Ohrenschmerzen sollten eher großzügig ärztlich abgeklärt werden, vor allem bei Kindern, Fieber, Ausfluss oder starken Schmerzen. Begleitend werden Wärme, Ruhe und eine freie Nase oft als wohltuend empfunden. Eine ausgewogene, abwehrunterstützende Ernährung bildet den Rahmen. Kein Hausmittel ersetzt die Untersuchung.
Ohrenschmerzen können überraschend stark sein: ein Stechen, Pochen oder Druckgefühl, das vom Schlucken über das Kauen bis in die Nacht hinein zieht. Manchmal steckt ein Infekt dahinter, manchmal nur ein hartnäckiger Ohrenschmelzpfropf oder Druck bei einer Erkältung. Dieser Ratgeber ordnet ein, was hinter Ohrenschmerzen stecken kann, wann ein Arztbesuch besonders wichtig ist und welche Alltagsschritte und Ernährungsbausteine einen sinnvollen Rahmen bilden. Wichtig vorweg: Das Ohr ist empfindlich, und gerade bei Kindern gehören Ohrenschmerzen oft rasch ärztlich abgeklärt.
Was hinter Ohrenschmerzen steckt
Das Ohr besteht aus Außenohr, Mittelohr und Innenohr, und Schmerzen können an ganz unterschiedlichen Stellen entstehen. Häufig sind sie die Folge eines Atemwegsinfekts: Schwellen die Schleimhäute in Nase und Rachen an, kann die Verbindung zwischen Rachen und Mittelohr, die Ohrtrompete, nicht mehr richtig belüften. Es entsteht ein Unterdruck, und im Mittelohr kann sich Sekret ansammeln.
Weitere häufige Ursachen sind eine Reizung oder Entzündung des äußeren Gehörgangs, etwa nach dem Baden oder durch zu häufiges Reinigen mit Wattestäbchen, sowie ein fest sitzender Ohrenschmelzpfropf. Auch Druckschwankungen beim Fliegen oder Tauchen, Zähneknirschen und Probleme im Kiefergelenk können Schmerzen verursachen, die im Ohr ankommen. Bei Kindern sind Mittelohrbeschwerden besonders häufig, weil ihre Ohrtrompete kürzer und flacher verläuft.
Typische Begleitzeichen sind ein Druck- oder Völlegefühl, ein vermindertes Hörvermögen, Ohrgeräusche oder bei einem Infekt Fieber und ein allgemeines Krankheitsgefühl. Weil die Ursachen so unterschiedlich sind und das Innenohr empfindlich ist, lässt sich die genaue Quelle der Schmerzen von außen oft nicht sicher beurteilen. Das macht eine ärztliche Einordnung bei stärkeren oder anhaltenden Beschwerden besonders wichtig.
Wann du ärztlich abklären solltest
Ohrenschmerzen sollten eher großzügig ärztlich abgeklärt werden, da das Ohr empfindlich ist und Infekte des Mittelohrs eine gezielte Behandlung brauchen können. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden ärztlich abklären; ersetzt keine medizinische Beratung.
- starke oder rasch zunehmende Ohrenschmerzen
- Ohrenschmerzen bei Säuglingen und kleinen Kindern
- Fieber, ein deutliches Krankheitsgefühl oder Schmerzen, die den Schlaf rauben
- Ausfluss aus dem Ohr, ob klar, eitrig oder blutig
- ein plötzlicher Hörverlust, Schwindel oder anhaltende Ohrgeräusche
- Rötung, Schwellung oder Schmerzen hinter dem Ohr
- Beschwerden nach einem Schlag, einem Sturz oder einem Fremdkörper im Ohr
Eine hausärztliche, kinderärztliche oder HNO-ärztliche Praxis kann ins Ohr schauen, die Ursache einordnen und passende Maßnahmen einleiten. Auf keinen Fall sollten spitze Gegenstände oder Wattestäbchen tief ins Ohr eingeführt werden.
Was du im Alltag begleitend tun kannst
Solange die Beschwerden leicht sind oder ergänzend zu einer ärztlichen Behandlung, können einige Maßnahmen als wohltuend empfunden werden. Sie ersetzen keine ärztliche Abklärung, wenn diese angezeigt ist.
