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Eingerissene Mundwinkel entstehen oft durch Feuchtigkeit, Kälte, Zahnersatz oder mechanische Reizung, manchmal spielt auch ein Nährstoffmangel mit. Wichtig ist, die Stellen trocken und gepflegt zu halten, die Auslöser konsequent zu meiden und bei hartnäckigen oder wiederkehrenden Beschwerden ärztlichen Rat einzuholen.

Kleine, schmerzhafte Risse in den Mundwinkeln kennen viele Menschen: Beim Gähnen, Lachen oder Essen zieht es unangenehm, manchmal bildet sich eine Kruste, die immer wieder aufreißt und beim nächsten Bissen erneut einreißt. Fachlich spricht man von einer Cheilitis angularis, umgangssprachlich von Faulecken oder Mundwinkelrhagaden. Meist sind sie harmlos, können aber überraschend hartnäckig sein und über Wochen wiederkehren. In diesem Ratgeber erfährst du, welche Ursachen typisch sind, wann ein Arztbesuch sinnvoll ist und welche Bausteine aus Alltag, Pflege und Ernährung deine Haut in dieser empfindlichen Region unterstützen.

Was steckt hinter eingerissenen Mundwinkeln?

Die Haut an den Mundwinkeln ist dünn, beweglich und wird beim Sprechen und Essen ständig gedehnt und gestaucht. Sammelt sich dort dauerhaft Feuchtigkeit, etwa durch Speichel, weicht die oberste Hornschicht auf und wird anfälliger für kleine Einrisse. In diesen feuchten Fältchen fühlen sich Hefepilze wie Candida und bestimmte Bakterien besonders wohl, was die Reizung verstärken und den Heilungsprozess bremsen kann.

Häufige begünstigende Faktoren sind trockene Heizungsluft, kaltes Winterwetter, häufiges Lippenlecken sowie schlecht sitzende Zahnprothesen, bei denen sich die Mundwinkel nach innen falten und eine feuchte Tasche bilden. Auch ein gestörter Speichelfluss, eine allgemein trockene oder zu Neurodermitis neigende Haut sowie eine Mundatmung spielen eine Rolle. Darüber hinaus wird ein Mangel an bestimmten B-Vitaminen, Eisen oder Zink diskutiert, weil diese Nährstoffe an der Erneuerung von Haut und Schleimhaut beteiligt sind. Oft treffen mehrere dieser Faktoren gleichzeitig zusammen, was erklärt, warum Faulecken sich manchmal so schwer vertreiben lassen. Wer die einzelnen Ursachen kennt, kann gezielter gegensteuern, statt nur an den Symptomen herumzudoktern.

Typisch ist auch, dass Faulecken in bestimmten Lebensphasen gehäuft auftreten, etwa im Winter mit trockener Heizungsluft, in stressigen Zeiten oder wenn sich die Ernährung vorübergehend einseitig gestaltet. Das ist ein Hinweis darauf, dass die Haut in dieser Region empfindlich auf äußere und innere Veränderungen reagiert und von einer aufmerksamen, aber nicht übertriebenen Pflege profitiert.

Wann du ärztlichen Rat einholen solltest

Viele Faulecken bessern sich innerhalb weniger Tage, wenn die Auslöser wegfallen und die Stellen trocken gehalten werden. Halten die Risse länger als ein bis zwei Wochen an, kehren immer wieder zurück oder greifen auf die umliegende Haut über, ist ein Termin in der Hausarzt- oder Hautarztpraxis sinnvoll. Das gilt ebenso, wenn sich Eiter, starke Rötung, Schwellung oder gelbliche Krusten zeigen oder wenn du gleichzeitig andere Beschwerden wie anhaltende Müdigkeit, Blässe oder häufige Infekte bemerkst.

Fachleute können abklären, ob ein Pilz, ein Nährstoffmangel oder eine andere Grunderkrankung dahintersteckt, und gezielt vorgehen, etwa mit einer antimykotischen oder pflegenden Behandlung. Bei häufig wiederkehrenden Faulecken lohnt sich zudem ein Blick auf mögliche Zusammenhänge mit dem Zahnersatz oder dem Stoffwechsel. Eine solche Abklärung ist der einzige Weg, um wirklich sicher zu sein, was im Einzelfall der Auslöser ist.

