Kurz erklärt

Bei trockenen Augen spielt der Lebensstil mit: Ausreichend Flüssigkeit, Omega-3-Fettsäuren aus Fisch oder Algen sowie Vitamin A und Zink gehören zu einer augenfreundlichen Ernährung. DHA trägt zur Erhaltung normaler Sehkraft bei. Anhaltende, starke oder plötzliche Beschwerden gehören immer augenärztlich abgeklärt und nicht nur über die Ernährung angegangen.

Der Bildschirm flimmert, die Heizungsluft ist trocken, und am Abend brennen die Augen, als hätte man stundenlang in den Wind geschaut. Trockene, müde Augen sind ein Alltagsphänomen geworden - und viele fragen sich, ob sich mit der Ernährung etwas tun lässt. Die kurze Antwort: Der Lebensstil ist kein Ersatz für augenärztliche Abklärung, aber eine augenfreundliche Ernährung liefert Bausteine, die für gesunde Augen tatsächlich eine Rolle spielen.

Was hinter trockenen Augen steckt

Unsere Augen sind von einem feinen Tränenfilm überzogen - einer dünnen Schicht aus Wasser, Schleim und einem öligen Anteil, der das schnelle Verdunsten bremst. Ist dieser Film aus dem Gleichgewicht, entsteht das typische Gefühl von Trockenheit, Sandkorn oder Brennen. Ursachen gibt es viele: langes, konzentriertes Sehen mit reduziertem Lidschlag am Bildschirm, trockene Raumluft, Zugluft, Kontaktlinsen, hormonelle Umstellungen oder bestimmte Medikamente.

Ernährung ist dabei nur ein Faktor unter mehreren - aber ein Faktor, den man selbst in der Hand hat. Denn die Augen sind stoffwechselaktive Organe, und wie jedes Gewebe brauchen sie eine gute Grundversorgung mit Flüssigkeit, Fettsäuren und Mikronährstoffen. Genau hier setzt der Blick von innen an, während die äußeren Auslöser separat betrachtet werden sollten. Einen breiteren Überblick über augenrelevante Mikronährstoffe findest du in unserem Ratgeber zu Nährstoffen für die Augen.

Flüssigkeit: die einfachste Stellschraube

Bevor es um einzelne Nährstoffe geht, lohnt der Blick aufs Glas. Der Tränenfilm besteht zum Großteil aus Wasser, und wer über den Tag zu wenig trinkt, spürt das oft auch an den Schleimhäuten - Augen und Mund inklusive. Anderthalb bis zwei Liter über den Tag verteilt sind für die meisten Erwachsenen ein sinnvoller Richtwert, bei Hitze, Sport oder trockener Heizungsluft entsprechend mehr. Kaffee und Tee zählen übrigens mit, entgegen dem alten Mythos. Wer dazu neigt, das Trinken zu vergessen, stellt sich am besten eine Flasche in Sichtweite oder koppelt jede kleine Pause an einen Schluck Wasser. Ausreichend zu trinken ist keine Wunderlösung, aber die günstigste und naheliegendste Maßnahme überhaupt - und sie kostet nichts außer ein wenig Aufmerksamkeit.

Die relevanten Nährstoffe im Überblick

Rund um die Augengesundheit gibt es eine Handvoll Nährstoffe, für die in der EU zugelassene Aussagen existieren oder die traditionell mit dem Auge in Verbindung gebracht werden. Wichtig zur Einordnung: Zugelassene Aussagen beziehen sich auf die Erhaltung normaler Sehkraft - sie sind kein Heilversprechen bei trockenen Augen, sondern beschreiben die allgemeine Funktion.

Omega-3-Fettsäuren (EPA und DHA)

Die langkettigen Omega-3-Fettsäuren aus fettem Seefisch oder Mikroalgen sind der wohl meistdiskutierte Baustein, wenn es um den Tränenfilm geht. Für die Docosahexaensäure gilt der zugelassene Hinweis: Docosahexaensäure (DHA) trägt zur Erhaltung normaler Sehkraft bei. Die positive Wirkung stellt sich bei einer täglichen Aufnahme von 250 mg DHA ein. Fetter Fisch wie Lachs, Makrele oder Hering ein- bis zweimal pro Woche ist die klassische Quelle; für Menschen, die keinen Fisch essen, sind Algenöl-Präparate eine rein pflanzliche Alternative, die DHA direkt liefert. Pflanzliche Öle wie Lein- oder Rapsöl enthalten zwar die kurzkettige Alpha-Linolensäure, doch der Körper wandelt daraus nur einen kleinen Teil in DHA um - wer gezielt auf DHA setzt, ist mit Fisch oder Algenöl auf der sichereren Seite.