- Wärme oder Ruhe: Viele empfinden eine warme Auflage oder ein warmes Tuch am Ohr als angenehm. Ruhe und ausreichend Schlaf unterstützen die Genesung.
- Nase frei halten: Bei einem Infekt hilft es, die Nasenatmung zu unterstützen, etwa durch Salzwasserspülungen, damit die Ohrtrompete besser belüftet.
- Druck ausgleichen: Beim Fliegen helfen Schlucken, Gähnen oder Kaugummikauen, den Druck im Mittelohr auszugleichen.
- Gehörgang schonen: Auf Wattestäbchen verzichten und das Ohr nach dem Baden vorsichtig trocknen.
- Nicht selbst hantieren: Einen festen Ohrenschmelzpfropf besser in der Praxis oder Apotheke entfernen lassen, statt selbst zu bohren.
Gerade bei Kindern gilt: lieber einmal zu früh als zu spät ärztlichen Rat einholen. Warme Auflagen und viel Ruhe können die Zeit bis zum Termin angenehmer machen, ersetzen aber die Untersuchung nicht. Wer viel schwimmt und zu Reizungen im Gehörgang neigt, kann das Ohr nach dem Baden schonend trocknen und auf enge Ohrstöpsel über lange Zeit verzichten. Ein bewährtes Hausmittel ist außerdem die klassische Kartoffel- oder Zwiebelauflage, die von manchen als angenehm warm und wohltuend empfunden wird; sie wirkt begleitend und ersetzt bei stärkeren Beschwerden keine Behandlung. Bei einer Erkältung kann es helfen, den Oberkörper nachts etwas höher zu lagern, damit das Sekret in Nase und Rachen besser abfließt und der Druck auf das Mittelohr nachlässt.
Wichtig ist ein besonnener Umgang mit dem empfindlichen Ohr: Ohrenkerzen, aggressive Reinigungsversuche oder das Einträufeln beliebiger Öle bei unklarer Ursache können mehr schaden als nutzen, vor allem wenn das Trommelfell nicht intakt ist. Ist die Ursache noch nicht ärztlich geklärt, sollte grundsätzlich nichts Flüssiges ins Ohr gegeben werden. Bei wiederkehrenden Ohrenschmerzen lohnt es sich, gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt nach Mustern zu suchen, etwa nach häufigen Infekten, Allergien oder nächtlichem Zähneknirschen, das über das Kiefergelenk auf das Ohr ausstrahlen kann.
Ernährung und Abwehr im Blick
Da Ohrenschmerzen oft mit Atemwegsinfekten zusammenhängen, lohnt ein Blick auf eine Ernährung, die ein normal funktionierendes Immunsystem unterstützt. Bewährt hat sich die mediterrane Kost.
- reichlich Gemüse und Obst, besonders farbige Sorten mit Vitamin C und Beta-Carotin
- Vollkorn, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen als Quellen für Zink und weitere Spurenelemente
- Seefisch als Quelle für Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren
- fermentierte Lebensmittel wie Joghurt, Kefir oder Sauerkraut als Teil einer abwechslungsreichen Kost
- ausreichend Flüssigkeit, damit Schleim flüssig bleibt
- wenig Zucker und wenig stark verarbeitete Lebensmittel
Diese Ernährungsweise liefert Nährstoffe, die für die Abwehr eine Rolle spielen. Vitamin C, Vitamin D und Zink tragen laut den zugelassenen EU-Angaben jeweils zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei. Diese Aussagen beziehen sich auf normale Körperfunktionen und nicht auf die Behandlung von Ohrenschmerzen. Eine bunte, abwechslungsreiche Kost bildet hier eine gute Grundlage. Gerade in der Erkältungszeit lohnt es sich, regelmäßig farbenfrohes Gemüse und Obst einzuplanen und ausreichend zu trinken, damit Schleim in Nase und Rachen flüssig bleibt und die Ohrtrompete besser belüftet. Wer sein Immunsystem langfristig unterstützen möchte, denkt neben der Ernährung auch an ausreichend Schlaf, Bewegung an der frischen Luft und den Verzicht auf Zigarettenrauch, der die Schleimhäute der Atemwege zusätzlich reizt.
