Kurz erklärt

Selen und Zink lassen sich gut kombinieren, denn beide Spurenelemente tragen zu einer normalen Funktion des Immunsystems und zum Schutz der Zellen vor oxidativem Stress bei. Wichtig sind moderate Mengen: Für Selen empfiehlt das BfR maximal 45 µg pro Tag über Nahrungsergänzungsmittel, für Zink maximal 6,5 mg. Bei längerer Zink-Einnahme lohnt ein Blick auf das Verhältnis zu Kupfer.

Selen und Zink werden oft in einem Atemzug genannt. Beide gehören zu den essenziellen Spurenelementen, beide kommen nur in winzigen Mengen im Körper vor, und beide tauchen regelmäßig gemeinsam auf, wenn es um Immunsystem, Zellschutz oder gesunde Haut und Nägel geht. Kein Wunder, dass viele Menschen sich fragen, ob es sinnvoll ist, sie zusammen einzunehmen, und worauf man dabei achten sollte.

Die kurze Antwort: Ja, Selen und Zink lassen sich gut kombinieren. Sie behindern sich in üblichen Mengen nicht, und ihre Aufgaben im Körper überschneiden sich an mehreren Stellen. Entscheidend ist wie immer die richtige Menge, denn gerade bei diesen beiden Spurenelementen gilt: Mehr ist nicht besser. In diesem Ratgeber ordnen wir sachlich ein, warum die Kombination Sinn ergibt, welche Dosierungen sinnvoll sind und welche Obergrenzen du im Blick behalten solltest.

Selen und Zink kurz vorgestellt

Zink ist eines der bekanntesten Spurenelemente und an Hunderten von Enzymreaktionen im Körper beteiligt. Es spielt eine Rolle beim Zellstoffwechsel, bei der Zellteilung, für Haut, Haare und Nägel sowie für das Immunsystem. Der Körper kann Zink nicht speichern, weshalb eine regelmäßige Zufuhr über die Ernährung wichtig ist. Gute Quellen sind Fleisch, Käse, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und Nüsse. Mehr Grundlagen findest du in unserem Ratgeber zu Zink: Wirkung, Tagesbedarf und Mangel erkennen.

Selen ist deutlich weniger bekannt, aber genauso essenziell. Der Körper braucht es unter anderem für bestimmte Enzyme, die eine Rolle beim Zellschutz und im Schilddrüsenstoffwechsel spielen. Der Selengehalt von Lebensmitteln hängt stark davon ab, wie selenreich der Boden ist, auf dem sie wachsen. In Europa gelten die Böden im Vergleich eher als selenarm, weshalb Selen hier häufiger Thema ist. Zu den Quellen zählen Fisch, Fleisch, Eier, Nüsse (besonders Paranüsse) und Hülsenfrüchte. Wie viel sinnvoll ist, klären wir ausführlich im Beitrag Selen: wie viel am Tag ist sinnvoll?.

Warum Selen und Zink gut zusammenpassen

Der wichtigste Grund für die Kombination liegt in ihren sich ergänzenden Aufgaben. Beide Spurenelemente sind für das Immunsystem und den Schutz der Zellen relevant, decken dabei aber unterschiedliche Bausteine ab.

Für das Immunsystem sind offiziell zugelassene Aussagen möglich: Selen trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei und Zink trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei. Zwei Spurenelemente, die an derselben Stelle ansetzen, sich aber über verschiedene Enzyme und Prozesse einbringen. Genau das macht die gemeinsame Betrachtung nachvollziehbar.

Auch beim Zellschutz ziehen beide an einem Strang. Selen und Zink tragen jeweils dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen. Oxidativer Stress entsteht, wenn im Körper mehr reaktive Sauerstoffverbindungen anfallen, als abgefangen werden. Beide Spurenelemente sind Teil des körpereigenen Schutzsystems, das dabei hilft, dieses Gleichgewicht zu halten. Dass zwei Nährstoffe denselben Beitrag leisten, ist kein Widerspruch, sondern spricht eher dafür, sie gemeinsam ausreichend abzudecken.

Ein Punkt spricht zusätzlich für Selen: Es hat eine Aufgabe, die Zink nicht abdeckt. Selen trägt zu einer normalen Schilddrüsenfunktion bei. Die Schilddrüse benötigt Selen für Enzyme, die am Stoffwechsel der Schilddrüsenhormone beteiligt sind. Das ist sachlich betrachtet ein eigenständiger Grund, warum Selen in einer Kombination seinen Platz hat.

Weil Zink und Selen so oft gemeinsam gebraucht werden, tauchen sie auch in vielen anderen Zusammenhängen zusammen auf, etwa wenn es um Nährstoffe für kräftige Fingernägel oder um schöne Haut, Haare und Nägel von innen geht. Auch bei Themen wie der Fruchtbarkeit des Mannes werden beide häufig gemeinsam genannt.

So kombinierst du Selen und Zink richtig

Bei der Kombination geht es weniger um einen ausgeklügelten Zeitplan als um vernünftige Mengen. Beide Spurenelemente lassen sich problemlos zusammen einnehmen, idealerweise zu einer Mahlzeit, was den Magen schont. Für Zink gehen wir auf die Frage nach dem Zeitpunkt gesondert im Ratgeber Zink: mit oder ohne Essen einnehmen? ein.

