Quick answer

Bei einer gereizten Sehne helfen vor allem eine angepasste Belastung, ein schrittweiser Wiederaufbau, gute Ergonomie und viel Geduld, da sich Sehnen langsam erholen. Eiweißreiche Kost und Nährstoffe wie Vitamin C, das zur normalen Kollagenbildung für die Knorpel- und Knochenfunktion beiträgt, unterstützen das Bindegewebe. Anhaltende Beschwerden ärztlich abklären.

Ob im Ellenbogen, in der Schulter, am Handgelenk oder an der Achillessehne: Eine gereizte Sehne macht sich meist mit einem ziehenden, brennenden Schmerz bemerkbar, der bei Belastung zunimmt. Viele kennen das als Tennisarm, Mausarm oder als schmerzende Achillessehne nach dem Laufen. Dieser Ratgeber ordnet ein, was hinter einer Sehnenreizung steckt, wann ein Arztbesuch ratsam ist und welche Alltagsschritte, Ernährungsbausteine und Nährstoffe einen Bezug zu belastbaren Sehnen und Bindegewebe haben.

Was hinter einer Sehnenentzündung steckt

Sehnen verbinden Muskeln mit Knochen und übertragen bei jeder Bewegung Kraft. Werden sie dauerhaft oder plötzlich stark beansprucht, kann das Gewebe gereizt werden. Fachleute sprechen je nach Ort und Verlauf von einer Sehnenreizung, einer Reizung des Sehnenansatzes oder einer Reizung der Sehnenscheide.

Häufig entsteht die Überlastung durch immer gleiche Bewegungen: langes Tippen und Klicken am Computer, handwerkliche Tätigkeiten, Musizieren oder ein Trainingsreiz, der zu schnell gesteigert wurde. Typisch betroffen sind der äußere Ellenbogen (Tennisarm), der innere Ellenbogen (Golferarm), die Sehnen rund um die Schulter, das Handgelenk sowie die Achillessehne am Fersenbein.

Kennzeichnend sind ein Anlauf- und Belastungsschmerz, manchmal eine Druckempfindlichkeit über der Sehne und gelegentlich ein feines Reiben. Begünstigend wirken eine plötzliche Steigerung der Belastung, ungewohnte Bewegungen, ungünstige Haltung am Arbeitsplatz, unpassendes Schuhwerk beim Sport sowie fehlende Erholungsphasen zwischen den Belastungen. Anders als ein Muskel erholt sich eine Sehne vergleichsweise langsam, weil sie schlechter durchblutet ist, weshalb Geduld hier ein wichtiger Faktor ist.

Wann du ärztlich abklären solltest

Eine leichte Reizung nach ungewohnter Belastung klingt oft mit etwas Schonung wieder ab. In einigen Fällen ist jedoch eine ärztliche Einordnung wichtig. Bei anhaltenden Beschwerden ärztlich abklären; ersetzt keine medizinische Beratung.

  • Schmerzen, die länger als zwei bis drei Wochen anhalten oder zunehmen
  • deutliche Schwellung, Wärme oder Rötung über der Sehne
  • ein plötzlicher, stechender Schmerz oder ein hörbarer Knall bei Belastung
  • deutlicher Kraftverlust oder das Gefühl, ein Gelenk nicht mehr richtig bewegen zu können
  • Taubheit oder Kribbeln, das in Finger oder Zehen ausstrahlt
  • Ruhe- oder Nachtschmerz, der den Schlaf stört

Eine hausärztliche, orthopädische oder physiotherapeutische Praxis kann klären, welche Struktur betroffen ist, und passende Maßnahmen aufzeigen, etwa gezielte Übungen, eine Bandage oder eine Anpassung der Belastung.

Was du im Alltag tun kannst

Bei einer gereizten Sehne gilt: erst entlasten, dann behutsam wieder aufbauen. Wer die auslösende Bewegung anpasst und die Sehne schrittweise belastbarer macht, kommt meist am weitesten.

