Katzenkralle (Una de Gato) ist eine Lianenpflanze aus dem Amazonasgebiet, deren Rinde und Wurzel der Art Uncaria tomentosa traditionell verwendet werden. Angeboten wird sie als Kapseln, Pulver, Tee oder Extrakt. Wichtig sind eine benannte botanische Art, Standardisierung und geprüfte Herkunft.
Katzenkralle, in Südamerika unter dem Namen Una de Gato bekannt, ist eine holzige Lianenpflanze aus dem Amazonasgebiet, deren Rinde und Wurzel seit Langem von indigenen Völkern verwendet werden. Ihren Namen verdankt sie den kleinen, gebogenen Dornen an den Blattachseln, die an Katzenkrallen erinnern. Heute findest du die Pflanze vor allem als Kapseln, Pulver, Tee oder Extrakt im Bereich der Nahrungsergänzung. In diesem Ratgeber erklären wir sachlich, was Katzenkralle ist, aus welchen Arten sie gewonnen wird, welche Inhaltsstoffe sie enthält, in welchen Formen sie angeboten wird und worauf du bei Einnahme, Kauf und Sicherheit achten solltest.
Was ist Katzenkralle (Una de Gato)?
Katzenkralle ist der deutsche Name für zwei nahe verwandte Lianenarten aus der Familie der Rötegewächse: Uncaria tomentosa und Uncaria guianensis. Beide wachsen als kletternde Holzgewächse in den tropischen Regenwäldern Mittel- und Südamerikas, vor allem in Peru, Ecuador und Brasilien. Die Pflanzen können mehrere Meter in die Höhe ranken und sich an Bäumen emporwinden.
Traditionell verwendet werden vor allem die innere Rinde und die Wurzel der Liane. Indigene Völker im Amazonasbecken bereiten daraus seit Generationen Aufgüsse und Abkochungen zu. Von der Rinde stammt auch der überwiegende Teil der Rohware, die heute für Nahrungsergänzungsmittel geerntet und verarbeitet wird. Die beiden Arten unterscheiden sich in ihrem Inhaltsstoffprofil, weshalb seriöse Produkte die verwendete Art klar benennen sollten.
Herkunft und traditionelle Verwendung
Die Katzenkralle ist tief in den überlieferten Bräuchen verschiedener indigener Gemeinschaften des Amazonasgebiets verwurzelt. In der Sprache mancher Völker trägt sie eigene Namen, und die Zubereitung als Sud aus der Rinde wird über Generationen weitergegeben. Über die traditionelle Anwendung hinaus geriet die Pflanze im 20. Jahrhundert auch außerhalb Südamerikas in den Blick, als Reisende und Forschende auf sie aufmerksam wurden. Seither wird die Rinde in größerem Umfang geerntet und exportiert.
Diese wachsende Nachfrage bringt zwei Themen mit sich, die du beim Kauf im Hinterkopf behalten kannst. Zum einen ist die Nachhaltigkeit der Wildsammlung ein wichtiger Punkt, denn eine unkontrollierte Ernte kann die Bestände belasten. Anbieter, die auf verantwortungsvolle Sammlung oder Anbau achten, sind hier im Vorteil. Zum anderen bedeutet der lange Transportweg aus Südamerika, dass die Rohware sorgfältig geprüft werden sollte, bevor sie verarbeitet wird. Beides spricht dafür, bei Katzenkralle auf transparente und dokumentierte Lieferketten zu achten.
Vorkommen, Arten und Inhaltsstoffe
Von den beiden Katzenkrallen-Arten ist Uncaria tomentosa die bekanntere und wird für Ergänzungsmittel am häufigsten genutzt. In der Rinde kommen verschiedene Pflanzenstoffe vor, darunter sogenannte Oxindolalkaloide, Gerbstoffe (Tannine), Triterpene sowie Polyphenole. Innerhalb von Uncaria tomentosa unterscheidet man zwei Chemotypen, die sich in der Art ihrer Alkaloide unterscheiden. Fachlich sauber gearbeitete Anbieter geben deshalb an, welcher Chemotyp verwendet wird.
