Die Teufelskralle verdankt ihren ungewöhnlichen Namen den charakteristischen, mit Widerhaken besetzten Früchten der Pflanze. Genutzt wird jedoch nicht die Frucht, sondern die Wurzel. Ursprünglich in Südafrika beheimatet, ist die Teufelskralle heute als Extrakt in Kapseln, Tabletten und Tees erhältlich. In diesem Ratgeber ordnen wir die Pflanze rein sachlich ein: Herkunft, Inhaltsstoffe, Formen und Qualität.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Teufelskralle (Harpagophytum procumbens) ist eine Pflanze aus der Familie der Sesamgewächse.
- Genutzt werden die getrockneten, sekundären Speicherwurzeln.
- Charakteristischer Leitstoff ist das Harpagosid, ein Iridoidglykosid.
- Für Teufelskralle sind in der EU derzeit keine gesundheitsbezogenen Aussagen zugelassen – wir beschreiben sie neutral.
- Bei Extrakten wird häufig der Harpagosid-Gehalt angegeben.
Herkunft und Botanik der Teufelskralle
Die Teufelskralle wächst in den halbwüstenartigen Savannen des südlichen Afrikas, insbesondere in Namibia, Botswana und Südafrika. Die Pflanze bildet unterirdisch neben der Hauptwurzel sogenannte sekundäre Speicherwurzeln aus, die den wertgebenden Teil darstellen und für die Verarbeitung geerntet werden. Oberirdisch fallen vor allem die auffälligen, hakenbewehrten Früchte auf, die der Pflanze ihren Namen gaben.
Da die Teufelskralle überwiegend aus Wildsammlung stammt, spielen nachhaltige Erntepraktiken eine wichtige Rolle, um die Bestände in ihren Herkunftsländern zu erhalten. Beim Kauf lohnt daher ein Blick auf Angaben zur Herkunft.
Inhaltsstoffe und Leitstoffe
Das botanische Interesse an der Teufelskralle richtet sich auf die in der Wurzel enthaltenen Verbindungen:
| Inhaltsstoff | Beschreibung |
|---|---|
| Harpagosid | Ein Iridoidglykosid, das als charakteristischer Leitstoff gilt und bei Extrakten oft standardisiert wird. |
| Weitere Iridoidglykoside | Etwa Harpagid und Procumbid. |
| Phenylethanoide und Zucker | Weitere Begleitstoffe der Wurzel. |
Die typische Bitterkeit der Wurzel geht auf die Iridoidglykoside zurück. Standardisierte Extrakte werden häufig auf einen bestimmten Harpagosid-Gehalt eingestellt, um eine gleichbleibende Zusammensetzung zu ermöglichen. Wie Pflanzenstoffe grundsätzlich aufgenommen werden, erläutern wir im Ratgeber zur Bioverfügbarkeit. Weitere Stoffe, die im Zusammenhang mit dem Thema Gelenke häufig genannt werden, ordnen wir in unserem Beitrag zu Glucosamin, Chondroitin und MSM neutral ein.
Traditionelle Verwendung als Einordnung
In ihren Herkunftsländern im südlichen Afrika hat die Teufelskralle eine lange Tradition in der Volksheilkunde, wo die Wurzel seit Generationen in Zubereitungen genutzt wird. Über den Handel gelangte sie im 20. Jahrhundert nach Europa. Diese Erwähnung dient ausschließlich der kulturhistorischen Einordnung und stellt keine Aussage über eine gesundheitliche Wirkung dar.
Die Bekanntheit der Teufelskralle außerhalb Afrikas ist damit vergleichsweise jung. Erst über den internationalen Handel fand die Wurzel Eingang in europäische Sortimente, wo sie heute überwiegend als standardisierter Extrakt angeboten wird. Diese Entwicklung zeigt beispielhaft, wie regional genutzte Pflanzen über den Handel eine weltweite Verbreitung erfahren – ohne dass daraus eine gesundheitliche Aussage abgeleitet werden darf.