Vitamin A

Vitamin A ist der Klassiker unter den Augen-Nährstoffen und Bestandteil des Sehprozesses. Hier gilt der zugelassene Hinweis: Vitamin A trägt zur Erhaltung normaler Sehkraft bei. Der Körper gewinnt es aus tierischen Quellen wie Leber, Eiern und Milchprodukten sowie aus Beta-Carotin in orangem und dunkelgrünem Gemüse - Karotten, Süßkartoffeln, Grünkohl und Spinat. Ein Vitamin-A-Mangel ist in Deutschland selten; eine gezielte Hochdosierung ist weder nötig noch sinnvoll.

Zink und Vitamin B2

Auch für zwei weitere Mikronährstoffe existieren zugelassene Aussagen: Zink trägt zur Erhaltung normaler Sehkraft bei und Riboflavin trägt zur Erhaltung normaler Sehkraft bei. Zink steckt in Fleisch, Käse, Vollkornprodukten und Kürbiskernen, Riboflavin (Vitamin B2) in Milchprodukten, Eiern und grünem Gemüse. Beide werden über eine abwechslungsreiche Kost in der Regel gut abgedeckt.

Lutein und Zeaxanthin

Diese beiden Pflanzenfarbstoffe reichern sich im Auge an und stecken in dunkelgrünem Blattgemüse, Mais und Eigelb. Für sie gibt es keine zugelassene gesundheitsbezogene Aussage, sie gehören aber zu einer bunten, gemüsereichen Ernährung dazu. Wenn dich der Hintergrund interessiert, haben wir das Thema im Ratgeber zu Lutein und Zeaxanthin für die Augen ausführlich aufgearbeitet.

Für wen das Thema besonders relevant ist

Trockene Augen treffen längst nicht nur ältere Menschen. Wer beruflich viele Stunden am Monitor verbringt, kennt das Gefühl abends besonders gut - hier lohnt der ergänzende Blick in unseren Ratgeber zu Nährstoffen für die Augen am Bildschirm. Auch Kontaktlinsenträgerinnen und -träger, Menschen in klimatisierten oder stark geheizten Räumen sowie Frauen in oder nach den Wechseljahren berichten häufiger über Trockenheit. In all diesen Fällen ist eine solide Nährstoffgrundlage ein sinnvoller Baustein - aber eben einer neben Raumklima, Bildschirmpausen und bewusstem Blinzeln.

Ernährungsbedingt oder medizinisch? Ein wichtiger Unterschied

Hier ist Klartext angebracht: Gelegentlich müde, trockene Augen nach einem langen Bildschirmtag sind etwas anderes als anhaltende, starke oder plötzlich auftretende Beschwerden. Eine ausgewogene Ernährung kann die allgemeine Grundversorgung unterstützen - sie ersetzt aber keine Diagnose. Wenn die Trockenheit dauerhaft besteht, das Sehen beeinträchtigt, mit Schmerzen, Rötung oder Lichtempfindlichkeit einhergeht oder sich rasch verschlechtert, gehört das augenärztlich abgeklärt. Hinter trockenen Augen können auch behandlungsbedürftige Ursachen stecken, und nur die Fachperson kann das einordnen und gezielt behandeln.

Einnahme, Alltag und Qualität

Der wirkungsvollste Ansatz ist unspektakulär: erst die Ernährung, dann gezielt ergänzen. Zwei Portionen fetter Fisch pro Woche, buntes Gemüse täglich, Nüsse und Vollkorn - damit ist die Basis für die genannten Nährstoffe meist gelegt. Wer keinen Fisch isst oder gezielt auf DHA achten möchte, kann ein Algenöl- oder Fischöl-Präparat wählen; die 250 mg DHA pro Tag sind hier der Orientierungswert aus dem zugelassenen Hinweis. Fettlösliche Nährstoffe wie Vitamin A und Omega-3 werden am besten zu einer Mahlzeit mit etwas Fett aufgenommen.