Wie bei allen Pflanzenrohstoffen schwankt die genaue Zusammensetzung je nach Herkunft, Erntezeitpunkt, Pflanzenteil und Verarbeitung. Extrakte werden häufig auf einen bestimmten Gehalt an Alkaloiden oder Gerbstoffen standardisiert, um eine gleichbleibende Qualität zu ermöglichen. Für den Verbraucher bedeutet das: Ein standardisierter Extrakt liefert nachvollziehbarere Angaben als ein einfaches Rindenpulver, bei dem der Gehalt an charakteristischen Inhaltsstoffen nicht näher beziffert wird.
Ein weiterer Punkt betrifft die Verarbeitung selbst. Manche Extrakte werden mit Wasser gewonnen, andere mit Alkohol, und die gewählte Methode beeinflusst, welche Pflanzenstoffe in welchem Verhältnis in das Endprodukt gelangen. Auch die Konzentrationsangabe, etwa als Verhältnis von Rohware zu Extrakt, sagt etwas über die Stärke aus. Weil sich diese Angaben zwischen Produkten stark unterscheiden, lohnt sich ein genauer Blick auf das Etikett, statt sich allein an Schlagworten wie hochdosiert zu orientieren.
Formen und Anwendung
Im Handel findest du Katzenkralle in mehreren Darreichungsformen, die sich in Handhabung und Dosierbarkeit unterscheiden:
- Kapseln und Tabletten: geschmacksneutral und einfach zu dosieren, häufig mit einem standardisierten Extrakt.
- Pulver: lässt sich einrühren, hat aber einen herben, gerbstoffreichen Eigengeschmack.
- Tee und Rindenstücke: traditionelle Form als Aufguss oder Abkochung der Rinde.
- Flüssigextrakte und Tinkturen: tropfenweise dosierbar, oft in Alkohol gelöst.
Eine offiziell festgelegte Verzehrmenge gibt es für Katzenkralle nicht, da es sich nicht um einen Nährstoff mit definiertem Bedarf handelt. Hersteller nennen üblicherweise Tagesmengen im Bereich weniger Kapseln oder Gramm Rindenpulver. Diese Angaben solltest du nicht überschreiten. Da es sich um einen pflanzlichen Rohstoff mit kräftigem Charakter handelt, ist es sinnvoll, mit einer kleinen Menge zu beginnen und die individuelle Verträglichkeit über einige Tage zu beobachten.
Welche Form für dich passt, hängt vor allem von deinen Gewohnheiten ab. Kapseln sind praktisch für unterwegs und liefern eine gleichbleibende Menge, während loses Pulver und Rindenstücke stärker an die traditionelle Zubereitung anknüpfen, dafür aber mehr Aufwand und einen deutlich herberen Geschmack mitbringen. Flüssigextrakte lassen sich fein dosieren, enthalten jedoch oft Alkohol, was für manche Menschen ein Ausschlusskriterium ist. Es gibt also nicht die eine richtige Form, sondern eine Wahl, die zu deinem Alltag und deinen Vorlieben passt.
Worauf du beim Kauf achten solltest
Weil Katzenkralle ein Naturprodukt ist, entscheidet die Qualität der Rohware über den Wert eines Produkts. Auf folgende Punkte kannst du achten:
- Benannte Art und Pflanzenteil: seriöse Anbieter nennen die botanische Art (meist Uncaria tomentosa) und ob Rinde oder Wurzel verwendet wird.
- Standardisierung: Angaben zum Gehalt an Alkaloiden oder Gerbstoffen erlauben einen echten Vergleich zwischen Produkten.
- Reinheitsprüfung: Analysen auf Schwermetalle, Pestizide und mikrobielle Belastung sind bei importierter Rohware sinnvoll.
- Transparente Herkunft: klare Angabe des Ursprungslandes und der Verarbeitung.
- Verpackung: licht- und luftdicht, um die Pflanzenstoffe zu schützen.