  • Belastung anpassen: Die auslösende Bewegung eine Weile reduzieren, statt sie durch Schmerz hindurch fortzusetzen. Vollständige Ruhigstellung ist aber selten nötig.
  • Ergonomie prüfen: Arbeitsplatz, Maus, Tastatur und Sitzhaltung so einstellen, dass Hand und Arm entspannt aufliegen.
  • Schrittweiser Aufbau: Nach der akuten Phase die Sehne langsam wieder an Belastung gewöhnen, etwa mit ruhigen, kontrollierten Bewegungen nach Anleitung.
  • Aufwärmen und Dehnen: Vor dem Sport aufwärmen und die beteiligten Muskeln locker dehnen.
  • Kühlen oder Wärmen: In der akuten Phase empfinden viele Kühlen als angenehm, später eher Wärme; hier hilft Ausprobieren.
  • Hilfsmittel: Eine Bandage oder eine kleine Pause-Erinnerung am Bildschirm kann helfen, Überlastung zu vermeiden.

Wichtig ist vor allem Geduld: Sehnen brauchen oft mehrere Wochen, bis sie wieder voll belastbar sind. Wer zu früh zur alten Intensität zurückkehrt, riskiert einen Rückfall. Eine physiotherapeutische Praxis kann einen passenden Aufbauplan zusammenstellen und die Technik bei Sport oder Arbeit im Blick behalten. Bewährt hat sich, die Sehne nicht komplett zu schonen, sondern mit langsamen, kontrollierten Bewegungen unterhalb der Schmerzgrenze zu belasten, da moderate Reize den Aufbau des Gewebes anregen. Wer am Bildschirm arbeitet, kann kleine Bewegungspausen fest einplanen, die Maus zwischendurch mit der anderen Hand führen oder auf eine ergonomischere Eingabe umsteigen. Bei sportlicher Belastung lohnt ein kritischer Blick auf Technik, Schuhwerk und Trainingsumfang, denn oft ist eine zu schnelle Steigerung der eigentliche Auslöser.

Ernährung, die Sehnen und Bindegewebe guttut

Eine ausgewogene, pflanzenbetonte Ernährung liefert Bausteine für Sehnen, Bänder und Bindegewebe und unterstützt die Erholung. Bewährt hat sich die mediterrane Kost.

  • reichlich Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte und Vollkorn
  • hochwertige Pflanzenöle wie Oliven- und Rapsöl
  • Seefisch als Quelle für Omega-3-Fettsäuren, ein- bis zweimal pro Woche
  • gute Eiweißquellen wie Hülsenfrüchte, Eier, Milchprodukte oder Fisch für den Gewebeaufbau
  • Nüsse und Samen in maßvollen Mengen
  • ausreichend Flüssigkeit und wenig stark verarbeitete Lebensmittel

Diese Ernährungsweise unterstützt den gesamten Bewegungsapparat und liefert die Eiweißbausteine, aus denen der Körper Kollagen für Sehnen und Bindegewebe bildet. Eine bunte Auswahl an Gemüse und Obst sowie regelmäßige Eiweißquellen über den Tag verteilt bilden dabei eine gute Grundlage. Wer intensiv trainiert, achtet am besten darauf, den erhöhten Eiweißbedarf gleichmäßig über mehrere Mahlzeiten zu decken, statt nur einmal am Tag eine große Portion zu essen. Auch eine ausreichende Versorgung mit buntem Gemüse liefert sekundäre Pflanzenstoffe und Vitamine, die den Bewegungsapparat in seiner normalen Funktion begleiten.

Nährstoffe und Pflanzen mit Bezug zu Sehnen und Bindegewebe

Einige Nährstoffe tragen laut den zugelassenen EU-Angaben zu Strukturen bei, die für belastbare Sehnen wichtig sind. Diese Aussagen beziehen sich auf normale Körperfunktionen, nicht auf die Behandlung einer Sehnenentzündung.

  • Vitamin C trägt zu einer normalen Kollagenbildung für eine normale Funktion der Knorpel und der Knochen bei.
  • Mangan trägt zu einer normalen Bindegewebsbildung bei.
  • Kupfer trägt zur Erhaltung von normalem Bindegewebe bei.
  • Vitamin D trägt zu einer normalen Muskelfunktion bei.
  • Magnesium trägt zu einer normalen Muskelfunktion und zu einer normalen Eiweißsynthese bei.