Ehrlich eingeordnet
Ohrenschmerzen sind ein Symptom, das man ernst nehmen sollte. Anders als bei manchen Alltagsbeschwerden lässt sich die Ursache von außen oft nicht sicher beurteilen, und das empfindliche Innenohr verzeiht Selbstversuche schlecht. Deshalb steht hier die ärztliche Abklärung im Vordergrund, besonders bei Kindern, bei starken Schmerzen, Fieber oder Ausfluss. Warme Auflagen, Ruhe und eine freie Nase können begleitend guttun, ersetzen aber keine Untersuchung. Eine ausgewogene Ernährung und eine gute Nährstoffversorgung unterstützen die Abwehr auf lange Sicht, sind aber kein Ersatz für eine gezielte Behandlung, wenn diese nötig ist. Kein Hausmittel und kein Nahrungsergänzungsmittel behebt eine Mittelohrentzündung.
Passende Produkte von Scheunengut
Wer seine Ernährung rund um den Darm und eine abwechslungsreiche Mikrobiom-Routine ergänzen möchte, findet bei Scheunengut den Kulturen Komplex mit 23 Bakterienstämmen und 100 Mrd. KBE pro Gramm. Er liefert eine breite Auswahl an Bakterienkulturen in hoher Konzentration und lässt sich als Teil einer bewussten, ballaststoffreichen Ernährung nutzen. Für Bakterienkulturen gibt es keine zugelassenen EU-Health-Claims, entsprechend werden hier keine gesundheitsbezogenen Wirkungen versprochen; das Produkt versteht sich als Ergänzung einer vielfältigen Kost. Bei Ohrenschmerzen selbst bleibt die ärztliche Abklärung der richtige Weg.
Häufige Fragen (FAQ)
Was kann hinter Ohrenschmerzen stecken?
Häufig sind Ohrenschmerzen die Folge eines Atemwegsinfekts mit gestörter Belüftung des Mittelohrs. Auch eine Reizung des äußeren Gehörgangs, ein fester Ohrenschmelzpfropf, Druckschwankungen beim Fliegen oder Probleme im Kiefergelenk kommen infrage. Weil die Ursachen so verschieden sind, lohnt bei stärkeren Beschwerden eine ärztliche Abklärung.
Was kann ich bei leichten Ohrenschmerzen begleitend tun?
Viele empfinden eine warme Auflage am Ohr sowie Ruhe und ausreichend Schlaf als wohltuend. Bei einem Infekt hilft es, die Nasenatmung frei zu halten, etwa mit Salzwasserspülungen. Wichtig ist, nicht mit Wattestäbchen oder spitzen Gegenständen im Ohr zu hantieren.
Sind Ohrenschmerzen bei Kindern ein Fall für den Arzt?
Ja, bei Säuglingen und kleinen Kindern sollten Ohrenschmerzen eher rasch ärztlich abgeklärt werden, da Mittelohrbeschwerden bei ihnen häufig sind und eine gezielte Behandlung brauchen können. Warme Auflagen und Ruhe können die Zeit bis zum Termin angenehmer machen, ersetzen die Untersuchung aber nicht.
Darf ich einen Ohrenschmelzpfropf selbst entfernen?
Von tiefem Bohren mit Wattestäbchen oder spitzen Gegenständen ist abzuraten, da das den Pfropf oft nur tiefer schiebt und den empfindlichen Gehörgang verletzen kann. Einen festen Pfropf lässt man besser in der Arztpraxis oder Apotheke fachgerecht entfernen.
Wann muss ich mit Ohrenschmerzen sofort zum Arzt?
Bei starken oder rasch zunehmenden Schmerzen, Fieber, Ausfluss aus dem Ohr, plötzlichem Hörverlust, Schwindel, einer Schwellung hinter dem Ohr oder bei Beschwerden von Säuglingen und kleinen Kindern solltest du zeitnah ärztlichen Rat einholen. Das gilt auch nach einem Schlag oder einem Fremdkörper im Ohr.
Health notice: This guide is for general information purposes only and does not replace individual medical or pharmaceutical advice. Food supplements are not a substitute for a balanced, varied diet and a healthy lifestyle. If you have health concerns, are pregnant or breastfeeding, or are taking medication, please consult a doctor or pharmacist. How our guides are created →
Sources
- Gesundheitsinformationen — gesund.bund.de, 2024
- Gesunde Ernährung – Empfehlungen — Deutsche Gesellschaft für Ernährung, 2024
- Health claims – EU-Register — Europäische Kommission, 2024