Ein chargenbezogenes Prüfzertifikat ist ein starkes Qualitätssignal und sollte auf Nachfrage verfügbar sein. Auch der Preis kann ein Hinweis sein, denn geprüfte Rohware und aufwendige Analysen haben ihren Preis. Von sehr günstigen Angeboten ohne jede Angabe zur Art oder Standardisierung solltest du eher Abstand nehmen.
Sicherheit und Wechselwirkungen
Katzenkralle wird traditionell verwendet, ist aber kein harmloses Alltagsprodukt, das jeder unbedacht einnehmen sollte. In der Fachliteratur werden mögliche Wechselwirkungen mit dem Immunsystem und mit bestimmten Medikamenten diskutiert. Menschen, die Arzneimittel einnehmen, die das Immunsystem beeinflussen, sowie Personen vor geplanten Operationen sollten daher besonders vorsichtig sein und ärztlichen Rat einholen.
Für Schwangere, Stillende und Kinder wird von einer Einnahme abgeraten, da hier keine ausreichenden Sicherheitsdaten vorliegen und ein besonders vorsichtiger Umgang geboten ist. Auch Menschen mit Autoimmunerkrankungen sollten Katzenkralle nicht ohne Rücksprache verwenden. Nahrungsergänzungsmittel ersetzen keine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung sowie eine gesunde Lebensweise. Wenn du unsicher bist, regelmäßig Medikamente einnimmst oder gesundheitliche Beschwerden hast, sprich vor der Einnahme mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Berichtet werden gelegentlich vorübergehende Reaktionen im Verdauungstrakt, wenn die Menge zu Beginn zu hoch gewählt wird. Das unterstreicht, warum ein langsamer Einstieg und das Beobachten der eigenen Verträglichkeit sinnvoll sind. Wer verschiedene Präparate gleichzeitig nutzt, sollte zudem die Gesamtmenge im Blick behalten und nicht mehrere hoch dosierte Produkte unbedacht kombinieren. Im Zweifel ist es besser, ein einzelnes, gut dokumentiertes Produkt zu wählen und dessen Wirkung auf die eigene Verträglichkeit in Ruhe zu prüfen, als mehrere Extrakte auf einmal auszuprobieren.
Passende Produkte
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Häufige Fragen (FAQ)
Was ist Katzenkralle genau?
Katzenkralle (Una de Gato) ist eine Lianenpflanze aus dem Amazonasgebiet. Für Nahrungsergänzung werden vor allem Rinde und Wurzel der Art Uncaria tomentosa verwendet, meist als Kapseln, Pulver, Tee oder Extrakt.
Woher hat die Pflanze ihren Namen?
Der Name bezieht sich auf die kleinen, gebogenen Dornen an den Blattachseln der Liane, die an die Krallen einer Katze erinnern. Im Spanischen heißt die Pflanze deshalb Una de Gato.
In welchen Formen gibt es Katzenkralle?
Üblich sind Kapseln und Tabletten mit standardisiertem Extrakt, loses Rindenpulver, Tee beziehungsweise Rindenstücke für Aufgüsse sowie Flüssigextrakte und Tinkturen. Kapseln sind am einfachsten zu dosieren.
Worauf sollte ich beim Kauf achten?
Achte auf die benannte botanische Art, den verwendeten Pflanzenteil, eine Standardisierung auf charakteristische Inhaltsstoffe sowie auf Prüfnachweise zu Schwermetallen und Pestiziden. Transparente Herkunftsangaben sind ein gutes Zeichen.
Für wen ist Katzenkralle nicht geeignet?
Schwangere, Stillende und Kinder sollten auf die Einnahme verzichten. Auch Menschen mit Autoimmunerkrankungen, vor Operationen oder mit Medikamenten, die das Immunsystem beeinflussen, sollten vorher ärztlichen Rat einholen.
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Sources
- Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) — Herbal medicine: Uncariae tomentosae cortex (Katzenkralle), 2021
- Verbraucherzentrale — Pflanzliche Nahrungsergänzungsmittel: Nutzen, Qualität und Risiken, 2024
- Bundesinstitut für Risikobewertung — Pflanzliche Stoffe in Nahrungsergänzungsmitteln, 2023