Kollagen ist der wichtigste Baustein von Sehnen, und Vitamin C spielt bei seiner Bildung eine zentrale Rolle. Eine gute Grundversorgung mit den genannten Nährstoffen unterstützt Bindegewebe und Muskeln in ihrer normalen Funktion. Aus der traditionellen Anwendung werden bei Gelenk- und Sehnenthemen zudem oft Weihrauch und Kurkuma genannt; für diese Pflanzen gibt es keine zugelassenen EU-Health-Claims, und sie ersetzen weder die nötige Erholung noch einen behutsamen Belastungsaufbau.

Ehrlich eingeordnet

Kein Mittel ersetzt die Zeit, die eine gereizte Sehne zur Erholung braucht. Am besten belegt sind eine angepasste Belastung, ein schrittweiser Aufbau, gute Ergonomie und Geduld. Physiotherapie und ein passender Übungsplan können den Verlauf spürbar erleichtern. Eine ausgewogene Ernährung und eine gute Nährstoffversorgung bilden die Basis, auf der diese Maßnahmen wirken. Nahrungsergänzung kann diese Basis abrunden, ersetzt aber weder die Erholungszeit noch ärztliche Begleitung. Wer die Belastung klug dosiert und nicht zu früh zur alten Intensität zurückkehrt, kommt meist am weitesten.

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Häufige Fragen (FAQ)

Wie lange dauert eine Sehnenentzündung?

Das ist sehr unterschiedlich. Leichte Reizungen bessern sich oft in ein bis zwei Wochen, hartnäckigere Verläufe können mehrere Wochen bis Monate brauchen. Sehnen erholen sich langsamer als Muskeln, weil sie schlechter durchblutet sind. Geduld und ein schrittweiser Belastungsaufbau sind deshalb wichtig.

Soll ich bei einer Sehnenreizung ruhen oder bewegen?

Meist ist eine Mischung sinnvoll: In der akuten Phase die auslösende Bewegung reduzieren, aber nicht vollständig ruhigstellen. Danach die Sehne behutsam und kontrolliert wieder an Belastung gewöhnen. Ein Übungsplan aus der Physiotherapie kann dabei gute Orientierung geben.

Hilft Kühlen oder Wärmen bei einer gereizten Sehne?

In der akuten, schmerzhaften Phase empfinden viele Kühlen als angenehm. Später, wenn es um die Erholung und den Aufbau geht, wird eher Wärme als wohltuend erlebt. Beides ist eine Frage des persönlichen Empfindens, hier lohnt sich Ausprobieren.

Welche Nährstoffe sind für Sehnen wichtig?

Sehnen bestehen vor allem aus Kollagen. Vitamin C trägt zu einer normalen Kollagenbildung für eine normale Funktion der Knorpel und der Knochen bei, Mangan zu einer normalen Bindegewebsbildung und Kupfer zur Erhaltung von normalem Bindegewebe. Gute Eiweißquellen liefern zusätzlich die Bausteine für den Gewebeaufbau.

Wann sollte ich mit einer Sehnenentzündung zum Arzt?

Bei Schmerzen, die länger als zwei bis drei Wochen anhalten, bei deutlicher Schwellung, Wärme, Rötung, plötzlichem stechendem Schmerz, Kraftverlust oder ausstrahlendem Kribbeln solltest du ärztlich abklären lassen. Ein hörbarer Knall bei Belastung gehört rasch untersucht.

Was this guide helpful?

Health notice: This guide is for general information purposes only and does not replace individual medical or pharmaceutical advice. Food supplements are not a substitute for a balanced, varied diet and a healthy lifestyle. If you have health concerns, are pregnant or breastfeeding, or are taking medication, please consult a doctor or pharmacist. How our guides are created →

Sources

  1. Gesundheitsinformationen — gesund.bund.de, 2024
  2. Gesunde Ernährung – Empfehlungen — Deutsche Gesellschaft für Ernährung, 2024
  3. Health claims – EU-Register — Europäische Kommission, 2024