Was im Alltag Entlastung bringt

Der wichtigste Schritt ist, die Mundwinkel möglichst trocken und geschützt zu halten. Vermeide es, ständig über die Stellen zu lecken, auch wenn sie spannen, denn Speichel weicht die Haut weiter auf und verschlimmert den Kreislauf aus Aufweichen und Einreißen. Eine fetthaltige, milde Pflege bildet eine Schutzschicht gegen Speichel und Kälte. Tupfe die Mundwinkel nach dem Essen sanft trocken, statt sie zu reiben.

Sorge im Winter für etwas Luftfeuchtigkeit in Wohn- und Schlafräumen und schütze die Lippenpartie bei Kälte mit einer fettenden Pflege. Wenn du eine Zahnprothese trägst, lohnt sich ein Check beim Zahnarzt, ob Biss und Höhe stimmen, denn ein zu tiefer Biss faltet die Mundwinkel dauerhaft ein und schafft die feuchte Umgebung, in der Faulecken gedeihen. Achte außerdem auf eine schonende, regelmäßige Mundhygiene, um die Keimlast rund um den Mund gering zu halten, und wechsle bei akuten Rissen deine Zahnbürste, sobald die Stellen abgeheilt sind.

Ernährung, die Haut und Schleimhäute unterstützt

Eine abwechslungsreiche Kost liefert die Bausteine, die deine Haut für ihre ständige Erneuerung braucht. Setze auf Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse, Eier, Milchprodukte sowie reichlich Gemüse. Diese Lebensmittel liefern unter anderem Riboflavin (Vitamin B2), Niacin, Zink und Eisen, die alle an gesunder Haut und Schleimhaut beteiligt sind.

Grünes Blattgemüse, Hülsenfrüchte und Vollkorn liefern pflanzliches Eisen, das in Kombination mit einer Vitamin-C-Quelle wie Paprika, Beeren oder etwas Zitrone deutlich besser aufgenommen wird. Wer sich einseitig ernährt, zum Beispiel bei strengen Diäten, in bestimmten Lebensphasen oder bei rein pflanzlicher Kost ohne Planung, hat eher ein Risiko für Engpässe bei B-Vitaminen, Eisen und Zink. Ausreichend zu trinken hält zudem die Schleimhäute geschmeidig und unterstützt die natürliche Barrierefunktion der Haut.

Praktisch bedeutet das, den Speiseplan bewusst bunt zu gestalten: eine Handvoll Nüsse als Snack, Haferflocken zum Frühstück, Linsen oder Kichererbsen im Mittagessen und zu jeder Mahlzeit eine Portion Gemüse. Wer Fleisch isst, deckt seinen Eisenbedarf damit gut ab, wer sich pflanzlich ernährt, kombiniert eisenreiche Lebensmittel gezielt mit einer Vitamin-C-Quelle. So entsteht über die normale Ernährung eine solide Grundlage, ohne dass es dafür teure Spezialprodukte braucht.

Nährstoffe und Pflanzen im Blick

Mehrere Mikronährstoffe sind für Haut und Schleimhaut von Bedeutung. Riboflavin (Vitamin B2) trägt zur Erhaltung normaler Haut und normaler Schleimhäute bei. Niacin trägt zur Erhaltung normaler Schleimhäute und normaler Haut bei. Zink trägt zur Erhaltung normaler Haut bei. Eisen trägt zur normalen Bildung roter Blutkörperchen bei und ist am Sauerstofftransport im Körper beteiligt.

Diese Zusammenhänge erklären, warum eine ausreichende Versorgung mit diesen Nährstoffen sinnvoll ist, wenn die Haut immer wieder Probleme macht. Traditionell werden zudem pflegende Pflanzenauszüge wie Ringelblume oder Kamille äußerlich für empfindliche Hautpartien verwendet. Ein Nahrungsergänzungsmittel ersetzt keine ausgewogene Ernährung und keine ärztliche Abklärung, sondern kann eine ergänzende Rolle spielen, wenn die Versorgung über die Kost nicht sichergestellt ist. Bei Eisen gilt: Eine Ergänzung ist nur bei nachgewiesenem Bedarf sinnvoll, da ein Zuviel nicht wünschenswert ist.