Wichtiger als der Zeitpunkt ist die Höhe der Zufuhr. Zur Orientierung dienen die Referenzwerte der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE):

  • Selen: Der Schätzwert liegt bei etwa 70 µg pro Tag für Männer und 60 µg pro Tag für Frauen. Die Mengen bewegen sich also im Mikrogramm-Bereich, das sind Tausendstel Milligramm.
  • Zink: Der empfohlene Wert liegt je nach Aufnahme von pflanzlichen Hemmstoffen (Phytat) bei etwa 11 bis 16 mg pro Tag für Männer und 7 bis 10 mg pro Tag für Frauen. Zink wird also im Milligramm-Bereich gemessen.

Der Größenunterschied ist wichtig zu verstehen: Selen dosiert man in Mikrogramm (µg), Zink in Milligramm (mg). Wer beide kombiniert, sollte die Zahlen nicht verwechseln. Eine sinnvolle Ergänzung orientiert sich an diesen Referenzwerten und daran, wie gut die Ernährung sie ohnehin schon abdeckt. Wer viel Fleisch, Fisch, Eier und Vollkorn isst, liegt bei beiden oft bereits in einem guten Bereich.

Ganz entscheidend sind die Obergrenzen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat Empfehlungen für die Höchstmengen in Nahrungsergänzungsmitteln ausgesprochen: für Selen maximal 45 µg pro Tag und für Zink maximal 6,5 mg pro Tag über Präparate. Diese Werte beziehen sich bewusst auf die zusätzliche Zufuhr über Ergänzungsmittel, weil ein Teil des Bedarfs über die Ernährung gedeckt wird. Wer sich an diesen Mengen orientiert, bleibt mit deutlichem Abstand im sicheren Bereich.

Worauf du achten solltest

Gerade weil Selen und Zink so wirkungsvolle Spurenelemente sind, gilt bei beiden ein klares Maßhalten. Der Bereich zwischen zu wenig und zu viel ist bei Selen vergleichsweise eng.

Selen-Obergrenze: Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat eine tolerierbare Gesamtaufnahmemenge (UL) von 255 µg pro Tag für Erwachsene abgeleitet, bezogen auf alle Quellen zusammen. Dauerhaft deutlich höhere Mengen können zu einer Selenüberladung führen, die sich unter anderem durch Beschwerden wie brüchige Nägel, Haarausfall oder einen knoblauchartigen Atemgeruch zeigen kann. Das ist ein Grund, warum das BfR die Höchstmenge in Präparaten bewusst niedrig ansetzt.

Zink-Obergrenze: Die EFSA nennt für Zink eine tolerierbare Gesamtaufnahmemenge von 25 mg pro Tag für Erwachsene aus allen Quellen. Auch hier ist dauerhaft zu viel nicht harmlos.

Zink und Kupfer bei Dauergebrauch: Der wichtigste Punkt bei längerer Zink-Einnahme betrifft nicht das Selen, sondern das Kupfer. Höhere Zinkmengen können über längere Zeit die Aufnahme von Kupfer aus der Nahrung hemmen, weil sich die beiden Spurenelemente im Darm um dieselben Aufnahmewege konkurrieren. Wer Zink dauerhaft in höheren Mengen ergänzt, sollte deshalb das Verhältnis zu Kupfer im Blick behalten. Wie das aussieht, erklären wir im Ratgeber Zink und Kupfer: das richtige Verhältnis. Bei moderaten Mengen im Bereich der BfR-Empfehlung ist dieser Punkt weniger kritisch, aber es lohnt sich, ihn zu kennen. Auch die Frage, wie lange man Zink einnehmen sollte, hängt eng damit zusammen.

Wenn du bereits Medikamente einnimmst, eine Schilddrüsenerkrankung hast, schwanger bist oder stillst, sprich die Einnahme von Selen und Zink am besten mit deiner Ärztin oder deinem Arzt ab. Ein Bluttest kann außerdem zeigen, ob überhaupt Bedarf besteht.

Ehrlich eingeordnet

Selen und Zink sind ein nachvollziehbares Duo. Beide unterstützen Immunsystem und Zellschutz, Selen bringt zusätzlich die Schilddrüse ins Spiel, und in üblichen Mengen vertragen sie sich problemlos. Das macht die Kombination zu einer der sinnvolleren, wenn man Spurenelemente ergänzen möchte.

Gleichzeitig ist Ehrlichkeit angebracht: Nahrungsergänzung ersetzt keine ausgewogene Ernährung, und mehr bringt bei diesen beiden Spurenelementen nicht mehr, sondern kann bei dauerhafter Überdosierung sogar schaden. Wer sich abwechslungsreich ernährt, deckt Selen und Zink oft schon gut ab. Eine Ergänzung ist dann vor allem für Menschen interessant, deren Zufuhr aus bestimmten Gründen knapper ausfällt. Wenn du ergänzt, dann in moderaten Mengen nahe an den Referenzwerten und mit Respekt vor den Obergrenzen. So holst du das Sinnvolle aus der Kombination heraus, ohne es zu übertreiben.

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Gesundheitshinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Bei gesundheitlichen Beschwerden, in Schwangerschaft und Stillzeit oder bei der Einnahme von Medikamenten halte bitte Rücksprache mit einer Ärztin oder einem Arzt. So entstehen unsere Ratgeber →