Auf Nahrungsergänzungsmitteln taucht Vitamin D in zwei Schreibweisen auf: als Vitamin D3 (Cholecalciferol) und als Vitamin D2 (Ergocalciferol). Beide zählen zur Gruppe der Vitamin-D-Formen, unterscheiden sich aber in Herkunft und einigen Eigenschaften. Dieser Ratgeber erklärt sachlich, worin der Unterschied zwischen Vitamin D3 und D2 liegt, welche zugelassenen Aussagen für Vitamin D gelten und worauf du bei der Auswahl achten kannst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Vitamin D3 (Cholecalciferol) stammt meist aus tierischen Quellen oder Flechten, Vitamin D2 (Ergocalciferol) aus Pilzen und Hefen.
  • Der Körper bildet bei Sonnenlicht in der Haut selbst Vitamin D3.
  • Für Vitamin D allgemein sind mehrere gesundheitsbezogene Aussagen zugelassen, etwa zu Knochen, Muskeln und Immunsystem.
  • Vitamin D3 gilt als die im menschlichen Körper natürlicherweise vorkommende Form.
  • Für Veganer:innen gibt es Vitamin D3 aus Flechten als pflanzliche Alternative.

Woher stammen Vitamin D3 und D2?

Der wichtigste Unterschied liegt in der Herkunft. Vitamin D3, chemisch Cholecalciferol, entsteht in der menschlichen Haut, wenn UV-B-Strahlung aus dem Sonnenlicht auf sie trifft. Es kommt zudem in tierischen Lebensmitteln wie fettem Fisch vor und wird für Nahrungsergänzungsmittel häufig aus Lanolin (Wollfett) oder – für vegane Produkte – aus Flechten gewonnen.

Vitamin D2, chemisch Ergocalciferol, wird dagegen von Pflanzen, Pilzen und Hefen gebildet, wenn diese UV-Licht ausgesetzt sind. Klassische Quelle sind mit UV-Licht behandelte Speisepilze. D2 war historisch die erste Form, die in größerem Umfang für Präparate hergestellt wurde.

Beide Formen durchlaufen im Körper denselben Weg: Nach der Aufnahme werden sie zunächst in der Leber und anschließend in der Niere in aktivere Formen umgewandelt, bevor der Organismus sie nutzen kann. Chemisch unterscheiden sich D3 und D2 nur in einem Detail der Seitenkette des Moleküls – ein kleiner Unterschied, der aber ausreicht, um sie botanisch beziehungsweise tierisch klar zuzuordnen.

Vitamin D3 oder D2: Der Vergleich

Die folgende Tabelle stellt die beiden Formen gegenüber. Wichtig: Die zugelassenen gesundheitsbezogenen Aussagen gelten für „Vitamin D" allgemein und damit für beide Formen.

Merkmal Vitamin D3 (Cholecalciferol) Vitamin D2 (Ergocalciferol)
Herkunft Tierisch (Wollfett, Fisch) oder Flechten Pilze, Hefen
Bildung im Körper Wird bei Sonnenlicht in der Haut gebildet Wird im menschlichen Körper nicht gebildet
Vegan verfügbar Ja, als D3 aus Flechten Ja, grundsätzlich pflanzlich
Natürliche Form im Körper Entspricht der körpereigenen Form Körperfremde, aber verwertbare Form
Häufigkeit in Präparaten Sehr verbreitet Seltener

In Nahrungsergänzungsmitteln hat sich überwiegend Vitamin D3 durchgesetzt, weil es der Form entspricht, die auch der menschliche Körper selbst bildet. Vitamin D2 ist die klassisch pflanzliche Variante, spielt in modernen Präparaten aber eine kleinere Rolle – zumal es mittlerweile auch veganes D3 aus Flechten gibt.

Welche Aussagen sind für Vitamin D zugelassen?

Für Vitamin D sind in der EU mehrere gesundheitsbezogene Aussagen erlaubt. Sie gelten unabhängig davon, ob es sich um D3 oder D2 handelt:

  • Vitamin D trägt zur Erhaltung normaler Knochen und Zähne bei.
  • Vitamin D trägt zu einer normalen Muskelfunktion bei.
  • Vitamin D trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei.
  • Vitamin D trägt zu einer normalen Aufnahme und Verwertung von Calcium bei und hat eine Funktion bei der Zellteilung.