Ehrlich eingeordnet

Eingerissene Mundwinkel haben oft mehrere Ursachen gleichzeitig, von zu viel Feuchtigkeit über Kälte und Zahnersatz bis zu einem möglichen Nährstoffdefizit. Deshalb gibt es kein einzelnes Mittel, das in jedem Fall wirkt, und Versprechen einer schnellen Wunderlösung solltest du kritisch sehen. Der ehrlichste Ansatz ist, die mechanischen und klimatischen Auslöser konsequent auszuschalten, die Region trocken und gepflegt zu halten und gleichzeitig auf eine gute Nährstoffversorgung zu achten. Bleiben die Beschwerden trotz dieser Maßnahmen bestehen oder kehren sie ständig wieder, gehört die Ursache fachlich abgeklärt, statt weiter auf eigene Faust zu behandeln.

Schutz und Pflege Schritt für Schritt

Wer immer wieder mit Faulecken zu tun hat, profitiert von einer festen kleinen Routine. Beginne morgens damit, die Mundwinkel nach dem Zähneputzen und Waschen vorsichtig trocken zu tupfen und eine dünne, fetthaltige Schutzpflege aufzutragen, die eine Barriere gegen Speichel bildet. Über den Tag hinweg lohnt es sich, nach dem Essen und Trinken die Mundwinkel erneut sanft abzutupfen, statt sie mit der Zunge zu befeuchten.

Am Abend nimmst du die Pflege wieder auf und achtest darauf, dass die Haut über Nacht nicht durch Speichel aufweicht, etwa bei Mundatmung oder ungünstiger Schlafposition. Ergänzend helfen ein Luftbefeuchter im Schlafzimmer während der Heizperiode, ausreichendes Trinken über den Tag und der bewusste Verzicht auf reizende, sehr saure oder scharfe Speisen, solange die Risse frisch sind. Diese kleinen, konsequent umgesetzten Schritte bringen oft mehr als ein einzelnes Wundermittel und geben der empfindlichen Haut die Ruhe, die sie zum Abheilen braucht.

Häufige Fragen (FAQ)

Sind eingerissene Mundwinkel ansteckend?

Die Risse selbst sind kein ansteckendes Phänomen. Sind allerdings Bakterien oder Hefepilze beteiligt, können diese Keime grundsätzlich übertragen werden. Achte deshalb auf Hygiene und teile keine Lippenpflege, Gläser oder Besteck, bis die Stellen abgeheilt sind.

Deuten Faulecken immer auf einen Vitaminmangel hin?

Nein. In vielen Fällen sind mechanische und klimatische Ursachen wie Speichel, Kälte oder ein schlecht sitzender Zahnersatz entscheidend. Ein Mangel an B-Vitaminen, Eisen oder Zink kann mitbeteiligt sein, ist aber nicht die einzige mögliche Erklärung und sollte bei Verdacht ärztlich geprüft werden.

Wie lange dauert es, bis eingerissene Mundwinkel abheilen?

Wenn die Auslöser wegfallen und die Stellen trocken gehalten werden, bessern sich viele Faulecken innerhalb einiger Tage. Hartnäckige oder wiederkehrende Risse können mehrere Wochen brauchen und sollten dann fachlich abgeklärt werden, um die eigentliche Ursache zu finden.

Was kann ich vorbeugend tun?

Halte die Mundwinkel trocken, verzichte auf ständiges Lippenlecken, schütze die Lippenpartie bei Kälte und sorge für ausreichend Luftfeuchtigkeit. Eine ausgewogene Ernährung mit Vollkorn, Gemüse, Nüssen und Eiweißquellen unterstützt die Versorgung mit hautrelevanten Nährstoffen zusätzlich.

Hilft es, viel zu trinken?

Ausreichend zu trinken hält Haut und Schleimhäute geschmeidig und ist Teil einer gesunden Grundversorgung. Es ersetzt aber nicht die konsequente Vermeidung der eigentlichen Auslöser und keine ärztliche Abklärung bei hartnäckigen oder wiederkehrenden Beschwerden.

Was this guide helpful?

Health notice: This guide is for general information purposes only and does not replace individual medical or pharmaceutical advice. Food supplements are not a substitute for a balanced, varied diet and a healthy lifestyle. If you have health concerns, are pregnant or breastfeeding, or are taking medication, please consult a doctor or pharmacist. How our guides are created →

Sources

  1. Deutsches Ärzteblatt — Fachartikel zu Hauterkrankungen und Cheilitis, 2023
  2. Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs (Gesundheit.gv.at) — Informationen zu Haut und Nährstoffversorgung, 2023
  3. Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) — Health Claims zu Riboflavin, Niacin, Zink und Eisen, 2010
Malte