Bei Nahrungsergänzung lohnt der Blick auf die Qualität: Herkunft und Reinheit des Öls, ein aussagekräftiger Gehalt an EPA und DHA, sowie unabhängige Laborprüfungen auf Schadstoffe und Oxidation. Ein frisches, wenig oxidiertes Öl erkennt man oft schon am neutralen Geruch. Von hochdosierten Einzelnährstoffen ohne konkreten Anlass ist eher abzuraten - mehr ist bei Mikronährstoffen nicht automatisch besser, gerade bei Vitamin A, das der Körper speichert. Im Alltag zahlen sich oft die kleinen Dinge aus: bewusst blinzeln, den Bildschirm etwas unter Augenhöhe stellen, regelmäßig kurze Blickpausen in die Ferne einlegen und die Heizung nicht auf Anschlag laufen lassen. Wer schwanger ist, dauerhaft Medikamente einnimmt oder Vorerkrankungen hat, bespricht eine gezielte Ergänzung am besten vorab ärztlich.

Ehrlich eingeordnet: Was gesichert ist und was nicht

Gesichert ist, dass Nährstoffe wie DHA, Vitamin A, Zink und Riboflavin zur Erhaltung der normalen Sehkraft beitragen - das sind die von der EU geprüften Aussagen. Ebenfalls plausibel und in der Praxis naheliegend: Ausreichend Flüssigkeit und eine ausgewogene, gemüse- und fischreiche Ernährung sind eine gute Grundlage für die Augengesundheit. Weniger eindeutig ist, wie stark sich einzelne Präparate im konkreten Fall auf das Trockenheitsgefühl auswirken - die Studienlage dazu ist gemischt, und individuelle Ursachen spielen eine große Rolle. Ehrlich bleibt: Ernährung ist ein Baustein, kein Heilmittel. Wer die Grundlagen im Alltag beachtet und bei anhaltenden Beschwerden die Augenärztin oder den Augenarzt einbezieht, ist am besten aufgestellt.

Häufige Fragen (FAQ)

Welche Nährstoffe sind bei trockenen Augen besonders relevant?

Im Vordergrund stehen Omega-3-Fettsäuren, allen voran DHA, für die gilt: Docosahexaensäure trägt zur Erhaltung normaler Sehkraft bei. Ergänzend spielen Vitamin A, Zink und Riboflavin eine Rolle, für die es ebenfalls zugelassene Aussagen zur Sehkraft gibt. Am wichtigsten bleibt die ausgewogene Gesamternährung samt ausreichend Flüssigkeit.

Kann ich trockene Augen allein durch die Ernährung loswerden?

Nein. Eine augenfreundliche Ernährung unterstützt die allgemeine Grundversorgung, ist aber kein Heilmittel und ersetzt keine Diagnose. Bei anhaltenden, starken oder plötzlich auftretenden Beschwerden solltest du augenärztlichen Rat einholen, denn dahinter können behandlungsbedürftige Ursachen stecken.

Wie viel Omega-3 ist sinnvoll?

Der zugelassene Hinweis nennt für die Sehkraft 250 mg DHA pro Tag als Orientierung. Diese Menge lässt sich über ein- bis zweimal fetten Fisch pro Woche oder über Algen- beziehungsweise Fischöl-Präparate erreichen. Fettlösliche Nährstoffe werden am besten zu einer Mahlzeit mit etwas Fett aufgenommen.

Hilft mehr Trinken wirklich gegen trockene Augen?

Ausreichend zu trinken ist die einfachste Stellschraube, weil der Tränenfilm zum Großteil aus Wasser besteht. Anderthalb bis zwei Liter über den Tag verteilt sind ein guter Richtwert, bei trockener Luft oder Sport mehr. Ein Allheilmittel ist es nicht, aber eine sinnvolle Grundlage.

Sind Nahrungsergänzungsmittel für die Augen nötig?

Bei ausgewogener Ernährung sind die meisten augenrelevanten Nährstoffe gut abgedeckt. Ergänzungen können sinnvoll sein, wenn zum Beispiel kein Fisch gegessen wird und man gezielt auf DHA achten möchte. Achte auf Qualität und Reinheit und setze nicht auf unnötig hoch dosierte Einzelnährstoffe.

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Gesundheitshinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Bei gesundheitlichen Beschwerden, in Schwangerschaft und Stillzeit oder bei der Einnahme von Medikamenten halte bitte Rücksprache mit einer Ärztin oder einem Arzt. So entstehen unsere Ratgeber →

Quellen

  1. Verordnung (EU) Nr. 432/2012 - Liste zulässiger gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel — EUR-Lex / Europäische Union, 2012
  2. Vitamin A: Fact Sheet for Health Professionals — NIH Office of Dietary Supplements, 2023
  3. Dry Eye — National Eye Institute (NIH), 2023