Gerade in den dunklen Monaten ist die körpereigene Bildung eingeschränkt, weil die UV-B-Strahlung in unseren Breiten nicht ausreicht. Wie du in dieser Zeit vorgehen kannst und was der Blutwert aussagt, erklären wir in Vitamin D: Dosierung, Blutwert & Winter.

Wie viel Vitamin D braucht der Körper?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nennt bei fehlender körpereigener Bildung einen Schätzwert von 20 µg (800 I.E.) Vitamin D pro Tag für Erwachsene. Über die Ernährung allein ist dieser Wert schwer zu erreichen, da nur wenige Lebensmittel nennenswerte Mengen liefern – dazu zählen fetter Fisch, Eigelb und mit UV-Licht behandelte Pilze. Den größten Beitrag leistet normalerweise die Sonne. Vitamin D zählt zu den fettlöslichen Vitaminen, weshalb es sinnvoll ist, entsprechende Präparate zu einer fetthaltigen Mahlzeit einzunehmen. Als fettlösliches Vitamin kann Vitamin D bei dauerhaft sehr hoher Zufuhr im Körper angereichert werden – eine sinnvolle Dosierung ist daher wichtiger als möglichst viel, wie wir auch in Kann man zu viele Vitamine nehmen? erläutern.

Vitamin D kommt selten allein

In vielen Präparaten wird Vitamin D3 mit Vitamin K2 kombiniert, weil beide im Calciumstoffwechsel eine Rolle spielen. Warum diese Kombination so beliebt ist, liest du in Vitamin D3 K2 Kombination. Auch beim Thema Immunsystem taucht Vitamin D regelmäßig auf – gemeinsam mit Vitamin C und Zink, wie wir in Immunsystem: Vitamin C, D & Zink beschreiben. Wie gut fettlösliche Vitamine wie D aufgenommen werden, hängt zudem von der Zufuhr mit einer Mahlzeit ab – dazu passt Nährstoffe vor oder nach dem Essen.

Fazit

Vitamin D3 und D2 unterscheiden sich vor allem in ihrer Herkunft: D3 entspricht der körpereigenen Form und wird bei Sonnenlicht in der Haut gebildet, D2 stammt aus Pilzen und Hefen. Die zugelassenen Aussagen zu Knochen, Muskeln und Immunsystem gelten für beide. In der Praxis ist D3 die verbreitetere Wahl, und auch Veganer:innen können mittlerweile auf D3 aus Flechten zurückgreifen.

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In der Kategorie Vitamin D findest du Vitamin-D3-Präparate als Tropfen und Kapseln, teils in Kombination mit Vitamin K2. Weitere fettlösliche Vitamine und Kombipräparate führen wir in der Kategorie Vitamine – alles laborgeprüft und made in Germany.

Häufige Fragen (FAQ)

Ist Vitamin D3 besser als D2?

Vitamin D3 entspricht der Form, die der menschliche Körper selbst bildet, und ist die in Präparaten am weitesten verbreitete Variante. Die zugelassenen gesundheitsbezogenen Aussagen gelten jedoch für beide Formen gleichermaßen.

Ist Vitamin D3 immer tierisch?

Klassisches D3 stammt oft aus Wollfett (Lanolin) oder Fisch. Es gibt jedoch auch veganes Vitamin D3, das aus Flechten gewonnen wird und damit ohne tierische Rohstoffe auskommt.

Warum ist Vitamin D im Winter ein Thema?

In den dunklen Monaten reicht die UV-B-Strahlung in unseren Breiten nicht aus, damit die Haut ausreichend Vitamin D bilden kann. Deshalb rückt die Zufuhr über Ernährung oder Präparate in dieser Zeit stärker in den Fokus.

Warum wird Vitamin D oft mit K2 kombiniert?

Beide Vitamine spielen im Calciumstoffwechsel eine Rolle, weshalb sie in vielen Präparaten zusammen angeboten werden. Details dazu findest du in unserem Ratgeber zur Vitamin-D3-K2-Kombination.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung.

Scheunengut Redaktion