Nachhaltigkeit und Wildsammlung
Ein Thema, das bei der Teufelskralle besondere Aufmerksamkeit verdient, ist die Herkunft aus Wildsammlung. Da die Pflanze in kargen Savannengebieten langsam wächst und nicht großflächig kultiviert wird, hängt die Verfügbarkeit stark von den natürlichen Beständen ab. Nachhaltige Erntepraktiken – etwa das Schonen der Hauptwurzel, damit die Pflanze weiterwachsen kann – spielen daher eine wichtige Rolle für den langfristigen Erhalt der Bestände in Namibia, Botswana und Südafrika. Beim Kauf können Angaben zu nachhaltiger Sammlung und geprüfter Herkunft ein sinnvolles Orientierungsmerkmal sein.
Formen und Anwendung
Teufelskralle ist in mehreren Formen erhältlich:
- Getrocknete Wurzel: Etwa für Tees oder Aufgüsse.
- Pulver: Gemahlene Wurzel.
- Extrakt/Kapseln/Tabletten: Konzentrierte Formen, meist mit standardisiertem Harpagosid-Gehalt.
Als Nahrungsergänzung wird die Teufelskralle überwiegend als standardisierter Extrakt in Kapseln oder Tabletten angeboten. Einen Überblick über Darreichungsformen gibt der Ratgeber Kapsel, Tablette, Pulver oder Tropfen.
Qualität: Worauf achten?
Da die Teufelskralle ein Naturprodukt aus überwiegend wilder Sammlung ist, lohnt sich beim Kauf ein Blick auf den standardisierten Harpagosid-Gehalt, die Herkunft und nachhaltige Gewinnung sowie eine unabhängige Laborprüfung auf Reinheit. Bei Scheunengut legen wir Wert auf laborgeprüfte Rohstoffe und transparente Angaben.
Wissenschaftliche Einordnung
Für Teufelskralle sind in der Europäischen Union derzeit keine gesundheitsbezogenen Aussagen (Health Claims) nach der Verordnung (EG) Nr. 432/2012 zugelassen. Wir beschreiben die Teufelskralle daher ausschließlich sachlich und neutral – als Pflanze mit ihrer Herkunft, ihren Inhaltsstoffen, ihren Formen und Qualitätsmerkmalen. Aussagen zu bestimmten Anwendungsbereichen, etwa den Gelenken, dürfen wir nicht als Wirkung darstellen. Bei anhaltenden Beschwerden, insbesondere im Bereich der Gelenke, ist eine ärztliche Abklärung der richtige Weg. Wenn du Medikamente einnimmst, schwanger bist oder stillst, besprich die Anwendung bitte ebenfalls ärztlich.
Passende Produkte von Scheunengut
Teufelskralle-Produkte und weitere pflanzliche Präparate findest du in unserer Übersicht Alle Produkte. Wer sich thematisch für Pflanzen rund um Gelenke und Knochen interessiert, kann in der Kategorie Gelenke & Knochen stöbern – die Zuordnung dient der Orientierung und stellt keine Wirkaussage dar.
Häufige Fragen (FAQ)
Warum heißt die Teufelskralle so?
Der Name geht auf die auffälligen, mit Widerhaken besetzten Früchte der Pflanze zurück. Genutzt wird jedoch nicht die Frucht, sondern die getrocknete sekundäre Speicherwurzel.
Was ist Harpagosid?
Harpagosid ist ein Iridoidglykosid und gilt als charakteristischer Leitstoff der Teufelskralle. Standardisierte Extrakte werden häufig auf einen bestimmten Harpagosid-Gehalt eingestellt.
Woher stammt die Teufelskralle?
Die Teufelskralle (Harpagophytum procumbens) wächst in den Savannen des südlichen Afrikas, vor allem in Namibia, Botswana und Südafrika. Sie stammt überwiegend aus Wildsammlung.
Gibt es zugelassene Gesundheitsaussagen zu Teufelskralle?
Nein. In der EU sind für Teufelskralle derzeit keine gesundheitsbezogenen Aussagen zugelassen. Wir beschreiben sie daher neutral. Bei Gelenkbeschwerden bitte ärztlich abklären.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung.


