin B12 vegan decken.

Vitamin C: der wasserlösliche Allrounder

Vitamin C hat gleich mehrere zugelassene Funktionen und ist damit einer der vielseitigsten Nährstoffe überhaupt: Es trägt zur normalen Funktion des Immunsystems bei, zur normalen Kollagenbildung für Haut, Knochen, Knorpel, Zähne und Blutgefäße, es hilft, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen, trägt zur Verringerung von Müdigkeit bei – und erhöht die Eisenaufnahme aus pflanzlichen Lebensmitteln. Gerade diese letzte Eigenschaft macht es zum idealen Begleiter von Eisen, etwa als Glas Orangensaft zum eisenreichen Essen – Details in Vitamin C & Eisen kombinieren. Reich an Vitamin C sind Paprika, Beeren, Zitrusfrüchte, Brokkoli und Hagebutte. Alles Weitere in Vitamin C: Wirkung & Tagesbedarf, Vitamin C: Acerola vs. synthetisch und Vitamin C: liposomal oder normal?

Wo entstehen typische Lücken?

Nicht jedes Vitamin ist gleich kritisch. Eine abwechslungsreiche Ernährung deckt die meisten gut ab. In der Praxis lohnt der genaue Blick vor allem bei drei Vitaminen und in bestimmten Lebenssituationen:

  • Vitamin D im Winterhalbjahr – die Eigenproduktion über die Haut sinkt bei niedrigem Sonnenstand deutlich, unabhängig davon, wie viel Zeit du draußen verbringst.
  • Vitamin B12 bei rein pflanzlicher Ernährung – hier ist eine Ergänzung praktisch der Standard, siehe Nährstoffe für Veganer und Nährstoffe für Vegetarier.
  • Folat bei Kinderwunsch und in der Schwangerschaft – hier wird eine gezielte Zufuhr breit empfohlen, siehe Nährstoffe bei Kinderwunsch & Schwangerschaft.

Auch bestimmte Lebensphasen erhöhen den Blick-Bedarf – etwa bei Vitalstoffen ab 50. Ob ein Einzelpräparat oder eine Kombi sinnvoller ist, klärt Multivitamin vs. Einzelpräparate. Und ob synthetische oder natürliche Vitamine besser sind, beantwortet Synthetische oder natürliche Vitamine? Bei anhaltenden Beschwerden lohnt es sich, einen möglichen Mangel ärztlich abklären zu lassen, statt auf Verdacht hoch zu dosieren.

Was die Forschung zu Vitaminen untersucht

Dass jedes der 13 Vitamine definierte Körperfunktionen erfüllt, ist gesichertes Lehrbuchwissen und über die zugelassenen Health Claims abgebildet – hier muss man nichts „glauben". Aktiv erforscht wird dagegen die Feinabstimmung: Wie hoch ist der optimale Vitamin-D-Status in verschiedenen Lebensphasen? Welche Folat-Form wird am besten verwertet? Wie wirkt sich die Ernährungsweise langfristig auf die Versorgung mit B12 aus? Diese Fragen werden laufend untersucht, und die Empfehlungen entwickeln sich weiter. Der Kern bleibt jedoch stabil: Bei echter Unterversorgung bringt das Auffüllen die Versorgung nachweislich wieder in Ordnung.

Ehrlich eingeordnet

Vitamine sind keine Wundermittel, aber sie sind unverzichtbar – das ist der Kern. Was gesichert ist: Jedes der 13 Vitamine erfüllt definierte Funktionen, und bei echter Unterversorgung bringt das Auffüllen die Versorgung wieder in Ordnung. Was hingegen nicht gilt: dass „viel viel hilft". Wer bereits gut versorgt ist, zieht aus zusätzlichen Mengen in der Regel keinen weiteren Nutzen – bei fettlöslichen Vitaminen kann ein dauerhaftes Zuviel sogar unerwünscht sein. Sinnvoll ist deshalb der gezielte Blick: gut essen, bekannte Lücken (D, B12, Folat) im Auge behalten und im Zweifel den Status ärztlich bestimmen lassen.

Passende Produkte von Scheunengut

In unserer Kategorie Vitamine findest du alle 13 einzeln – von Vitamin D über Vitamin C und die B-Vitamine bis zu Vitamin K. Wer lieber breit abdecken möchte, schaut in Multivitamin. Alle Präparate von Scheunengut sind laborgeprüft und made in Germany.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie viele Vitamine gibt es und wie werden sie eingeteilt?

Es gibt genau 13 essenzielle Vitamine. Vier davon sind fettlöslich (A, D, E, K), neun wasserlöslich (die acht B-Vitamine plus Vitamin C). Diese Einteilung entscheidet, wie du ein Vitamin einnimmst und ob dein Körper es speichern kann: Fettlösliche werden gespeichert, wasserlösliche kaum – hier zählt die regelmäßige Zufuhr.

Warum nimmt man fettlösliche Vitamine zum Essen ein?

Fettlösliche Vitamine (A, D, E, K) brauchen etwas Nahrungsfett, um über den Darm aufgenommen zu werden. Deshalb nimmst du sie am besten zu einer Mahlzeit mit etwas Öl, Nüssen oder Avocado ein. Wasserlösliche Vitamine sind dagegen nicht auf Fett angewiesen.

Welche Vitamine sind in Deutschland am ehesten knapp?

In der Praxis lohnt der genaue Blick vor allem bei drei Vitaminen: Vitamin D im Winterhalbjahr, Vitamin B12 bei rein pflanzlicher Ernährung und Folat bei Kinderwunsch und in der Schwangerschaft. Die meisten übrigen Vitamine deckt eine abwechslungsreiche Ernährung gut ab.

Kann man zu viele Vitamine nehmen?

Bei wasserlöslichen Vitaminen wird ein Überschuss meist ausgeschieden, ein Zuviel ist hier seltener ein Problem. Bei fettlöslichen Vitaminen (A, D, E, K) kann sich ein dauerhaftes, deutliches Überschreiten der empfohlenen Menge dagegen anreichern und unerwünscht sein. Wer bereits gut versorgt ist, zieht aus zusätzlichen Mengen in der Regel keinen weiteren Nutzen.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung.

Scheunengut Redaktion